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14.01.2007, 15:59
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Poesie des Herzens Beitrag #9 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 30.12.2006
Beiträge: 0
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Es ist die Zeit des Morgentrunks und des klaren Weins,
Nüchternheit vertröstet das Leben;
nimm das Sehnen der zerbrochenen Laute an
und hüte die Glut dieses Herzens.
Es gibt eine Kerze, die nur das Herz des Freundes entzünden kann,
es gibt eine Trennungswunde, die nur der Freund lindern kann;
O Unbewanderter im Dienst an Hingabe und Demut:
Liebe überwältigt, du kannst sie nicht meistern.
Sag nicht zu der Nacht, dass unserem Tag keine Nacht folgt
im Glauben der Liebe, denn die Liebe ist ohne Glauben;
sie ist jenes uferlose Meer,
in dem schon mancher versank.
Vernimm, wenn du es erträgst:
Vereinigung mit ihm heißt sich preiszugeben;
die Welt, die du jetzt verschwommen siehst,
sein Anblick macht sie deutlich.
Von Apfel- und Wasserduft ist die Welt erfüllt,
seit jener Purpurmund sie küsste;
zerrissen ist der Vorhang des Tages und der Nacht,
welch Glück, dass es den Durst nach deinem Antlitz gibt.
Diese Liebe steht auf der Seite der Mutigen,
so stellt sich die Gazelle unerschrocken dem Löwen;
dieses dauerhafte Haus der Liebe,
ohne dich stürzt es ein.
Ich trank aus dem klaren Bach des Freundes,
von ihm durchdrungen und erfrischt;
ich wurde ein Wasserrad, das sich dreht,
solange das Wasser des Lebens strömt.
Jenes Wasser, welches das Mühlrad dreht,
treibt auch den Mond und die Gestirne meiner Seele an;
die Schöpfung ist eingebettet in ein Meer der Liebe,
wer wünschte nicht aus diesem Meer die Perle zu ertauchen.
Niemals will ich fort von diesem Ort,
noch könnte ich beschämt an meine Liebe denken;
meine Augen dürsten nach deinem Wasser,
du bist das Augenantimon und die Verjüngung.
Lass dich nicht von Kummer beugen
oder von den Verblendungen dieser Welt beirren;
nimm Tag und Nacht vom Trunk der Liebe,
eh Gottes Ratschluss deinen Mund verschließt.
Zuerst, als mich Liebe zu dir ergriff,
vernahmen Nachbarn meine Klage;
jetzt, da die Liebe wächst, vermindert sich die Klage:
Wenn Feuer emporschlägt, löst sich auf der Rauch.
Schlaflos bin ich, wenn ich mit dir bin,
ohne dich hält mich der Kummer wach;
preise Gott, dass ich in beiden Nächten wache,
meine nicht, es gäbe zwischen ihnen einen Unterschied.
(Rumi, aus 'Die Sonne von Tabriz')
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08.02.2007, 23:48
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Poesie des Herzens Beitrag #10 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 30.12.2006
Beiträge: 0
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Khalil Gibran
Von der Liebe
Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr,
selbst wenn ihre Wege hart und steil sind.
Und wenn ihre Schwingen sich unter dich breiten,
überlass dich ihnen,
auch wenn das Schwert,
das in ihrem Gefieder verborgen ist,
dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir redet, vertraue ihr,
mag ihre Stimme auch deine Träume zerstören
wie der Nordwind den Garten.
Denn so, wie die Liebe dich krönt,
so kreuzigt sie dich.
So, wie sich dich wachsen lässt,
schneidet sie dich zurecht.
Und wie sie zu deiner Höhe emporsteigt,
und dort die zartesten Zweige liebkost,
die durch die Sonne erzittern,
so steigt sie hinab zu deinen Wurzeln,
um sie in ihrem Anklammern zu erschüttern.
Wie Garben von Korn sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich zu entblößen.
Sie siebt dich, um dich von der Spreu zu trennen.
Sie zermahlt dich bis zur Weiße.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist,
und dann übergibt sie dich dem heiligen Feuer,
damit du heiliges Brot wirst
für das heilige Festmahl Gottes.
All dies wird die Liebe dir antun,
damit die Geheimnisse deines Herzens
dir offenbar werden,
und du darin ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.
Aber wenn du in deiner Angst bloß
die Ruhe und das Vergnügen in der Liebe suchst,
dann ist es besser für dich,
deine Nacktheit zu bekleiden
und den Dreschboden der Liebe zu verlassen,
hinein in die immer gleiche Welt,
wo du lachen wirst – aber nicht dein ganzes Lachen,
und weinen – aber nicht all deinen Tränen.
Liebe gibt nichts als sich selbst
und nimmt von nichts als von sich selbst.
Liebe besitzt nicht, noch lässt sie sich besitzen.
Liebe allein genügt der Liebe.
Wenn du liebst, sage nicht: »Gott ist in meinem Herzen«,
sondern: »Ich bin im Herzen Gottes«.
Und glaube nicht, du könntest den Lauf der Liebe lenken,
sondern die Liebe, wenn sie dich würdig findet, lenkt deinen Lauf.
Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich selbst zu erfüllen.
Wenn du liebst und noch wünschen musst, so seien deine Wünsche:
zu schmelzen und einem plätschernden Bach gleich zu werden,
der sein Lied der Nacht singt;
die Pein allzu vieler Zärtlichkeiten zu kennen;
wund zu sein von deinem eigenen Begreifen der Liebe
und willig und freudig zu bluten;
zur Zeit der Morgenröte zu erwachen mit überströmendem Herzen
und zu danken für einen neuen Tag der Liebe;
in der Mitte des Tages innezuhalten
und den Verzückungen der Liebe nachzusinnen;
in der Abenddämmerung dankbar heimzukehren
und einzuschlafen
mit einem Gebet für deinen Geliebten in deinem Herzen
und einer Lobpreisung auf deinen Lippen.
(aus 'Der Prophet')
Geschenktipp:

