Hab Dank, lieber Arjuna für diesen Text!°
... da habe ich nun den Impuls, zwei Texte von Aivanhov hier herein zu setzen...
LIEBE-
Elisa.
*
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Die Liebe ist eins
Die Liebe ist Eins und ihre Äußerungen sind vielfältig.
"Die Liebe kommt vom Himmel und kehrt zum Himmel zurück. Es gibt nicht zwei, drei oder vier Lieben, es ist immer die gleiche Liebe, nur verstanden oder gelebt auf verschiedenen Ebenen. Wo käme sonst die menschliche Liebe her, wenn nicht Gott selbst sie ihnen gegeben hätte? Man sagt, dass Gott Liebe sei, aber man weiß nicht, was diese Liebe ist und trennt die physische, die sinnliche Liebe von der göttlichen Liebe. Nein, es gibt keine Trennung, es gibt nur verschiedene Grade. Es ist immer die gleiche Kraft, die gleiche Energie, die von sehr hoch oben kommt. Ihr habt noch nicht genügend Klarheit über die unteilbare, untrennbare Zahl eins. Nun ist die Zahl eins aber gerade die Liebe und es ist diese Zahl, die die anderen Zahlen erzeugt. Zwei, drei, vier sind nur Äußerungen, Grade, Formen von Eins. Gott ist Eins, die Liebe ist Eins und Gott ist Liebe. Alles, was nicht Eins ist, ist nur eine Abwandlung, eine Variante der Eins. Deshalb sollte man zur Einheit, zu Gott, zu dieser Liebe, die Eins ist, zurückkehren.
Alles kommt von Gott und alles, was sich durch den Menschen hindurch an Energie äußert, ist ursprünglich eine göttliche Energie. Aber diese Energie erzeugt, dem Leiter entsprechend, dem Organ entsprechend, durch das sie hindurchfließt, verschiedene Wirkungen. Man kann sie mit der Elektrizität vergleichen. Die Elektrizität ist eine Energie, deren Natur man kennt: Wenn sie durch eine Lampe hindurchfließt, wird sie zu Licht. In einer Heizplatte wird sie zu Wärme. In einem Magneten wird sie zu Magnetismus und in einem Ventilator wird sie zu Bewegung. Genauso gibt es eine ursprüngliche kosmische Kraft, die diese oder jene Gestalt annimmt, je nach den Regionen, durch die sie sich äußert. Wenn sie durch das Gehirn fließt, wird sie zu Intelligenz und zu Vernunft. Wenn sie durch das Sonnengeflecht, durch das Hara-Zentrum fließt, wird sie zu Bewegung und wenn sie schließlich durch die Geschlechtsorgane fließt, wird sie zur Anziehung für das andere Geschlecht. Es ist immer die gleiche Energie, aber sie verwandelt sich je nach der Umgebung, die sie durchqueren muss."
Das Bild des Baumes
"Die Liebe kann mit einem Baum verglichen werden, einem Baum mit Wurzeln, einem Stamm, Ästen, Blättern, Blüten und Früchten. Die Sexualität stellt die Wurzeln der Liebe dar: Sie sind tief im menschlichen Wesen begraben, man kann sie nicht herausreißen und deshalb sind sie notwendig. Aber man sollte sich nicht ausschließlich um die Wurzeln kümmern, denn die rein sexuelle Liebe ist egoistisch, grausam, unerbittlich. Es ist unbedingt notwendig, dass sie den Stamm, die Äste, die Blüten und Früchte ernährt. Die Blüten und Früchte der Liebe sind das Opfer. Das ist die zukünftige Pädagogik für alle Männer und für alle Frauen. In der Zukunft wird man sich nur mehr um diesen Baum der Liebe kümmern. Man wird lernen, wie man ihn anpflanzt, ihn gießt, ihn vor Insekten und Stürmen schützt. Man wird auch lernen, dass man niemals seine Wurzeln abschneiden sollte, denn die spirituellste Liebe empfängt ihren Elan von der sexuellen Liebe. - Und wenn man die Früchte dieses Liebesbaumes kostet, so wird man verstehen, dass diese Früchte die Unsterblichkeit und das ewige Leben sind."
Die Lösung der Frage nach der Sexualität liegt darin, die Einheit unseres Wesens wieder zu finden, indem man an der Verwirklichung des Reiches Gottes arbeitet.
"Einerseits hält die Sexualkraft die Menschen auf der Erde zurück, aber ohne sie zu erhellen, ohne sie mit den erhabenen Regionen oben zu verbinden und dies genügt nicht.
Andererseits ist die Lehre gewisser Mystiker und Asketen, die empfohlen haben, die Sexualkraft zu verdrängen, in einem gewissen Maße fähig, sie den erhabenen Regionen näher zu bringen und sie zu erhellen. Der Nachteil daran ist aber, dass sie dann keine Lust mehr haben, auf der Erde weiter zu leben und dies ist genauso wenig zu empfehlen.
Alle, die diese Kraft, die Gott ihnen gegeben hat, vollständig verdrängen, denken nur daran zu sterben, alles zu verlassen, denn nur die Sexualkraft kann sie wirklich dem Leben näher bringen, kann sie das Leben lieben lassen. Wenn diese Kraft in euch zirkuliert, ohne dass ihr Überschwemmungen und Verwüstungen zulasst, wenn ihr damit nur die göttlichen Blumen oben im göttlichen Garten gießt, wird das Leben für euch derartig wunderbar, dass ihr es nicht mehr verlassen wollt. Aber sobald ihr diese Kraft verdrängt, verliert das Leben seinen Sinn und ihr wollt sterben. Die Sexualkraft und die Liebe sind eng mit dem Leben verbunden. Um also die Schönheit des Lebens wirklich zu fühlen, sollte man die Sexualkraft harmonisch zirkulieren lassen. Man sollte diese Kraft niemals verdrängen. Die Mystiker, die religiösen Menschen, die Einsiedler und Asketen, alle, die sie verdrängt haben, haben den größten Fehler gemacht. Selbstverständlich, was sie rechtfertigt, ist, dass sie das Nirwana wünschen, aber sie werden durch die Verdrängung der Sexualkraft derartig schlaff, derartig schwach, dass man sich fragt, wann sie jemals dort ankommen werden. Denn wenn man sich das Nirwana wünscht, muss die Liebe kommen und ihren Teil dazu beitragen. Deshalb verbinden sich die wirklich weisen Menschen mit dem Himmel, mit dem Schöpfer und dabei sparen sie diese Kraft, um sie dem Reich Gottes zu weihen. So kann man also beides haben: Je intensiver man das Leben lebt, desto mehr verschmilzt man mit dem Schöpfer, mit dem Himmel und je mehr man eins mit dem Himmel ist desto mehr wird man für die Erde arbeiten. Also, nur diese Lösung ist wahrhaft vollkommen: Ihr lebt für den Himmel und zur gleichen Zeit arbeitet ihr für die Erde."
Den göttlichen Charakter der Liebe bewahren, das ist der Sinn der spirituellen Arbeit der Reinigung.
"Die Liebe ist ein großartiger Antrieb, aber sie hat zu viele leidenschaftliche, instinktive Elemente beigemischt, derer man sich entledigen sollte, damit sie in ihrer wahren, eigentlichen Natur aufblühen kann. Jede Liebe enthält etwas Göttliches, aber man sollte sie reinigen, denn sie ist immer von unsauberen Elementen umgeben, so wie ein kleines Tier bei seiner Geburt: ein kleines Kalb oder eine kleine Ziege. – Wenn sie zur Welt kommen, sind sie nicht sehr sauber, ihre Mutter reinigt sie. Auch ein Baby muss nach der Geburt gereinigt werden. Auch für die Liebe gilt das Gleiche. Die Liebe ist ein Kind, das alles, was göttlich ist, mitbringt, denn in jeglicher Form der Liebe ist Gott. Man muss sie nur säubern, reinigen, erziehen, stark machen und befreien, um die Gottheit zu entdecken. Selbst die egoistischste, niederste, sinnlichste Liebe enthält eine göttliche Quintessenz. Gott steht immer dahinter, nur muss diese Kraft an zu vielen ihrer Natur widersprechenden Elementen vorbei: Sie muss gewisse Orte durchqueren und diese Orte sind nicht sehr sauber. Da sind Schornsteine, schmutzige Wege. Selbst die besten Dinge, die vom Himmel kommen, müssen diese Schichten durchqueren, die wir angesammelt haben: niedere Gedanken und Gefühle und alle Arten von Unwahrheiten und Hirngespinsten. Deshalb sind sie momentan umgeben von Schmutz, aber es sind Edelsteine, die man reinigen muss."
Der Mensch sollte auf die Qualität dessen achten, was er durch seine Liebe weitergibt.
