Das habe ich gefunden, was haltet ihr davon?
Leseprobe:
Leseprobe aus: Alles ist Eins von Vaiyai R. Subramaniam.
Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages. Alle Rechte vorbehalten.
1. Wer bist du? Bist du dieser Körper? Wenn ja, warum bemerkst du es dann nicht, wenn im Tiefschlaf eine Schlange über ihn kriecht? Kannst du also dieser Körper sein? Sicherlich nicht, etwas anderes bist DU. 2. Es kommt vor, dass du im Schlaf einen Traum hast, in dem du dich mit jemandem identifizierst; kannst du derjenige sein? Das ist unmöglich, denn was würde mit dieser Person beim Aufwachen geschehen? Du kannst sie nicht sein. Noch dazu bist du fast beschämt, dich mit ihr identifiziert zu haben. Das ist klar, denn diese gewisse Person bist du nicht; - derjenige, der sie mit Abstand sieht, das bist Du. 3. Befassen wir uns jetzt mit dem traumlosen Schlaf. In welchem Zustand befindest du dich da? Kann das deine wahre Natur sein? Sicherlich nicht, du wirst doch nicht so töricht sein, dich mit dieser totalen Finster nis zu identifizieren, die dich daran hindert, den Zustand, in dem du dich gerade befindest, zu erkennen. Als denkender Mensch hast du die Fähigkeit, dich von allen Dingen, die dich umgeben, zu unterscheiden, wie kannst du dann gelten lassen, der Unwissenheit oder der Leere gleich zu sein? Wie soll das deine wahre Natur sein? Sie kann es nicht sein. Du weißt also, dass dieser Zustand dichter Finsternis deine wahre Natur verschleiert, wie kannst du dann das sein, was du als unwirklich erkannt und daher verworfen hast? Diese dunkle Unwissenheit des Tiefschlafes bist du also nicht. Etwas anderes bist DU. 4. Wenn also gesagt wird, dass du nicht dieser grobe Körper bist, kannst du dir nun vorstellen etwas zu sein, was sich außerhalb von ihm befindet? So wie du nicht dieser grobe Körper bist, bist du auch nicht etwas, was außerhalb von ihm ist, noch bist du die Person aus dem Traum, noch die Unwissenheit des Tiefschlafes. Weder einer dieser drei Zu stände noch ein Objekt der Außenwelt bist DU. 5. Diese drei Zustände können auf zwei reduziert werden: einen, in dem man sich selbst und anderes wahrnimmt und einen, in dem man nicht einmal seiner selbst gewahr ist Der erstere umfasst den Wach- und den Traumzustand, der letztere ist der Tiefschlaf, in dem du dir weder deiner Existenz noch irgendwelcher Objekte bewusst bist. Alle deine Erfahrungen beruhen auf diesen zwei Zuständen. Beide sind deiner wahren Natur fremd, auch das bist nicht DU. 6. Du wirst jetzt fragen, was diese wahre Natur ist. Sie wird Turya genannt, das bedeutet der ,vierte Zustand'. Dieser Name ist angemessen, denn er drückt folgendes aus: deine drei Erfahrungszustände Wachen, Träumen und Tiefschlaf sind nicht deine wahre Natur; dein wahrer Zustand ist der vierte, er ist anders als diese drei. Hält man diese drei Zustände für einen langen Traum, so bedeutet der vierte das Aufwachen aus diesem Traum. S omit ist er tiefer als der Tiefschlaf und wacher als der Wachzustand. Dein wahrer Zustand ist daher dieser vierte, der sich jenseits von Wachen, Träumen und Tiefschlaf befindet. Nur das bist Du. 7. Was ist dieser vierte Zustand? Er ist das Wissen, das nichts mehr als getrennt wahrnimmt, das aber um sich selbst weiß. Man kann also sagen, der vierte Zustand ist vollkommenes Wissen, das zwar keiner anderen Objekte, aber seiner selbst bewusst ist. Wer ihn erfährt - sei es auch nur für einen Augenblick - verwirklicht die Wahrheit. Das bist DU. 8. Was erwartet denjenigen, der den vierten Zustand erreicht hat? Der Erfahrung nach, verweilt niemand für immer in diesem Zustand des ungeteilten Wissens. Auch derjenige, der ihn verwirklicht hat, wird früher oder später wieder in diese Welt zurückkehren. Aber sie ist für ihn nicht mehr so wie zuvor: er sieht nun das, was er als Einheit erfahren hat, als "All dies" in Erscheinung treten. Er ni mmt die Welt nicht mehr als getrennt vom Einheitsbewusstsein wahr. Folglich sieht er das, was er ,innen' gesehen hat, nun auch ,außen' in einer anderen Form. Anstatt alles als getrennt wahrzunehmen wie zuvor, sieht er nun die Einheit in allem. Von nun an ist er alles. Nichts ist mehr von ihm getrennt. Mit geschlossenen oder offenen Augen - was auch immer geschieht - er bleibt in der Einheit. Das ist der Zustand des Brahman.. Es ist natürliches, ewiges Sein. Dieser wahre Zustand - das bist DU. 9. Es gibt nichts jenseits dieses Zustandes. Die Worte ,innen' und ,außen' haben für ihn keine Bedeutung mehr. Alles ist eins. Sein Körper, seine Sprache und sein Verstand können nicht mehr eigennützig funktionieren. Ihr Wirken ist von Gnade beseelt, zum Wohl aller. Das getrennte ,Ich' ist für immer verloren. Sein Ego kann nie wieder aufleben. Man sagt daher von ihm, er wäre hier und jetzt befreit. Er lebt nicht, weil sein Körper lebt, noch stirbt er, weil sein Körper stirbt. Er ist ewig. Es gibt nichts anderes als Ihn. Das bist DU. 10. Wer ist Gott? Er ist Gnade. Was ist Gnade? Gewahrsein ohne Ego. Wie kann man wissen, dass es einen solchen Zustand gibt? Nur indem man ihn verwirklicht. Die Veden preisen denjenigen, der ihn realisiert hat als einen, der Gott erfahren hat und eins mit ihm geworden ist. Daher ist es das höchste Gut, das wir der Welt abgewinnen können und zugleich der größte Dienst, den wir ihr erweisen können, diesen Zustand der Einheit zu verwirklichen. In Wahrheit gibt es keine anderen Zustände außer diesem. Die anderen erscheinen nur im Zustand der Unwissenheit. Für den, der weiß, gibt es nur den einen Zustand. Das bist DU.