Da diese Frage an mich gestellt wurde, möchte ich darauf antworten.
Manche sagen, "Satsang" ist die Begegnung mit dir selbst. Und das ist
wahr, denn im Wesen gibt es gar nichts anderes, als dieses "Begegnung
Gottes mit sich selbst".
Es gibt aber in dieser Begegnung verschiedene "Bewusstheitsgrade", über
das eigene Wesen. Und einer dieser ist in der Tradition der Menschheit als
"Satsang" umschrieben, oder als "Selbsterkenntnis".
Auch wenn "Satsang" eigentlich jegliche Form von Dasein einschließt
(Leben, Existenz), so weist dieses Wort in der menschlichen Sprache,
Geschichte - und damit als Teil menschlichen Verständnisses über
eigene Existenz - auf eine Einsichtnahme in mich selbst hin, die den
allermeisten Menschen wegen ihrer Stille und Unaufdringlichkeit entgeht:
nicht nur dieses Leben zu sein, sondern auch der "kosmische Geist" selbst.
Unaufdringlich, da gewohnt, vertraut ... aber oft (besser gesagt: meist)
in der Fülle des sich entfaltenden Lebens: übersehen.
Unter der Thematik "Satsang" wird also diese Einsichtnahme umschrieben,
die geschieht, wende ich mich selbst diesem Aspekt meines Daseins zu,
der dieses menschliche Leben übersteigt, umfasst - obwohl ich als Gestalt
nicht mehr als dieses Leben bin.
Im Nichtwissen, darum, was dieses Leben ist, zeigt sich, was sich dieses
Leben verleiht, schöpft, gestaltet.
"Satsang" liefert keine Antworten, zu Fragen des Lebens, sondern
offenbart die seiende Antwort über: mich selbst.
Eine Antwort, die immer und jederzeit mit und "hinter" dem Getriebe des
Lebens als "das" mit mir ist, ja es umschließt, und was es ist: ich selbst.
Eines der verbreiteten Missverständnisse um den Begriff "Satsang" ist,
dass es Satsang nicht gäbe, da der Begriff auf etwas verweist, was immer
alles umschließt. Der Begriff also überflüssig wäre, und in Beliebigkeit alles
"Satsang" wäre, was in mir erscheint, als mein Leben.
Aber der Begriff "Satsang" verweist auf den
eigentlichen "Satsang"
(Zusammensein mit mir selbst), auf die bestehende Antwort: "ich selbst",
die dieses Leben als Antworten
übersteigt.
Wer "Satsang", ohne sich des Begriffes "Satsang" bewusst zu sein, mit
"Satsang" gleichsetzt, der sich als die eigene Beschränkung auf das
eigene Leben artikuliert, verpasst: SATSANG!