"In Wirklichkeit ist der Liebesakt an sich nicht schlecht oder kriminell. Wenn es so wäre, warum zeigt die Natur bei allen Gattungen seit Anbeginn der Welt nichts anderes? Wenn der Akt selbst verwerflich wäre, warum lässt ihn die Natur zu, warum hat der Himmel nicht längst alle ausgerottet, die ihn ausführen? Der Akt an sich ist weder gut noch schlecht. Nur die Absicht, die man dabei hat, macht ihn kriminell oder heilig. Wenn der Mensch nicht an sich gearbeitet hat, um sich zu veredeln, um sich zu reinigen, wenn er egoistische, unehrliche Absichten hat, so wird die Natur ihn verurteilen, auch wenn er sich entschließt, diesen Akt erst nach der Hochzeit auszuführen und auch wenn er von allen Seiten genehmigt und gut geheißen wird: Seine Frau wird ihm ein Festessen zubereiten, das Standesamt und die Kirche werden ihm einerseits das Recht, andererseits den Segen geben, die Natur aber wird ihn verurteilen. Denn was wird er seiner Frau übermitteln? Krankheiten, Laster, schädliche Einflüsse, das ist alles! Also, selbst, wenn die ganze Welt diesen Akt gutheißt, werden sich die Gesetze der lebendigen Natur gegen ihn aussprechen. Er hat seine Frau beschmutzt, er hat ihr Krankheiten übermittelt. Und umgekehrt, werden euch vielleicht alle tadeln, dass ihr nicht verheiratet seid, aber wenn ihr die Seele der Frau oder des Mannes, die ihr liebt, mit Himmelssegen überschüttet und wenn sie oder er durch euch eine Gottheit geworden ist, so wird der Himmel bezaubert sein. –
Wenn man kein hohes Ideal hat, so wird man in der Unreinheit sein, selbst wenn man sich gewisser Zärtlichkeiten, gewisser Küsse enthält unter dem Vorwand rein zu bleiben. Die Folgen werden die gleichen bleiben, wie wenn man mit einem Mann oder einer Frau geschlafen hätte. Denn man hat nur das Bedürfnis sich zu befriedigen und jeder Kontakt, jeder Austausch, der kein spirituelles, göttliches Ziel hat, hat die gleichen Folgen. Aber wenn ihr den Wunsch habt zu helfen, zu heilen, das Wesen, das ihr liebt zu retten, so wird dieses Gefühl euch und ihn reinigen."
Die Liebe kann nur unter gewissen Bedingungen glücklich machen:
1. Lernen, sich wahrhaft selbst zu lieben.
"Jeder liebt sich selbst. Ja, aber wie? - Liebt man sich wirklich selbst, wenn man wahllos isst, trinkt, raucht und Dummheiten macht? Man liebt sich sehr schlecht und man sollte sich so lieben lernen, wie es am besten wäre. Nehmt an, ihr wollt nichts Unreines in euch eintreten lassen. - In diesem Moment liebt ihr euch wirklich, denn durch eure Reinheit bereitet ihr die großartigsten Bedingungen vor, damit die Engel kommen können, um in euch zu wohnen. Wenn ihr aufmerksam seid, um mit euren Gedanken, euren Gefühlen und euren Worten nichts Böses zu tun, so bereitet ihr innerlich schon die Bedingungen vor, damit Gott kommt, um sich in euch niederzulassen. Diese Liebe zu sich selbst ist etwas Göttliches. So sollte man sich lieben, denn so erhaltet ihr alles in euch unversehrt. Es ist normal, sich selbst zu lieben, die Natur selbst hat uns beigebracht, uns selbst zu lieben. Sie hat ihren Kindern die Liebe zu sich selbst geschenkt. Nur sollte man lernen, wie man sich selbst liebt, indem man die Ordnung und die Harmonie respektiert, indem man sich seiner Würde und seiner Göttlichkeit bewusst ist." (Siehe das Kapitel "Ihr seid Götter")
2. Die Liebe zum Herrn über alle anderen setzen, da wir ja die anderen mit jener Liebe lieben, die wir von Ihm empfangen haben.
"Ich habe nie gesagt, dass man keinen Mann oder keine Frau lieben soll, sondern nur, dass man wissen sollte, wie dies geschehen sollte. Wenn ihr dem Herrn euer Herz geschenkt habt, wenn dann irgendwo auch noch ein bisschen Platz auf der physischen Ebene bleibt, so könnt ihr euch mit einem anderen Menschen verbinden, um zu fühlen, dass eure Einsamkeit vorbei ist. Wie handelt der Schüler? Zuallererst beginnt er, das Höchste aller Wesen zu lieben und zu schätzen, denjenigen, der alles verteilt hat. Er setzt in seine Seele die Herrlichkeit der Herrlichkeiten, das Licht der Lichter und erst dann wählt er einen Partner.
Der wahre Schüler räumt dem Herrn als Quelle der Liebe, der Weisheit und der Wahrheit den ersten Platz ein. Dann sucht er den Menschen, der fähig ist, diese Verbindung mit Ihm aufrecht zu erhalten: Er hält sich in seiner Nähe auf, nimmt ihn als Mitarbeiter auf der physischen Ebene, weil es etwas in ihm gibt, das ihn der Quelle näher bringt. Er ist ein Bote, der ihm von der göttlichen Welt erzählt."
. Sich bewusst machen, dass man sogar durch einen Mann oder eine Frau in Wirklichkeit Gott liebt.
"Was suchen die Verliebten bei der Frau oder dem Mann, die sie lieben? Sind es das Gesicht, die Brüste, die Beine, die Arme, die Augen, die sie lieben? Nein, denn diese sind ganz einfach nur Ausdrucksmittel der Liebe. Was sie suchen, ist die Liebe selbst. Es kommt übrigens auch vor, dass man aufhört, eine gewisse Person zu lieben. Sie hat doch die gleichen Brüste wie vorher, ja, aber man geht, um die Liebe bei einem anderen zu suchen. Das beweist also, dass man nicht den physischen Körper sucht, sondern durch ihn hindurch die Liebe, d.h. diese Fülle, dieses Glück, diese Freude, diese Bewusstseinserweiterung.
Und nehmt jetzt an, ihr hättet die Liebe gefunden, ohne in eine bestimmte Person verliebt zu sein: Sie ist da, überall im ganzen Universum. Ihr trinkt sie, ihr atmet sie ein und aus, ihr seid überglücklich. – In dem Moment, wo ihr sie gefunden habt, braucht ihr weder Beine noch Arme noch Brüste: Ihr habt sie wie eine Quintessenz gefunden, wie ein Leben, das überall verbreitet ist. Ununterbrochen seid ihr verbunden mit ihr und nie fühlt ihr euch ermüdet. Bis zu diesem Verständnisgrad sollte man kommen. – Ihr glaubt mir nicht? Ihr sagt: 'Das ist unmöglich! Unmöglich!' Doch, es ist nur eine Frage des Grades: Man sollte sich solange erheben, bis man versteht, dass die wahre Liebe die universelle Liebe ist, die überall im Überfluss verteilt ist, eine Liebe, die man ohne Unterlass trinken und einatmen kann. Denn in ihrem höchsten Grad ist die Liebe eine sehr feine Quintessenz, die nichts anderes als Gott selbst ist. –"
4. Entdecken, dass das geliebte Wesen ein Ausdruck der Gottheit ist.
"Wenn zwei Verliebte die wahre Liebe äußern wollen und wenn sie die wahre Glückseligkeit, die Freiheit kennen lernen wollen, so müssen sie sich immer als Stellvertreter des Himmlischen Vaters und der Göttlichen Mutter betrachten. Sonst wird der Junge, wenn er seine Geliebte umarmt, auch ihre Schwächen und ihre Begrenzungen umarmen, er wird nie etwas Höheres, Größeres, Reineres als sie erreichen und ihre Liebe wird ein Ende haben. Man sollte deshalb ein anderes Verständnis entwickeln: Der Junge sollte seine Geliebte als einen Aspekt der Göttlichen Mutter betrachten und sie ihren Geliebten als einen Aspekt des Himmlischen Vaters, des Christus. Durch diese Betrachtungsweise verbinden sie sich schon mit etwas Höherem und beide werden mehr sein als der Geliebte oder die Geliebte und sie halten in ihrer Seele, in ihrem Herzen, in ihren Armen etwas von der Unermesslichkeit fest. Und aus dieser Unermesslichkeit fließen Strahlen und Strömungen von einer feineren Natur. Und die Engel, die Devas, die lichtvollen Geister der Natur kommen und bringen ihre Kräfte und ihre Freude diesen beiden Wesen, die gerade dabei sind, sich in der allerschönsten Sprache der Schöpfung, der Sprache der Liebe, der unbegrenzten Liebe, auszudrücken."
