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16.06.2010, 17:45
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst Beitrag #1 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 25.02.2008
Beiträge: 4.866
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst
Hier kann alles rein , was kulturelle - geistig - seelische Schönheit ( auch aus dem zwischenmenschlichen Bereich ) wiederspiegelt .
... wozu natürlich auch Humorvolles gehören kann ....doch wünschenswert wäre etwas -mit einem gewissen Tiefgang - . Danke . 
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Video :
Flug der Seele
Gesprochen von Ben Becker
If that high world
Wenn Lieb' in jenen Welten blüht,
Die über Sternen ewig währen,
Wenn dort das teure Herz noch glüht,
Dieselben Augen, ohne Zähren, -
Wie schön die unbetretnen Sphären!
Wie süß zu sterben vor der Zeit,
Daß Angst und Trauer sich verzehren
In deinen Strahlen, Ewigkeit!
So muß es sein! – nicht für dein Ich
Bebst du vor jener letzten Schranke
Und möchtest fliehn und klammerst dich
Doch an des Daseins morsche Planke.
Die Zukunft – lieblicher Gedanke! -
Gibt Herz dem Herzen einst zurück,
Und dort im Auferstehungstranke
Trinkt Seel' in Seel ein ewig Glück.
(Übersetzt von Otto Gildemeister 1823-1902)
Aus: Lord Byrons Werke In sechs Bänden
Übersetzt von Otto Gildemeister
Dritter Band Fünfte Auflage Berlin 1903 (S. 134-135)
"Wenn Nacht begräbt des Staubes Schmerzen,
Wohin wird, ach, die Seele fliehn?
Sie stirbt nicht – aus erloschnem Herzen
Muß sie zu andern Reichen ziehn.
Wird sie entkörpert dann auf Sternen
Und Schritt um Schritt zum Himmel gehen?
Wird sie sogleich des Weltalls Fernen,
Ein lebend Aug, entschleiert sehn?
Unendlich, ewig, nie verwesend,
Allsehend, aber unsichtbar,
Das Buch der Erd und Himmel lesend,
Schaut sie im Geist, was ist und war:
Die schwächste Spur aus grauen Jahren,
Die im Gedächtnis dämmern mag,
Das Bild der Dinge, welche waren,
Steht wieder da wie heller Tag."
George Gordon Lord Byron
....wie das Gedicht aber weitergeht ( im Video nicht enthalten )
Wenn Nacht begräbt des Staubes Schmerzen… (II)
"Zurück ins gärende Gewimmel
Des Chaos taucht sie, und hinauf
Bis zur Geburt der letzten Himmel
Sucht sie der Dinge großen Lauf.
Durch künft’ges Werden und Verderben
Umspannt ihr Blick den Flug der Zeit,
Ob Sonn erlischt und Welten sterben,
Reglos in seiner Ewigkeit.
Hoch über Lieb und Haß und Trauer
Lebt sie in reiner, tiefer Ruh;
Äonen fliehn wie Jahresdauer,
Und Erdenjahre wie ein Nu.
Weit, weiter schwebt sie ohne Schwinge,
Ein ew’ger, namenloser Geist,
Durchs All und übers All der Dinge,
Und weiß nicht mehr, was Sterben heißt."
George Gordon Lord Byron
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14.08.2010, 12:04
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst Beitrag #2 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 25.02.2008
Beiträge: 4.866
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Yvelle von Alzheim - Künster - Lebenskünstler
Scheinbar alles schwarz an dem Mann , aber er strahlt so herrlich wie die Sonne
Klasse !!!


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22.09.2010, 00:24
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst Beitrag #3 (permalink)
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Registriert seit: 31.07.2010
Beiträge: 0
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In der „Antigone“ des antiken griechischen Tragödiendichters Sophokles, welches er vor ca. 2500 Jahren geschrieben hat, geht es inhaltlich im Grunde um den Konflikt zwischen dem göttlichen und dem weltlichen Gesetzen.
Zwei Brüder der verfluchten Familie des Ödipus bringen sich im Streit um die Herrschaft gegenseitig um. Ihr Onkel Kreon wird als nächster Verwandter der neue König. Er verabschiedet ein Gesetz, nach welchem der eine Bruder ein ehrenvolles Grab bekommt, der andere aber wegen seiner „Frevelei und seinem Angriff gegen die Heimat“ nicht beerdigt werden darf. Seine Meinung über die Geschehnisse und sein daraus resultierendes weltliches Gesetz klingt für ihn völlig logisch und gar absolut und über den Gesetzen der Götter.
Seine Nichte und Schwester der beiden toten Brüder, Antigone, befindet sich nun im Konflikt, denn sie hält es für eine Pflicht gegenüber den immer geltenden göttlichen Gesetzen, ihren Bruder dennoch zu beerdigen, obwohl diese Tat vom Staat mit dem Tod bestraft wird.
Sie streut symbolisch Staub und Sand über den Leichnam, als Strafe wird sie lebendig eingemauert, Tiere fressen den Leichnam des nicht beerdigten Bruders, das Volk isst die Tiere und eine Seuche bricht aus. Am Ende bringen sich fast alle um und der König muss einsehen, dass seine Gesetze nicht absolut sind und er einen Fehler begangen hat.