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Geändert von Gast780 (08.02.2007 um 23:57 Uhr)
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10.02.2007, 11:33
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Poesie des Herzens Beitrag #11 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 30.12.2006
Beiträge: 0
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The man of my heart dwells inside me.
Everywhere I behold, it's Him!
In my every sight, in the sparkle of light
Oh I can never lose Him --
Here, there and everywhere,
Wherever I turn, right in front is He!
(Rabindranath Tagore)
 
OM BISHWA SHANTI HUM
Geändert von Gast780 (10.02.2007 um 11:36 Uhr)
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21.02.2007, 23:47
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Poesie des Herzens Beitrag #12 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 30.12.2006
Beiträge: 0
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ES ist nicht äußere Wahrnehmung,
ES ist nicht innere Erfahrung,
ES ist nicht gespanntes Gewahrsein,
ES ist nicht Wissen,
ES ist nicht Nichtwissen,
noch ist ES Wissen selbst.
ES kann weder gesehen noch verstanden werden,
in Grenzen kann ES nicht gehalten werden,
unbeschreiblich ist ES
und außerhalb des Denkens.
ES ist nicht definierbar,
erfahren kann ES nur werden durch eigenes ES-Werden.
(Upanishaden)
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23.02.2007, 08:12
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Poesie des Herzens Beitrag #13 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 30.12.2006
Beiträge: 0
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Die Liebe, o Govinda, scheint mir von allem die Hauptsache zu sein. Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.
Hermann Hesse / Siddharta
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10.03.2007, 20:53
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Poesie des Herzens Beitrag #14 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 30.12.2006
Beiträge: 0
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Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenstehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen - diese Lehre jeder echten Dichtung veraltet nie und ist heute notwendiger und dankenswerter als je.
(Hermann Hesse)
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11.03.2007, 20:09
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Poesie des Herzens Beitrag #15 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 04.02.2004
Beiträge: 0
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Zitat:
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Zitat von Norbert
The man of my heart dwells inside me.
Everywhere I behold, it's Him!
In my every sight, in the sparkle of light
Oh I can never lose Him --
Here, there and everywhere,
Wherever I turn, right in front is He!
(Rabindranath Tagore)
 
OM BISHWA SHANTI HUM
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Total schönes Video, Norbert!
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16.03.2007, 23:43
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Poesie des Herzens Beitrag #16 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 30.12.2006
Beiträge: 0
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Kein Mensch fühlt im andern eine Schwingung mit,
ohne daß er sie selbst in sich hat.
(Hermann Hesse)
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