5. Sich um die Seele und um den Geist des Geliebten bemühen.
"Beschäftigen wir uns nur einmal mit der Art und Weise, wie die Verliebten gewöhnlich vorgehen, um ihren Partner zu gewinnen. Ob es sich nun um einen Mann oder eine Frau handelt, man muss ihm schmeicheln, Komplimente machen, seine Eitelkeit erwecken, d.h. seine Personalität berühren, sonst erreicht man gar nichts. Und alle beide wissen, wie man es anstellt: Durch Gesten, Worte, Geschenke, immer wendet sich jeder an die Personalität des anderen, ohne zu wissen, dass in diesem Wesen eine höhere Natur verborgen ist, die es nötig hat, erweckt, ernährt und verstärkt zu werden." (Siehe Kapitel: "Die beiden Naturen des Menschen") "Deshalb drückt sich die menschliche Liebe nur auf eine tierische, instinktive, leidenschaftliche Art aus. Es ist sehr selten, dass man darin ein poetisches, bezauberndes, göttliches Element findet.
Die Einweihungswissenschaft muss jetzt den Menschen zeigen, dass sie vergessen haben, die höhere Natur der geliebten Menschen zu ernähren, dass sie sie verkümmern und sterben ließen.
Aber stellt euch zwei Menschen vor, die sich lieben und sich ganz tief auf diese Lehre eingelassen haben, die Tag und Nacht in dieses Licht eingetaucht sind: Sie leben ihre Liebe auf einer höheren Ebene. Jeder denkt an den anderen und fragt sich, wie man ihn unterstützen, erhellen und stärken kann. Dies ist ein höherer Grad der Liebe.
Die Liebe muss nicht immer nur ein Austausch auf der rein physischen Ebene sein, denn was die Seele und der Geist suchen, findet sich nicht in der Hülle, im Körper. Wenn man sich ausschließlich mit dem Körper eines geliebten Menschen verbindet, so wird man nicht die wesentliche, feine, göttliche Seite wahrnehmen, sondern nur einige kleine Gefühle, einige kleine Empfindungen, die sich danach in Gift, in Reue, in Diskussionen, in Eifersucht und in Hass verwandeln. In der Liebe darf der Körper nur als Mittel dienen und nicht als Ziel. Alle, die den physischen Körper als Ziel nehmen, bleiben ihr ganzes Leben lang unzufrieden und vergiftet. Sie freuen sich nicht mehr, lieben sich nicht mehr, sehen nicht mehr die guten Seiten ihres Mannes oder ihrer Frau, sondern nur mehr die Mängel. Sie kritisieren sich, streiten, bereuen geheiratet zu haben. Ist es ruhmreich es so weit kommen zu lassen? –
Die Liebe, von der ich zu euch spreche, dauert ewig. Selbst wenn die Eheleute alt sind, werden sie sich jeden Tag wieder entdecken, sich erfreuen und einander wunderbar finden. Nicht 'die Flasche' liebt man, sondern den Inhalt, d.h. das spirituelle Prinzip, die Liebe, die aus der einen und unerschöpflichen Quelle stammt."
6. Die Liebe, die man für jemanden empfindet, sollte man verschweigen.
"Wenn ihr jemanden liebt, so sagt es ihm nicht. Die Liebe fühlt man, sieht man und es ist nicht notwendig, darüber zu sprechen. Sie ist genau wie der Hass äußerst schwierig zu verstecken. Die Liebe äußert sich durch den Blick, durch die Gesten, durch die Einstellung. Die Menschen zählen zu sehr auf den mündlichen oder schriftlichen Ausdruck ihrer Liebe, doch ihr Verhalten beweist oft das Gegenteil!
Wenn man Liebe äußert, ohne es zu sagen, so schafft man in der Seele die besten Bedingungen, die größte Freiheit, das größte Entzücken. Man sollte die Liebe bewahren wie eine sehr kostbare, ja die kostbarste Sache. Man sollte sie nicht durch Worte ausdrücken. Sprecht ihr darüber, so wird es bald auf der einen oder anderen Seite Reaktionen geben, die Unverständnis und Missverständnisse schaffen und das ist schade. Sprecht ihr hingegen nicht über eure Liebe, so wird sie ewig andauern.
Die Männer und Frauen beteuern gewöhnlich ihre Liebe, ohne zu wissen, dass dadurch ein eigennütziges, egoistisches Element hineinrutscht. Sie wollen die Person, an die sie sich wenden, anziehen, ihr schmeicheln, sie gewinnen. Sie schreiben ihnen oder sprechen so poetisch wie möglich, wählen Gesten, Worte, einen antrainierten Klang der Stimme und die bezauberte, berührte und sehr erfreute Person gibt nach. Aber meistens endet so etwas, indem man merkt, dass diese Liebe nicht die wahre Liebe war und dass sie nicht mit dem übereinstimmt, was man sich erwartet hat.
Die zum Ausdruck gebrachte Liebe hat zum Ziel, die geliebte Person zu gewinnen. Man verhindert nämlich so, dass ein anderer kommt, um sie sich anzueignen. Das heißt, dass es nur Angst, Egoismus und Mangel an Glauben an die Macht der Liebe ist, die den Menschen führt. Da man nicht die wahre Liebe besitzt, die Wunder wirkt, beeilt man sich, sie durch begrenzte und unehrliche Mittel zu äußern: das Wort, die Schrift, die Gesten, um das geliebte Wesen gefangen zu nehmen. Und wenn man behauptet, es sei die Kraft und die Schönheit des Gefühls, die dazu treiben, so zu handeln, so unterstreicht man noch seine Schwäche, seine Leidenschaft, seine Sinnlichkeit. Ein wahrer Meister drückt seine Liebe nicht aus: Seine Liebe fühlt man, sie strahlt."
7. Das richtige Maß der Liebe kennen lernen.
"Man sollte das Maß kennen, sogar das Maß der Güte, denn wenn man seine Liebe, seine Güte, seine Wärme übertreibt, so erleidet man auch da Unannehmlichkeiten. Man ist weder boshaft noch kriminell, aber man wird trotzdem bestraft. Ich werde euch ein Beispiel geben. Ich empfing einmal bei mir eine Schwester, die mir sagte: 'Lieber Meister, ich bin derartig unglücklich! Ich weine Tag und Nacht!' - 'Aber warum denn?' - 'Nun, ich habe meinen Mann unendlich geliebt, ich habe ihm alles vorbereitet, ich habe ihn mit so viel Zuneigung und Wärme umgeben - und nun bin ich von ihm verlassen worden. Er ist mit einer meiner Freundinnen davongelaufen.' - 'Aha, und wie ist diese Freundin?' - 'O, sie ist hart, kalt, eisig!' - 'Da liegt eben das Unglück. Sie waren zu warm und er ist sich abkühlen gegangen.' Sicher sagt man sich nun: 'Und was ist mit der Güte? -' Unglücklicherweise kann euch die dumme Güte in die schlimmsten Situationen führen. Selbst den bezaubernsten Leuten fallen Dachziegel auf den Kopf, wenn sie das Maß der Güte nicht kennen und dann beklagen sie sich. Es ist keine Strafe, nein, aber durch ihre Unwissenheit übertreten sie ein Gesetz aus und erhalten dann ein paar Schläge."
8. Das Geheimnis der Distanz.
"Stellen wir uns einen jungen Mann vor und ein Mädchen, die sich getroffen haben: Sie haben eine außergewöhnlich reine, ideale Liebe zueinander. Sie schreiben sich, sie treffen sich und die kleinen Geschenke, die sie sich geben, die kleinen Haarlocken, die geringste Blume oder das geringste Rosenblatt sind für sie wie Talismane, die erfüllt sind mit einem Ozean von Düften und sie fühlen sich glücklich, stimuliert, inspiriert. - Er ist ein Ritter und sie das Dornröschen. Sie leben in der Poesie, gehen spazieren, schauen sich an, alles wird schön. Aber an dem Tag, an dem sie beginnen, ein bisschen weiter zu gehen, verschwindet die ästhetische Seite und die prosaische, biologische, instinktive Seite tritt an ihre Stelle. Jeder weiß das. Ihr werdet sagen: 'O ja, aber was erzählen sie uns da? Man kann doch nicht so lange beim ästhetischen, feinstofflichen Austausch verbleiben.' Das sagt ihr, - ich denke, dass derjenige, der in dem ästhetischen, poetischen Bereich verbleiben möchte, sich vorbereitet, ein Künstler, ein Genie, ein Poet, ein Musiker zu werden. Wenn ihr absteigen wollt, gut, macht es, aber ihr werdet den Bereich der wahren Schönheit verlassen und eure Freude wird weniger werden. Von dem Moment an, wo ihr diesen Bereich der Ästhetik verlassen habt, wird alles verpfuscht, weniger schön, weniger rein. Deshalb sage ich euch: 'Behaltet ein bisschen Distanz in der Liebe, denn diese Distanz ist es eben, die euch zufrieden stellen, die euch inspirieren wird.' Ihr verdankt ihr eine Zukunft ohne Schäden, ohne Reue, ohne Gewissensbisse.
