Aufgrund wahrgenommener Tendenzen im Forum möchte ich mal bestimmten wissenschaftlichen Fragestellungen etwas Raum geben.
Als Grundlage benutze ich Material das mal ein Benutzer im ehemaligen Zenforum das Norbert mal kurzeitig betrieb, zur Verfügung gestellt hat.
Ich weiss seinen Namen nicht, doch dort nannte er sich "Lauscher".
Vor kurzem habe ich das mal durchgesehen und halte es für zu hervorragend um in der Versenkung zu bleiben. Hervorragend nicht unbedingt auf den Inhalt bezogen, der jedem schon auf die ein oder andere Art begegnet ist, sondern von der Zusammenstellung und dem Aufbau der Informationen.
"Die herkömmliche Wissenschaft(wir lassen mal die Quantenphysik aussen vor)
geht von der Existenz einer äusseren Realität aus(egal ob sie nun beobachtet wird oder nicht), auch wenn diese nicht bewiesen werden kann, da alle unsere Beobachtungen notwendigerweise rein mentale Vorstellungen sind.
Eine Annahme, die aufgrund ihres absoluten Charakters nicht bewiesen werden kann, ist keine physikalische Einsicht, sondern sie wird als metaphysische Annahme bezeichnet. Eine solche Annahme nennt man ein Axiom. Somit ist aber die Grundlage jeglicher Wissenschaft nicht Wissenschaft, sondern Metaphysik, denn am Anfang jeglicher Betrachtung steht immer ein Axiom.
Die Basis des wissenschaftlichen Materialismus, der heute dominierenden Philosophie der westlichen Welt ist die unbeweisbare Annahme "Alles ist Materie" oder "Alles ist von physikalischen Gesetzen bestimmt".
Sogar die Philosophien, die den Anspruch haben, keine Anhänger der materialistischen Anschauung zu sein, sind von ihr beeinflusst. Das fundamentale materialistische Prinzip oder Axiom basiert auf dem
GLAUBEN das Materie und Energie primär sind. Alles andere wird als sekundär betrachtet, in dem Sinne dass es vom primären hervorgebracht wird oder darauf zurückzuführen ist.
Bis zum Aufkommen der Quantentheorie ab 1920 mit ihren fundamentalen Fragen zu Natur und Materie, glaubte man, dass die physikalischen Gesetze noch vor Materie und Energie das primäre seien, das heisst, das alles in Begriffen physischer Gesetze verstanden und erklärt werden könne.
Das physikalische Gesetz ist demnach das einzige, was unsere Leidenschaften, Hoffnungen, unsere Moral und Ethik, unsere Ziele und unser Schicksal bestimmt. Materie und Energie haben die meiste vorrangige Aufmerksamkeit und sind Gegenstand weltweiten Verlangens.
Das Leben ist primär auf das Erlangen materieller Güter,einschliesslich menschlicher Körper, gerichtet. Das Dasein wird so gestaltet dass die maximale Befriedigung materieller Bedürfnisse befriedigt wird. Die Tendenz ist alle Bestrebungen auf die Erfüllung dieser Aufgaben zu lenken, da es kein anderes Ziel geben kann. Und in all dem haben wir keine Wahl, da wir ja völlig von materiellen Gesetzen bestimmt werden. Es ist auch unmöglich diese abzuschütteln, egal darum ob wir uns in ihnen gefangen fühlen. Da gibt es kein Entkommen. Das ist der Glaube des materialistischen Philosophie.
Eine prägnante subjektivierte Kernaussage der materialistischen Philosophie ist: "Ich bin ein Körper!"
Auch wenn wir diese Aussage vielleicht spontan ablehnen, lohnt es sich das näher zu betrachten.
Ist es nicht so, dass wir selbst uns für die Diener und Gefangenen unseres Körpers halten, dem wir unter Androhung von Hunger, Durst, Krankheit gehorchen müssen?
Ist das Wohlergehen des Körpers nicht die erste und primäre Sorge unseres Lebens? Sogar bis zum Ausmass, dass dies zu einem zentralen Punkt unserer Zukunftspläne oder auch der Einschätzung vergangener Erfahrungen.
Sind wir nicht fast völlig Körper orientiert, "materielastig"?
Da ist wenig(wenn überhaupt) Freiheit dem zu entrinnen.
Auch das Gebiet der Psychologie wird von materialistischen Anschauungen dominiert was sich in der Dominanz der Verhaltensforschung zeigt.
Das hat dazu geführt, dass soziale und ökonomische Einrichtungen üblicherweise versuchen Verhaltensweisen nittels materieller Angebote zu steuern. Fakt ist, das diese Art der Verhaltensbeinflussung tatsächlich funtioniert, da wir rein materialistische Verhaltensweisen angenommen haben.
Doch ein Hauptproblem der materialistischen Philosophie ist die Erklärung des Bewusstseins. Bewusstsein kann schwerlich verneint werden, da es eine universelle Erfahrung ist.
Die gemeinhin akzeptierte materialistische Erklärung ist die, das Bewusstsein eine Nebenerscheinung oder ein Merkmal von Materie ist, das sich herausbildet wenn materielle Objekte einen gewissen Grad an Komplexität erreichen. Lebende Organismen und auch Teile derselben.
Doch wo ist die Festlegung des Grades von Komplexität, ab der Bewusstsein präsent ist. Wenn Säugetiere bewusst sind, sind es dann auch Vögel und Insekten? Wie siehts mir Bakterien und Amöben.
Wenn die Fähigkeit der Reproduktion das Kriterium ist, wie steht es dann mit sich selbst reproduzierenden Proteinmolekülen.
Wie sind unbelebte Objekte zu bewerten? Sollten sie einbezogen werden - und wenn ja- ab welchem Grad der Komplexität? Falls sie ausgeschlossen sind, aus welchem Grund?
Materialisten haben keine Antwort auf diese Fragen."