Ich möchte mal die Frage mit euch diskutieren, was Schönheit ist bzw. wie sich die Anziehungen von Schönheit und des Schönen zeigen, und welche Dynamiken sie entwickeln.
Dort wo ich das Thema Schönheit am meisten reflektiert sehe, ist im menschlichen Wesen bezogen auf zwischenmenschliche Beziehungen.
Wir verlieben uns in einen Menschen, nicht weil er etwas Hässliches für uns hat, sondern weil er etwas Schönes hat. Wir erfreuen uns an Ästhetik, an der Natur, an der Kunst, der Literatur, am einfachen Sein, weil es schön ist, nicht weil es hässlich ist.
Schönheit hat auf uns eine magische Anziehung. Das Schöne macht uns (scheinbar) glücklich und erfreut uns, erfüllt uns.
Die Problematik die jetzt auftaucht, ist die, dass das weltlich Schöne, gewissen Gesetzen unterworfen ist.
In der Natur der Existenz, die eine Polarität bildet, ist alles dem Gesetz der Vergänglichkeit unterworfen. Nichts hat Bestand und nur eine flüchtige Dauer.
Die Flüchtigkeit der vergänglichen Schönheit, die sich in Schönen Dingen, Erfahrungen oder Menschen spiegelt, steht für mich im krassen Widerspruch, zu der Erfahrung von Schönheit, die den Geschmack der Ewigkeit in sich trägt.
Im Kontakt mit dem Schönen, erscheint es nicht so, als sei es flüchtig. Der Kontakt mit dem Schönen, kann uns mit der essentiellen Schönheit an sich verbinden, die keine Flüchtigkeit hat, und somit den Anschein erwecken, als sei auch das vergänglich Schöne ewig, da die erfahrene Urschönheit, mit dem Bild/Idee des vergänglich Schönen verknüpft wird.
Bezogen auf Beziehungen, sehe ich, wie schnell sich die Idee einschleicht, das Schöne zum Urschönen zu machen (was ja nicht geht). Also das vergänglich Schöne, zum absolut Schönen (Urschönheit) zu krönen, da die Idee da ist, das absolut Schöne, im vergänglich Schönen realisieren zu können.
Dieser Mechanismus nach dem Schönen zu streben, sich von ihm anziehen zu lassen, ist aber interessant. Weil es, wie auch viele Weise zuvor gesagt haben, daran liegen muss, das unsere Natur Schönheit sein muss. Andernfalls könnte es keine Anziehung zum vergänglich Schönen aufbauen. Die Essenz von allem ist Schönheit, und deshalb hat das Schöne im Außen, auch eine natürliche Anziehungskraft auf uns.
Die Problematik sehe ich da, wo die Idee von Ewigkeit (Treue), die im Urschönen unserer Natur Gültigkeit hat, auf das vergänglich Schöne projiziert wird, und nun die Ewigkeit im Vergänglichen gesucht wird.
Die Idee (der Mind) will einfach nicht verstehen, das dass Schöne (vergänglich Schöne) nicht ewig ist, und das Ewige (Urschöne) nicht vergänglich sein kann, wie offensichtlich es in der Theorie und der Erfahrung auch sein mag.
Wieder und wieder, sucht der Mensch, nach dem vergänglich Schönen, um es mit der Idee, zum Urschönen zu krönen.
Doch diese "Krönung" des Vergänglichen zum Ewigen, ist ein Trugbild, auf das die ganze Menscheit immer wieder hereinfällt, wie offensichtlich es in der Theorie, oder bei genauerer Betrachtung auch sein mag.