Lieben ist ein Segen, deshalb bewahrt eure Liebe so lang als möglich, denn an dem Tag, an dem ihr sie gänzlich auskosten wollt, schlagt ihr eine andere Seite auf, wo Umwälzungen, Katastrophen geschrieben stehen. Die Liebe ist Gott selbst, sie bringt euch alles: das Leben und die Reichtümer. Warum habt ihr es derartig eilig, sie zu verschwenden, sie körperlich auszuleben, anstatt das ewige, das göttliche Leben zu leben?"
9. Keine Angst haben vor der Sexualkraft, sondern sie benutzen.
"Viele haben Angst vor der Sexualkraft, aber gerade sie ist es, die alle Zellen ernährt. Sie stellt eine Energie dar, von der man vernünftig schöpfen sollte, denn sie ist ein roher Saft, der sich in den Zellen umwandelt und den der Geist im ganzen Organismus verteilt in Form von Vitalität auf der physischen Ebene, in Form von Liebe und Freude im Herzen, in Form von Licht und Weisheit im Gehirn. Die Sexualkraft ist ein enormer Strom und die Weisen errichten in ihrem inneren zahlreiche Transformatoren, um sie zu lenken. Sie lassen nicht zu, dass sie von ihr gequält oder dazu getrieben werden, Tragödien zu erleben. Sie lassen nicht zu, dass sie die Dörfer und Städte in ihnen überschwemmt oder verwüstet, sondern sie errichten Fabriken und Bewässerungskanäle und ernten die Früchte, die diese weise verteilte Kraft produziert. Je vernünftiger man ist in der Benutzung der Sexualkraft, desto mehr spirituelle Reichtümer erwirbt man. Die gemeisterte Sexualkraft ist genauso wie das Wasser eines großen Flusses, das man kanalisiert, um das Land zu bewässern.
Je mehr man weise von der Sexualkraft schöpft, desto mehr versteht man das Reich Gottes, die Engel, die Erzengel und alles, was im Leben schön ist. Alle Eingeweihten sind sich in diesem Punkte einig und sie sagen sogar, dass diese Energie dazu dient, die Larven der Astralwelt zu ernähren, wenn die Menschen sie verschwenden, wenn sie sie nicht meistern. Die Menschen selbst verstärken also die niederen Wesenheiten, die danach ununterbrochen um sie herum sind, um ihnen zu schaden und sie zu schwächen, aber sie werden die Letzten sein, die wissen, dass sie selbst durch ihre Verschwendung ihre Feinde ernähren und verstärken."
Diese Regeln führen uns dahin, das Phänomen der Sublimation zu verstehen.
"Nichts im Himmel und nichts auf Erden kann euch verbieten zu lieben. Die Liebe ist das Leben. Aber man sollte auch die Intelligenz gebrauchen, die Unterscheidungskraft besitzen, eine Auslese, eine Auswahl treffen und wissen, wen man lieben und wie man lieben soll und wie man seine Liebe vergeistigt und sublimiert. Warum? Um eine Arbeit mit dieser Liebe auszuführen. 'Und was ist dann mit dem Vergnügen?' Das Vergnügen wird ersetzt durch die Arbeit.
Ich höre einige schon wieder sagen: 'Aber Meister, was Sie uns da erzählen ist doch unmöglich zu verwirklichen. Alle sagen, die Klarheit töte das Vergnügen. Je mehr das Denken erweckt werde, desto weniger groß sei das Vergnügen.' In Wirklichkeit wurde das Denken dem Menschen gegeben, um besser die wahre Liebe leben zu können. Ohne das Denken würde der tierische, primitive Teil seine ganze Macht über den Menschen ausbreiten. Eben das Denken, die Intelligenz muss die Energien kontrollieren, orientieren, sublimieren. Sicher, der Großteil der Menschen findet seine Freude in den Vulkanausbrüchen der niederen Liebe. Sie wissen aber nicht, dass dies auch am zerstörerischsten und am kostspieligsten ist, denn in dem Moment verbrauchen sie in ihrem Inneren die kostbarsten Materialien: ihre Ideen, ihre Projekte, ihre poetischen Inspirationen, all dies wird verbrannt und sie haben nicht mehr den gleichen Elan, die gleiche Begeisterung. Ja, das stellen sie später fest. Wenn ihr hingegen in eurer Liebe das klare Denken bewahrt, wenn es die Kräfte bewacht, überwacht, kontrolliert und lenkt, so empfindet ihr selbstverständlich kein solches Vergnügen wie viele Menschen es sich erwarten, d.h. kein tierisches, grobes, schwerfälliges Vergnügen ohne Edelmut, ohne Spiritualität, das übrigens unkontrollierbar ist. Aber dank eurer Gedanken könnt ihr eine spirituelle Arbeit ausführen und das Vergnügen wird sich in Freude, in Erstaunen, in Entzücken, in Ekstase verwandeln. - Dank des Lichtes! Es ist schade, dass die Menschen nicht bis dahin gehen wollen, um zu sehen, wie man die Liebe umwandeln kann. Selbst wenn sie sich momentan getröstet, erleichtert, von einer zu starken Spannung befreit fühlen, im Laufe einiger Monate oder Jahre sind sie matt, schwerfällig, ohne Inspiration. Wer sich hingegen entschließt, diese primitive, großartig mächtige Energie, die eine Gabe Gottes ist, für himmlische Zwecke zu nutzen, der wird andere Freuden, andere Vergnügungen kosten, der wird erstaunt sein zu sehen, dass er Entdeckungen über Entdeckungen macht – bis ins Unendliche."
Die meisten Volksmärchen offenbaren das Geheimnis der Sublimation
"In den Märchen erzählt man oft von einem jungen Mädchen, einer Prinzessin, die ein Drache in einem Schloss gefangen hält, in das ein Ritter kommen soll, um sie zu befreien. Mehrere Ritter erscheinen, aber werden besiegt bis ein jüngerer, schönerer und reinerer Ritter als die anderen ankommt, dem eine Magierin, die die Natur des Drachens gut kannte, die Mittel gegeben hat, um ihn zu besiegen. Als er ihn besiegt, befreit er die Prinzessin und welch süße Küsse geben sie sich! Danach durchqueren beide auf dem Rücken des Feuer speienden Drachen die Welt. Alle Schätze, die da seit Jahrhunderten im Schloss angehäuft liegen, gehören jetzt dem Ritter, diesem schönen scharmanten Prinzen, der den Sieg auf Grund seiner Kenntnisse und einer außergewöhnlichen Reinheit errungen hat.
In Wirklichkeit haben diese Märchen eine sehr tiefe Bedeutung. Der Drache stellt die Sexualkraft dar. Das Schloss ist der Körper des Menschen. Die Prinzessin ist die Seele, die der Ritter, das Ich des Menschen, befreien muss. Die Waffen, die er braucht, um den Drachen zu besiegen, das Schwert usw. sind die Mittel, über die er verfügt: der Wille und das Wissen, um diese Kraft zu besiegen und zu benutzen."
Wer die Notwenigkeit nicht sieht, die Sexualkraft zu sublimieren, verschließt sich die Himmelstüren.
"Wollt ihr wissen, was euch erwartet, wenn ihr die Ausschweifungen der Sinnlichkeit liebt? - Schaut euch den Trinker an, der hässlich und verdummt ist: Ihr werdet genauso werden wie er. "Aber nein, ich kenne Menschen, die ununterbrochen die Mädchen wechseln, die aber lesen, studieren und großartige Arbeiten machen." Ja, ich weiß, diese Liebe ist vereinbar mit den intellektuellen oder künstlerischen Fähigkeiten der fünften Rasse. Aber wenn es sich darum handelt, die himmlischen Ebenen zu erreichen, eine geistige Arbeit auszuführen, da bemerken sie, dass sie weder die Materialien noch die notwendigen Elemente besitzen und auch keinen Wunsch haben, sich zu erheben. Wir sprechen hier für diejenigen, die außergewöhnlich, intelligent, lichtvoll, schön, ausdrucksvoll, mächtig und einmalig werden wollen.
Es ist wie bei jenen Bienen, die sich mit Honig voll stopfen. Sie sind zu schwer und können nicht mehr fliegen. Das Gleiche gilt für die Verliebten, wenn sie ihren Austausch übertreiben: Sie können weiterhin alle Arten von Arbeiten machen, aber sie können nicht mehr fliegen, die himmlischen Bereiche sind ihnen untersagt."