Zwischendurch ist es noch witzig mit anzusehen, wie der König ausrastet, weil er sich nicht von einer Frau belehren lassen will, die seiner Ansicht nach Männer kontrollieren und sich gegen die geltenden Gesetze erheben will. Sein Sohn Haimon jedoch erklärt ihm, dass er glaube, dass das ganze Volk schon gegen dieses Gesetz sei aber nicht die Courage besitzt, etwas dagegen zu sagen.
Und wie alle Tragödien der drei großen griechischen Dichter geht es im Grunde darum, eine Katharsis bei den Zuschauern zu bewirken – sie identifizieren sich mit den leidenden, handelnden Personen, erfahren göttliches Recht auf der Bühne und erlernen so für ihr Leben die wichtigen, moralischen und göttlichen Gesetze.
Zur Zeit der Französischen Revolution versuchten vor allem Goethe und Schiller in der Weimarer Klassik, die Dichtkunst der antiken griechischen Tragödie wieder aufleben zu lassen.
Vor allem ging es ihnen um ein Erziehungsideal, sie befürworteten die Ideale der Aufklärung und stellten politische Missstände offen in Frage, aber kritisierten die Französische Revolution auch darin, dass ein radikaler Umsturz nichts bringen würde, sondern nur einen noch radikaleren Gegenpol erschaffen würde -
(was sich durch Napoleons Herrschaft bestätigt hat. Als General während der Revolution aufgestiegen, krönte er sich später selbst zum Kaiser. Er ließ sich übrigens gerne in Posen malen, wo er die Zügel fest in der Hand hielt...)
und stehen für eine langsame Entwicklung. Die göttlichen Gesetze würden sich durch das bewusstere Handeln der Menschen von alleine durchsetzen und die weltlichen Gesetze oder jegliche Formen von Herrschaft von alleine nichtig machen, da diese durch ihre substanzlosen Begrifflichkeiten stets in Willkür und Irrtum enden.
Friedrich Schiller war in der Klassik um einiges provokanter als Goethe, ein Herzog hat ihm sogar das Schreiben aus Strafe eine Zeit lang ganz verboten, weil er sich unerlaubt zur Uraufführung seines Stückes „Die Räuber“ entfernte. Schiller war äußerst kritisch gegenüber der herrschenden Ständegesellschaft, als Zeuge der Ungerechtigkeit und Willkür, benutzte im Gegensatz zu Goethe eine teils rustikale Sprache, baute in seinen Stücken auch heldenhafte Menschen innerhalb der herrschenden Ständegesellschaft, die sich gegen die Herrschaft und gegen die Willkür ihres Standes entschieden, ein.
Intrigen: Der zur Zeit Schillers am württembergischen Hof amtierende Minister Graf Samuel Monmartin hatte mittels gefälschter Briefe seinen Rivalen zu Fall gebracht und sich das alleinige Vertrauen des Fürsten verschafft.
Willkür: in dem Stück "Kabale und Liebe" wird die Willkürherrschaft u.a. auch durch die Darstellung des Journalisten und Dichters Friedrich Schubart kritisiert, der an den Zuständen im Staat Anstoß genommen hatte und ohne gerichtliches Urteil eingekerkert wurde.
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23.09.2010, 07:38
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst Beitrag #4 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 31.01.2009
Beiträge: 1.387
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Zitat:
Zitat von Bob
In der „Antigone“ des antiken griechischen Tragödiendichters Sophokles,....
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Ein toller Beitrag!
(Ich mag sehr griechische Tragödien und Sagen. Goethe und Schiller auch.)
LG
Petra
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23.09.2010, 08:38
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst Beitrag #5 (permalink)
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Registriert seit: 31.07.2010
Beiträge: 0
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ja, weil man etwas aus dem Geschehen in seinem Leben in ihnen wieder erkennt.
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23.09.2010, 16:59
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst Beitrag #6 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 31.01.2009
Beiträge: 1.387
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Zitat:
Zitat von Bob

ja, weil man etwas aus dem Geschehen in seinem Leben in ihnen wieder erkennt.
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Das weiß ich nicht.
Ich mag sie wegen der großen Intensität, die mit meinem Innern resoniert.
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23.09.2010, 17:00
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst Beitrag #7 (permalink)
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Registriert seit: 31.07.2010
Beiträge: 0
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Zitat:
Zitat von Saphira
Das weiß ich nicht.
Ich mag sie wegen der großen Intensität, die mit meinem Innern resoniert. 
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aaah, das hast Du jetzt gut ausgedrückt. so meinte ich das.
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23.09.2010, 17:22
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Kultur - im Sinne der Pflege geistig - seelischer sowie zwischenmenschlicher Kunst Beitrag #8 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 31.01.2009
Beiträge: 1.387
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Zitat:
Zitat von Bob
aaah, das hast Du jetzt gut ausgedrückt. so meinte ich das.
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Wirklich? Das freut mich.
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