Die Sublimation rettet den Menschen vor der Zerstörung
"Wenn die Leute von der Sexualkraft sprechen, so sagen alle, sie sei eine schreckliche Spannung, derer sie sich entledigen müssten. Und das ist es eben. Sie entledigen sich ihrer, erleichtern sich, ohne zu wissen, dass sie etwas sehr Kostbares verlieren, eine Quintessenz, die dumm verbrannt wird, einfach so zum Vergnügen. Ich sage: 'Nehmt an, ihr wärt ein Gebäude mit hundertfünfzig Stockwerken. Diese Spannung ist notwendig, damit das Wasser bis zum obersten Stockwerk aufsteigt, damit die Bewohner oben Wasser schöpfen, trinken, die Blumen gießen können.' Wenn ihr den Druck entladet, so wird das Wasser nicht bis oben steigen.
Nur das Licht der Einweihungslehre kann die Menschen auf diesem Abhang zurückhalten, den sie da hinabrutschen. Dieses Licht wird ihnen zeigen, dass in den Leidenschaften, den Vergnügungen, den Ausschweifungen all ihre göttlichen Energien aufgezehrt und vergeudet werden. Denn um dieses Feuer zu ernähren, von dem sie beherrscht werden, sind sie gezwungen, ihm all ihre Werkzeuge, all ihre Rohstoffe, alle Möbel des Hauses zu geben bis hin zu den Tischen und Stühlen. Das ist eine Glut, die von der Substanz des eigenen Wesens zehrt. Es ist nicht möglich, ihr die Sachen des Nachbarn oder die Bäume des Waldes anzubieten. Dieses Feuer ernährt sich von euren Reserven, von eurem eigenen Brennstoff, von eurer Quintessenz sozusagen.
Um jeden Tag, so wie die Leute es tun, in dieser Unruhe und diesen betäubenden Vulkanausbrüchen leben zu können, sind sie gezwungen, all ihre Energien und all ihre kostbarsten Quintessenzen zu verbrennen. Jedes Mal verlieren sie, ohne es zu wissen, einen Teil ihrer Intelligenz, ihrer Reinheit, ihrer Macht, ihrer Schönheit und wenn sie schließlich alles ausgegeben haben, befinden sie sich in einem erbärmlichen Zustand: dumm, hässlich, schwach und krank.
Ich kann euch über dieses Thema nicht zu viel sagen, denn dies ist eine sehr delikate Frage, zu der jeder seine eigene Lösung finden muss. Ich gebe euch einige Erklärungen und Beispiele, aber es liegt an euch, das zu finden, was euch für euch gut ist. Aber ich bin verpflichtet, euch die Wahrheit sagen."
Wir besitzen alle eine ätherische Struktur, die schon vorbereitet ist, um es der Sexualkraft zu ermöglichen, bis zum Gehirn aufzusteigen.
"Als Gott den Mann und die Frau erschuf, stattete er sie mit einem kompletten, großartigen Kanalsystem mit Verzweigungen aus, durch das die Sexualkraft ihren Weg nach oben finden kann, wenn man weiß, wie man sie lenkt. All diese Anlagen sind da, jeder besitzt sie, nur sind sie eingerostet, verstopft, außer Betrieb. Als Gott die Menschen erschuf, gab er ihnen eine so großartige Struktur, dass sie höchst erstaunt sein werden, wenn sie sie entdecken. Momentan können nur die Hellsichtigen diese Struktur sehen und den Verlauf, dem diese Energie folgt, die von ganz unten kommt und sich nach oben lenkt, um das Gehirn zu ernähren. Diese Kanäle sind nämlich fluidischer Natur also viel feiner als jene des Nervensystems."
Die Pflanze kann uns den Mechanismus der Sublimation offenbaren.
"Für die Darstellung der Sublimation der Sexualkraft nehme ich vor allem Beispiele aus der Pflanzenwelt, weil dort die Gesetze immer sichtbar sind.
Ich habe einmal eine Pflanze gesehen, die in der Luft aufgehängt war. Sie schöpfte die Elemente ihres Lebensunterhaltes aus der Luft. Sie war nicht gezwungen, ihre Wurzeln in die Erde zu schlagen. Ich habe sie lange betrachtet und sie hat mir gesagt: 'Da ich es geschafft habe, mein Lieber, in der Luft die Elemente zu finden, die für mich unentbehrlich sind, warum sollte ich mich nun wie meine Kameradinnen in die Erde vergraben? Ich habe ein Geheimnis gefunden: Ich schöpfe nämlich alles, was ich brauche, aus der Luft.' Die Menschen sind wie die Pflanzen. Einige schöpfen ihre Lebendigkeit aus der Mutter Erde, andere aus der Luft, dem Bereich des Denkens und wieder andere schließlich aus der Sonne, aus Gott selbst, denn Gott ist Liebe.
Ich habe euch oft das Beispiel der Weinrebe gegeben. – Wie macht es der Kern, um in das Innere der Weintraube zu kommen? Der Weinstock kennt einen alchemistischen Prozess. Er weiß, wie er die ätherische Form des Kernes durch den Saft bis in die Weintraube transportieren kann. Danach beginnt er zu arbeiten: Er verdichtet diese ätherischen Teilchen, worauf sie zuerst gasförmig, dann flüssig, dann fest werden und nun erscheinen die Kerne. So sind die Kerne im ätherischen Zustand durch die Gefäße hindurchgegangen und haben sich dann verdichtet. Die größten Geheimnisse sind da, vor uns ausgebreitet seit Milliarden von Jahren, aber man beschäftigt sich nicht damit. Was ist eine Weintraube? Was ist ein Baum? Das sollte man lernen: Der Baum kennt das Geheimnis der Auflösung der Materie und ihrer Verdichtung. Und wenn der Baum ein solches Geheimnis kennt, warum sollte es der Mensch nicht kennen?
Jetzt kann ich euch noch etwas enthüllen. Die Sexualkraft existiert zuerst im ätherischen Zustand. Danach im flüssigen und schließlich im festen, wenn sie sich im Inneren der Frau befindet, um das Kind entstehen zu lassen. Aber der Mensch kann sie auch wiederum zurückführen vom flüssigen Zustand zum gasförmigen dann zum ätherischen, um sie danach bis zum Himmel zu schicken. Nur wissen die Menschen das nicht, sie ahnen es nicht einmal und so hat die Weinrebe die Menschen übertroffen. Wenn ein Baum die Chemie bis zu solcher Vollkommenheit kennt, wie kann es sein, dass der Mensch nicht fähig wäre, das Gleiche zu tun."
Die Idee der Sublimation ist in der Struktur des Sephirotbaumes enthalten.
"Im Sephirotbaum wird die Reinheit durch Jesod, den Bereich der Engel, die am Leben arbeiten, (auf Hebräisch 'Kerubim') dargestellt. Da diese Organe das Leben schaffen, stehen in der Darstellung des kosmischen Menschen Adam Kadmon die mit Jesod verbundenen Geschlechtsorgane für die Reinheit. Sicher, momentan gehen bei den Menschen die Reinheit und die Geschlechtsorgane keinesfalls Hand in Hand, aber sie müssen zusammen gehen, damit das Leben geheiligt wird. Die Heiligkeit ist verbunden mit einem guten Verständnis der Thematik der Sexualität. Wenn es der Mensch schafft, seine Sexualität zu meistern, so wird er ab diesem Moment ein Heiliger. Anders nicht. Man braucht die Heiligkeit nirgendwo anders zu suchen.
Am anderen Ende der Zentralsäule des Sephirotbaumes ist die Sephira Kether, wo der Orden der Seraphim regiert, die auf Hebräisch 'Hayot ha Kodesch' heißen, Geschöpfe von solcher Reinheit, von solcher Heiligkeit, dass sie es sind, denen es gegeben ist, den Herrn zu preisen. Tag und Nacht, sagt die Offenbarung des Hl. Johannes, wird der Herr gepriesen durch den Mund der Seraphim, die ununterbrochen wiederholen: 'Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott, der Allmächtige, der war, der ist und der sein wird.' Die Heiligkeit, die man immer oben ansiedelt, hängt in Wirklichkeit von unten ab. Kether, die Krone, stellt die höchste Entfaltung, die Sublimation der Sexualenergie dar. Die Sexualenergie, die der Eingeweihte durch die Reinheit zu sublimieren versteht, ist die Heiligkeit und sie manifestiert sich über seinem Kopf durch ein goldenes Licht. Die Heiligkeit bleibt nicht unten, sie steigt auf. Deshalb hat man sie oben angesiedelt, aber sie kommt von unten.
Die Sephirot stellen die kosmischen Organe dar und Jesod steht also im Universum für die Geschlechtsorgane. Deshalb wird die Sexualenergie, die bis zum Kopf des Menschen (bis Kether) steigt, eine Lichtaura, aber nur unter der Bedingung, dass alles in diesem Sephirotbaum, der den Menschen darstellt, harmonisch funktioniert, dass er sich unten durch die Reinheit von Jesod gereinigt hat. Kether ist nicht der Kopf, sondern die Krone über dem Kopf, die Aura oder der Heiligenschein, dieses Licht der Heiligkeit, das man in den Kirchen über dem Kopf der Propheten, der Apostel und der Heiligen strahlen sieht.
Die wahren Eingeweihten sind jene, die in sich selbst die Reinheit von Jesod verwirklicht haben. Auch sie besitzen die gleichen Organe, wie alle anderen Menschen und sie produzieren vielleicht die gleiche Materie, aber diese Materie ist sublimiert, sie steigt auf, um all ihre spirituellen Zentren oben zu ernähren und leuchtet über ihnen wie Lichtstrahlen."
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Die wahre Ehe
"In der Kabbala steht geschrieben, dass Gott eine Gemahlin hat, die Shekina heißt. Natürlich sind die Christen empört, wenn man ihnen jetzt von der Gemahlin Gottes erzählt und sie werden sagen, es sei eine Entweihung, den Herrn auf die Ebene der Menschen herabzusetzen, wenn man ihm eine Frau zuspricht. Aber woher haben die Menschen den Begriff der Ehe? – Die irdische Ehe ist nichts anderes als eine Wiederholung, eine Spiegelung, eine Erinnerung an eine Vereinigung, die sich ununterbrochen oben im Himmel zwischen Gott und seiner Gemahlin, der Göttlichen Mutter, abspielt. Wenn die Ehe ihren Ursprung nicht im Himmel hätte, so hätte sie keinen tiefen Sinn. In der christlichen Religion ist die Ehe ein Sakrament, das man achten muss, doch wenn man ihre göttlichen Wurzeln, ihren göttlichen Ursprung nicht kennt, welchen Wert kann sie dann noch haben? Meine lieben Brüder und Schwestern, es geschieht nichts Wunderbares, Schönes, Vollkommenes auf Erden, das nicht auch schon oben vorhanden ist. Warum wollen das die Christen nicht verstehen? Sie stellen sich einen Gott als Junggesellen vor und nun hat er die Ehe erfunden, zweifelsohne weil er sich zerstreuen wollte, aus Langeweile sozusagen, um den Menschen das Leben schwer zu machen. Die Christen heiraten also, ohne zu wissen, dass sie den Herrn nachahmen und da sie nicht wissen, dass sie den Herrn nachahmen, wen glauben sie nachzuahmen? Ihr seht also, das ist schlimm!
Das Christentum, das seinen Ursprung in der jüdischen und kabbalistischen Religion hat, hat sich nach und nach von der Wahrheit entfernt. Gewisse Kirchenväter haben aus dem einen oder anderen Grund die Dinge anders dargestellt und jetzt wissen die Christen nicht mehr recht, wo sie stehen. In der Kabbala wird gesagt, Gott habe eine Gemahlin, die Shekina heißt und sie seien immer gemeinsam in ihre Liebe getaucht und alles, was im Universum existiert, sei ihre Schöpfung, seien ihre Kinder."
Die wahre Ehe ist die Ehe des Geistes und der Materie.
"Bevor die Ehe unter den Menschen gefeiert wurde, gab es schon in der Natur, im Kosmos eine Ehe. Die wahre Ehe ist jene des Geistes und der Materie. Aus dieser Ehe wird alle Schöpfung geboren. Die Ehe ist also ein Prozess, der sich in jedem Atom abspielt und wenn man den Mann von der Frau trennt (bei der Kernspaltung), so vernichtet diese Trennung alles: Der wütende Mann zerstört die Materie. Vereinigt, würden der Mann und die Frau in Frieden leben und schöpferisch tätig sein. Gewaltsam getrennt, erzeugen sie Explosionen und Katastrophen.
Wenn die Kraft nicht mit der Materie vereinigt wäre, so würde die Materie sich auflösen und ohne Form bleiben. Die Kraft des Geistes gibt ihr also ihre Form, wirkt auf sie ein und da sich alles genau spiegelt, sieht man das gleiche Phänomen beim Mann und bei der Frau. Der Mann wirkt auf die Frau ein. Dieser Prozess wiederholt sich überall in der ganzen Schöpfung, von den Atomen bis hin zur Arbeit des Bäckers, der den Teig knetet. In Millionen verschiedenen Formen handelt es sich immer wieder um die Ehe."
Der Mann und die Frau sind fähig, die Herrlichkeit der Vereinigung der beiden Prinzipien ausdrücken.
"Jeder kann die Macht des männlichen und des weiblichen Prinzips feststellen. Zeigt mir die Frau, die sagt, sie wäre noch nie berührt worden vom Gesicht eines Mannes auf der Straße, im Zug, in einem Film oder sogar in einem Buch? Und wo ist der Mann, der nie beim Betrachten einer Frau berührt wurde? Diese Sache ist klar, man kann nicht daran zweifeln, dass diese beiden Prinzipien mächtig und bewegend sind und dass sie sich gegenseitig beeinflussen mit dem Ziel zu schaffen und zu schöpfen. Aber man kennt das Maß nicht, die Verhältnisse, die Entfernungen, die Art, wie man sich gegenseitig betrachten sollte, um harmonische, göttliche Zustände zu erzeugen, anstatt immer nur Störungen, Abstürze und Reue zu hinterlassen. Die ganze Welt ist in Bewegung, dank der Kräfte, die das männliche und das weibliche Prinzip auslösen, wenn sie zusammen sind. Richtig orientiert, sind diese Kräfte fähig, Lichtstrahlen von einer solchen Macht auszusenden, dass sie Phänomene von kosmischer Bedeutung erzeugen können. Aber es braucht dafür reine, lichtvolle, klare und harmonische Wesen, sonst entstehen daraus nur Katastrophen."
Jedes Geschöpf sucht instinktiv sein ergänzendes Prinzip, um sich mit ihm zu vereinigen.
"Wenn ein Mann eine Frau sucht, um zu heiraten, ist er bereit, alles zu verlassen. Selbst wenn er ein König ist, so ist er bereit, sein Königreich mit seinen Untertanen, seinen Heeren, seinen Schätzen zu verlassen, nur um eine Frau zu heiraten. – Aber was besitzt diese Frau, um eine Nation von mehreren Millionen Menschen verblassen zu lassen? In Wirklichkeit ist es gar nicht die Frau, die er sucht, sondern sein ergänzendes Prinzip, denn es gibt nichts Höheres als dieses. Und eine Frau macht das Gleiche! Sie widersetzt sich ihrer ganzen Familie, der ganzen Welt für den Mann, den sie liebt. Warum? Hat sie Unrecht? Überhaupt nicht, denn der Herr und die Mutter Natur schreiben in das Herz der Menschen: 'Du wirst deinen Vater und deine Mutter verlassen und deiner Frau (oder deinem Mann) nachfolgen.'
Selbst wenn die Mehrzahl der Ehen scheitern, fahren die Männer und Frauen instinktiv und unbewusst fort zu hoffen, dies sei wunderbar, göttlich und sie würden ihre Schwesterseele finden, sie würden die Fülle kosten. Woher kommt nun diese Hoffnung? Von einer Erinnerung an eine weite Vergangenheit, an ein tief in ihnen vergrabenes Wissen. Dann vollzieht sich oben in der göttlichen Welt die Vereinigung des männlichen und des weiblichen Prinzips in der größten Reinheit, in der größten Herrlichkeit.
Im Inneren jedes Geschöpfes steht geschrieben, dass das erste Prinzip nur das zweite suchen soll und das zweite nur das erste. Die Menschen sind sich dessen nicht bewusst, denn diese Suche nimmt die verschiedensten Formen an, je nach dem Bereich, in dem sie sich abspielt: der Wissenschaft, der Philosophie, der Kunst, der Religion. – Die Mystiker sagen, sie suchen den Herrn. Was sie den Herrn nennen, ist in Wirklichkeit der sie ergänzende Teil ihrer selbst, mit dem sie sich zu vereinigen, zu verschmelzen suchen, um eine vollendete, vollkommene Wesenheit zu werden."
Die Ehe erfordert zuerst eine innere Verwirklichung.
"Wenn ihr innerlich eure Schwesternseele in euren Meditationen und euren inneren Betrachtungen gefunden habt, so werdet ihr sie überall, in der ganzen Welt finden, durch die Gesichter, die Seen, die Berge, die Pflanzen, die Vögel hindurch und ihr werdet ihre Stimme verstehen. Dies ist eine wichtige Wahrheit, die alle Verliebten verstehen sollten, sonst wird ihre Verbindung, ihre Ehe eine Katastrophe. Wenn der Mann in sich das weibliche Prinzip gefunden hat und die Frau das männliche und wenn sie diesem Prinzip dienen, für es arbeiten wollen, so wird ihre Liebe, wenn sie sich lieben, wenn sie heiraten, eine Quelle des Segens sein! Deshalb habe ich euch gesagt, die Frau solle den Himmlischen Vater durch ihren Geliebten sehen, denn ein Mann ist immer der Stellvertreter Gottes auf Erden. Und auch er sollte durch seine Geliebte die Göttliche Mutter sehen und diese Göttliche Mutter lieben, ihr dienen und ihr helfen. In dem Moment öffnen sich alle Schätze vor ihnen und sie werden Tag und Nacht in Entzückung, in Ekstase und in Schönheit leben. Sonst werden sie enttäuscht sein, sie werden leiden, sie werden mit Abscheu vom Mann und von der Frau sprechen. Ganz einfach, weil sie voneinander weder die Seele noch den Geist, sondern Lumpen, gebrauchte Kleider und Krankheiten kennen gelernt haben."
Der Mann oder die Frau, die einen Partner gewählt hat, darf ihn nicht vom Himmel d.h. von den reinen Quellen der Liebe entfernen.
"Ich habe Menschen gesehen, die Partner heiraten, die sie vom Himmel abschneiden, die sie daran hindern, sich mit der erhabenen Welt zu verbinden, zu beten, zu meditieren, zu studieren und sogar daran gut zu sein. Diese Personen lassen sich dummerweise völlig vereinbaren, ohne zu erkennen, in welchen Abgrund sie nach einiger Zeit stürzen. Ihnen fehlt das Unterscheidungsvermögen und die Kriterien! Ich bin nicht gegen die Ehen, gegen die Partnerschaften, gegen die Freundschaften, gegen den Austausch. Aber ich bin dagegen, dass man sich in irgendjemanden verliebt, der euch nicht dem Herrn näher bringt, der euch nicht mit der göttlichen Welt verbindet, der euch nicht erhellt, euch nicht reinigt, euch nicht veredelt und der in euch Unordnung, Eifersucht, Grausamkeit und Krankheit erzeugt. – Die Quelle der Liebe zu vergessen, von der man Tag und Nacht trinken kann, um aus kleinen Sümpfen, aus Pfützen Wasser schöpfen zu gehen in der Hoffnung, erfüllt und bezaubert zu werden, ist wirklich unsinnig."
Wie man erkennt, ob eine Person einen günstigen Einfluss auf euch hat.
"Ihr seht oft jemanden und wisst nicht, ob ihr ihn weiterhin häufig besuchen sollt. Das ist sehr einfach: Wenn ihr fühlt, dass diese Person euch klar sehen lässt, wenn sie in euch die Freigebigkeit und die Güte erweckt, wenn sie euch zur Arbeit anregt, dann besucht sie weiterhin häufig. Was man euch auch über sie sagt, sie ist ein Segen für euch und das ist das Wichtige. Aber wenn ihr hingegen feststellt, dass alles in euch in Verwirrung gerät, wenn ihr diese Person häufig besucht, dass ihr nicht mehr wisst, wo ihr steht, dass ihr für die anderen nur mehr Gefühle der Feindseligkeit oder der Abscheu empfindet und dass ihr keinen Schwung mehr habt, um dieses oder jenes zu unternehmen, dann hört auf, diese Person zu besuchen. Selbst wenn es der Sohn eines Prominenten oder eines Multimilliardärs ist, lasst ihn fallen, denn er hat auf euch einen schlechten Einfluss."
Die Ehe ist nur dann ein Sakrament, wenn die gegenseitige Liebe für die Arbeit am Reich Gottes auf Erden geweiht wird.
"Was macht ihr mit eurer Liebe? Ihr verwendet sie nur zu eurem Vergnügen. Deshalb werden diese Energien mit der Zeit zu Giften. Von jetzt an solltet ihr wenigstens nachdenken und sagen: 'Herr Gott, ich weihe diese Energien zu Deinem Ruhme, für das Kommen Deines Reiches...' Aber die Verliebten denken nie daran, dass sie ihre Liebe dem Himmel weihen könnten, sie glauben, dieser Austausch würde nur sie betreffen. Wenn sie essen, so essen sie nur für sich selbst, wenn sie trinken, so trinken sie nur für sich selbst, der Himmel hat da nichts damit zu tun. O ja, aber in dem Moment ist es die Hölle, die etwas damit zu tun hat. Denn wenn sie in diesem Bereich "Ich" sagen, so ist das schon ein Teil der Hölle. In ihrer Liebe unterdrücken die Leute den Himmel unter dem Vorwand, was sie machen, sei beschämend (aber warum machen sie es dann?) und der Himmel dürfe es nicht sehen. Aber vor der Hölle verstecken und schämen sie sich nicht, deshalb kommt die Hölle, um von ihren Energien zu schmarotzen.
Und selbst die Kirche hat in diesem Bereich nichts erklärt. Sie begnügt sich damit zu wiederholen: 'Wachset und vermehret euch. Und die Menschen paaren sich im Finstern zur größten Freude der Hölle. Man spricht vom Sakrament der Ehe. Aber selbst wenn sich die Menschen nach den Regeln des Staates und der Kirche verheiraten, geben sie sich in Wirklichkeit mit ihrem Ehemann oder ihrer Ehefrau Ausschweifungen hin und laden die ganze Hölle ein. Sie steigen zusammen ins Bett und probieren alle Arten von Stellungen aus, um die größtmöglichen Empfindungen auszukosten und das nennt man dann das Sakrament der Ehe!
In einer Epoche, in der die Menschen wirklich fähig sind, sich zu lieben und treu zu bleiben, gibt es keine Ehe mehr. Man hat die Ehe eingerichtet, weil die Menschen nicht mehr wissen, wie sie sich lieben sollen: Sie heiraten irgendwie, ohne selbst zu wissen warum. Nun, um dies aufzuhalten, war man gezwungen, Gesetze, Sakramente usw. zu erfinden. Wenn die Liebe da ist, braucht man dann noch Papiere, Verträge, Bürgermeister oder Pfarrer? Und selbst alle Papiere, Bürgermeister und Pfarrer zusammen können die Paare nicht aufhalten, sich zu verachten, sich scheiden zu lassen oder sogar sich umzubringen. Wenn die Liebe da ist, braucht man nichts anderes, damit sie ewig andauert, auch nicht den Segen der Priester. Gott ist in der Liebe derer, die sich wahrhaft lieben. Die Liebe selbst ist der wahre Segen."
Den Kreis seiner Liebe auf die Menschheit und auf die himmlischen Wesen ausdehnen.
"Wenn man den Wunsch hat, eine Gefährtin oder einen Gefährten zu finden, um eine Familie zu gründen, so ist man gezwungen, Anstrengungen zu machen, um aus sich selbst heraus zu gehen und freigebiger, nachsichtiger und verständnisvoller zu werden. Der Fehler der Menschen ist aber, nicht verstanden zu haben, dass sie ihre Liebe auf andere Geschöpfe, auf das ganze Universum ausdehnen sollten. Deshalb sind sie noch immer unglücklich, trotz ihrer Frau, trotz ihrer Kinder und dem Land, dem sie angehören. Denn sie haben es noch nicht geschafft, ihren Horizont bis ins Unendliche auszudehnen.
Die Menschen haben das Bedürfnis, miteinander Austausch zu haben, um das Glück zu finden, aber das Glück entgleitet ihnen, weil sie zu begrenzt sind. Das Glück zu besitzen heißt, bis ins Unendliche zu lieben, sich nicht mit einem oder zwei Wesen aufzuhalten – oder zehn – oder hundert. Liebt weiterhin diejenigen, die ihr jetzt liebt, aber liebt auch die Engel, die Erzengel, die Hierarchien, den Herrn und dann werden sich eure Familie, eure Freunde bereichert, verstärkt, verschönert, gereinigt fühlen, weil ihr ein sehr feines Element in eurem Herzen und in eurer Seele ernährt. Erweitert den Kreis eurer Liebe, um euch mit allen höheren Geschöpfen auszutauschen, von denen ihr Inspiration, Unterstützung und Schutz empfangt."
Unser Leben wird von unserer Liebe bestimmt.
"Die meisten Menschen sind sehr begrenzt in ihrer Liebe. Wenn sie einen Mann oder eine Frau haben, so vergessen sie die ganze übrige Welt. Es gibt sonst nichts mehr für sie. Und übrigens, auch sie gibt es nicht mehr. Man findet sie nirgends, sie sind irgendwo im Raum verloren. Die Menschen sind noch nicht gewohnt, die Liebe auf eine weitere Art und Weise zu verstehen. Sie verkleinern, verringern, verschmälern und verstümmeln sie. Dies ist nicht mehr die göttliche Liebe, die hervorsprudelt und alle Geschöpfe nährt. Die wahre Liebe umfasst alle Geschöpfe, ohne bei einem einzigen Wurzel zu schlagen, ohne sich zu begrenzen. Ich habe niemals gesagt, man solle nicht heiraten und Kinder haben. Es ist nur ganz einfach notwendig, dass der Mann und die Frau von diesem weiteren Verständnis erfahren, damit sie weniger Besitzansprüche und Eifersucht zeigen: Der Mann freut sich zu sehen, wie seine Frau die ganze Welt liebt, die Frau ist glücklich, dass ihr Mann ein so weites Herz hat und alle beide bleiben sie in der Weisheit und in der Reinheit. Wenn zwei entwickelte Menschen heiraten, so haben sie sich schon vorher diese gegenseitige Freiheit gelassen. Beide freuen sich, alle Geschöpfe lieben zu können, aber ohne Dummheiten mit ihnen zu machen. Die Frau versteht ihren Mann und der Mann versteht seine Frau und alle beide erheben sich, blühen immer mehr auf und werden göttlich inspiriert, denn sie leben das wahre unbegrenzte Leben."
Nur die Eingeweihten verstehen es, mit Liebe zu leben, bis sie die Vollkommenheit erreichen.
"Gewisse Mystiker, gewisse Einsiedler oder Asketen waren derartig unwissend und engherzig, dass sie ihr Gleichgewicht, ihre Gesundheit, ihr Glück zerstörten, indem sie jeden Austausch ablehnten. Sie wurden zu Leichen ohne Leben, ohne Früchte, ohne irgend etwas. Ihrer Meinung nach war dies religiös. Was für eine komische Religiosität! Ihr werdet sagen: 'Aber viele großen Meister und Eingeweihte haben nicht geheiratet. Waren auch sie solche Fanatiker?' Nein, die großen Meister und Eingeweihten waren weit entwickelt. Sie verstanden die Schöpfung Gottes. Sie sahen die Dinge klar und wenn sie ein reines, keusches Leben lebten, so deshalb, weil sie einen derartig reichen und wunderbaren Austausch auf den feinstofflicheren Ebenen hatten, dass sie nicht so tief in die Materie hinabsteigen mussten, wo sie sich begrenzt und überladen hätten. Sie lebten nicht in der Ehelosigkeit und der Keuschheit, weil sie gegen die Liebe waren. Sie ernährten sich und tranken aus Quellen und in Bereichen, die für die meisten Menschen unbekannt waren, dort, wo aller Austausch sich in der größtmöglichen Reinheit abspielt. – Die Engel und die Erzengel besuchten sie, die Sonne und die Sterne schickten ihnen ihre Blicke und ihr Lächeln und so wurden sie erfüllt, von allen Seiten erfüllt. Und sogar die Menschen gaben ihnen ihre Liebe und ihr Vertrauen. Was brauchten sie also sonst noch? – Und warum hätten sie auf diesen ganzen Reichtum verzichten sollen, um sich in sumpfige Bereiche zu versenken, wo sie nur Enttäuschung gefunden hätten?
Die Eingeweihten geben sich nicht mit kleinen Tautropfen zufrieden. Sie gehen direkt zur unerschöpflichen Quelle. Jeden Tag stärken sie sich unaufhörlich und so viel, dass sie den Überfluss an die anderen verteilen können. Warum sollten sie diese Reserven, diesen Reichtum vergessen, um sich irgendwo ein bisschen Liebe zu erbetteln, ein paar Worte, ein kleines Lächeln, einige Küsse und nun zu glauben, man sei dadurch erfüllt? Heute habt ihr gut gegessen, aber morgen habt ihr wieder Hunger. – Nur die Eingeweihten verstanden die Offenbarung der Liebe, dank der sie heilen, prophezeien und Wunder wirken konnten."
Die Sonnenehe
"Die Quelle der universellen Liebe ist die Sonne. Die Sonne hinterlegt all ihre Lebensteilchen in der ganzen Natur und wir nehmen danach diese Teilchen durch die Mineralien, die Pflanzen und die Tiere wieder auf. Und sogar die Männer und Frauen besitzen auch einige Sonnenteilchen, aber sehr wenige und in ungenügender Menge. Deshalb sind sie gezwungen, anderswo zu suchen, denn es reicht nicht aus, die Tropfen ihres Austausches sind nicht so großartig, deshalb auch die Trennungen, die Scheidungen, die Verbrechen.
Die wahre Liebe befindet sich im Überfluss in der Sonne und genau dort sollte man sie suchen. Solange ihr nicht an der Quelle trinkt, werdet ihr nur ein paar Tautropfen irgendwo auf ein paar Blättern, auf ein paar Blüten finden und das ist sehr wenig. Es gibt gewiss ein paar Orte am Körper des Mannes oder der Frau, wo die Liebe sich ein bisschen konzentriert, aber wenn ihr sie nur dort sucht, so werdet ihr immer hungrig und durstig sein. Und genau dies passiert mit allen, die sich lieben: Sie finden, dass noch immer eine Leere in ihnen bleibt. Sie fühlen sich nicht erfüllt. Es fehlt ihnen etwas. Man sollte also jetzt diese unermessliche Liebe, die die ganze Schöpfung tränkt und ernährt, an der Quelle suchen gehen. Und danach mögen sich ein Mann oder eine Frau lieben, wenn sie wollen, aber um die Fülle zu finden, müssen sie zuerst diese Liebe an der Quelle suchen gehen.
Übrigens, die Strahlen, die die Sonne ununterbrochen aussendet und die die Erde und alle Geschöpfe des Sonnensystems und darüber hinaus befruchten, sind in Wirklichkeit von der gleichen Quintessenz wie das, was der Mann der Frau gibt, um sie zu befruchten, aber im ätherischen, lichtvollen Zustand, während beim Mann diese Quintessenz verdichtet ist. Aber die Eingeweihten, die das Geheimnis der Sublimation kennen und die daran arbeiten, ihre Energien ständig dem Himmel zu schicken, schaffen es, genauso feine Ausströmungen wie die Sonnenstrahlen auszusenden und auszustrahlen. Deshalb sollte man ein reines Leben, ein lichtvolles, jungfräuliches Leben leben. Die Quelle versiegt nicht, nichts bleibt stehen, im Gegenteil. Alles geht weiter, aber auf eine andere Art und Weise: Die Ausströmungen sind von solcher Feinheit, solcher Reinheit, dass sie allen Geschöpfen Gutes tun können. Ihr kennt noch nicht die Macht der absoluten Reinheit: Wie sie die Natur der Ausströmungen ändert, wie sie sie intensiver macht. Deshalb können diese Ausströmungen sich ununterbrochen ausbreiten (so wie die Sonne, deren Strahlen nie aufhören), aber selbstverständlich nicht auf der physischen Ebene. Das, was ich euch da sage, verdient all eure Aufmerksamkeit, all euren Respekt."
Nur die Liebe braucht man erkennen.
"Weisheit ist, wenn man versteht, dass die Liebe über alles geht. Wenn die Schulbildung und die Wissenschaft die Menschen nicht dazu hinführen, diese Wahrheit zu finden, so heißt das, dass ihre Intelligenz noch nicht ausreicht, denn eine Intelligenz, die es nicht schafft zu verstehen, dass die Liebe alles andere übertrifft, dass alles für die Liebe, mit Liebe und wegen der Liebe gemacht werden sollte, ist noch keine Intelligenz.
Man schätzt den Verstand, man singt ihm Lobhymnen, aber in Wirklichkeit hat er seine Mission verfehlt, die darin besteht, das Herz zu preisen, die Rolle, die Wichtigkeit der Liebe zu verstehen. Der Verstand hat den Menschen verschlagen, egoistisch, unehrlich gemacht, während seine Mission darin bestände, wissenschaftlich und philosophisch die Größe und die Möglichkeiten des menschlichen Herzens darzustellen, zu zeigen, dass dank der Liebe, der Güte, das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit auf Erden verwirklicht werden kann. Bis jetzt hat sich der Verstand unabhängig vom Herzen entfaltet und dies wird die Zerstörung der Menschheit sein, denn er ist damit beschäftigt, zu hintergehen, zu trennen. O ja, man hört immer Verstand, Verstand, Verstand und doch ist er es, der alles verwüstet, weil er nicht von den moralischen Qualitäten des Herzens geführt wird. Er hat die Verbindung mit dem Herzen durchschnitten und dies ist der größte Fehler, den es gibt. Deshalb ist er verurteilt unterzugehen.
Die Menschen sollten jetzt verstehen, dass die Liebe im Wesen, im Zentrum von allen Dingen liegt und dass sie sie in ihrem ganzen Leben als einziges Ziel nehmen sollten."