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Dhyana

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Alt 04.10.2008, 19:52   Islam Beitrag #33 (permalink)
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danke...Filomena
Gast1907 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2008, 21:05   Islam Beitrag #34 (permalink)
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bettina eine Nachricht über Skype™ schicken
Standard @Piramirin

Zitat:
Zitat von Piramirim Beitrag anzeigen
Hallo Bettina,

wenn ich die Zeit dazu habe, erzähl ich erstmal eine Stunde, wenns geht auch mal zwei, drei oder vier Stunden was über verschiedene Islamformen:
danke.
bin informiert.

Zitat:
Zitat von Piramirim Beitrag anzeigen
Die ganze Komplexizität der Wirklichkeit kann niemand erkennen und anderen vermitteln kann man seine eigenen Erkenntniss immer nur bruchstückhaft.
danke - das liest sich schon angenehmer für mich. da ist doch eine gewisse demut gegenüber der "komplexität der wahrheit" spürbar, die mir vorher gefehlt hat.

Zitat:
Zitat von Piramirim Beitrag anzeigen
Ich kämpfe an gegen ein Gefühl der Panik, tue alles um gelassener zu werden. Panik hilft nie!
ja, das spüre ich...
angst vor überfremdung - angst, mundtot gemacht zu werden:

Zitat:
Zitat von Piramirim Beitrag anzeigen
Gegenfrage: Wie würdest Du das Problem angehen?

Ansichten wie meine unterdrücken?
- angst, die eigene kultur/nation könnte ausgelöscht/überrollt werden...

Zitat:
Zitat von Piramirim Beitrag anzeigen
Ich kenne einige andere Islamwissenschafts-Studenten und junge Wissenschaftler und selbst Muslime, die das genauso sehen wie ich.
Öffentlich sagen kann man das eigentlich nicht. Die Leute reagieren so wie Du, nur weniger gelassen.
also differenziert, kritisch, diskussionsbereit und offen - ist doch super, was willst du mehr?!


und nun zum thema: "was ist zu tun?"
ich greife bewusst nur einen punkt deiner vorschläge auf:

Zitat:
Zitat von Piramirim Beitrag anzeigen
Das mit dem Islam ist auch eine Frage der Masse. Weniger sind ein kleineres Problem als viele. Also was kann man machen, dass es nicht noch mehr werden. Weitere Einwanderung ist garantiert nicht hilfreich.
verstehe ich recht: wir sollten die anzahl der migranten beschränken? ...und/oder konfessionell selektieren?
achtung, schon wieder ironie: also ein atheistischer engländer darf rein, ein indischer sikh vielleicht (!) auch, auch ein protestantischer niederländer darf einwandern, ein "wiedergeborener christ" aus texas (george bush z. b.) ebenfalls, eine orthodoxe muslimische afrikanerin, die erfolgreich vor ihrer beschneidung geflüchtet ist, eher nicht - und ein imam sowieso nicht... die naqshbandiyas dürfen wieder rein, sind ja sufis - oder lieber doch nicht? was meinst du dazu, Piramirim? vielleicht ist das ja auch nur tarnung, wer weiß...
eine psychologisch ausgefeilte, intime gewissensbefragung wäre eventuell schon angezeigt, um so etwas sicher festzustellen... ironie ende

Zitat:
Zitat von Piramirim Beitrag anzeigen

Was würdest Du machen?

ich sehe eine höchst komplexe situation - aber kein einzelnes großes, dickes, hässliches problem, das mit polarisierenden worten zu einem klumpen zusammengeknubbelt werden muss, um es auch für "das schlichteste gemüt" greifbar zu machen und es den menschen dramatisierend hinzuhalten, deren zustimmung man warum-auch-immer will oder deren wahlstimmen braucht oder die "meine zeitung" kaufen sollen oder um irgendwelche einschaltquoten zu halten ...

ich bin außerdem eher pragmatikerin und nur sehr selten "mitteilungsbedürftige meinungsbesitzerin". es zählen taten, nicht worte.
wenn ich im alltag etwas erlebe, zu dem ich nicht schweigen kann/will, dann reagiere ich konkret und sofort - das hat die öffentlichkeitswirkung, die mir liegt.


also werde ich mich - wie schon geschehen - gegebenenfalls wieder vor die kleine schwester eines jungen, aggressiven türken stellen, der sie in eine häuserecke gedrängt, angeschrieen und bedroht hat - mit einem appell an seinen respekt - um mich schließlich (äußerlich völlig ruhig) von ihm mit vor wut recht "feucht gewordener aussprache" und ca. 1 cm abstand zwischen unseren nasenspitzen leicht anspucken zu lassen mit folgenden oder ähnlichen worten: "dich f*** ich doch, du vo**e!"

oder so reagieren wie an meinem geburtstag letztes jahr, als 2 neonazis von einer gruppe muslimischer jugendlicher übel verprügelt zu werden drohten:


Zitat:
Zitat von b.´s tagebuch


vom edlen idealisten zum blutenden volltrottel...


... ist es nur ein kleiner... so kleiner schritt.

vor ca. 2 stunden wäre ich am hauptbahnhof beinahe in eine schlägerei zwischen 2 neo-nazis und 5 - 7 jungen türken geraten... ich hab´ mittendrin gestanden und gerufen: "EEYH!!!! lass´ ihn in ruhe! nich´ gegen zwei!!!" und so was...
wahrscheinlich aufgeputscht vom geburtstagsrausch.
mehr doof als mutig.
aber sie haben aufgehört. wohl nicht wegen mir...
hauptsache keine eingeschlagenen köpfe... (einer hatte schon die umgedrehte bierflasche in der faust und schaum vorm mund - KEIN bierschaum!)
Zitat:
Zitat von LaMer
...
Zitat:
lieber Luke!!! liebe LaMer!!! liebe Elfe!!!

liebenswerte k****!

lieben dank für deinen glückwunsch und für das "blumenkind" -
ich drück´ zurück!

was mein abendliches geburtstags-abenteuer als "trouble-dimmer" betrifft:

vorher im zug, kurz vorm aussteigen, hatte einer von den zwei "jung-ariern" neben mir und hinter einem jungen türken mit schirmmütze gestanden und sehr laut so zeug gezischelt: "...ausländerpack - die gehör´n hier nich´hin. und dann auch noch kappen! die sollten schleunigst machen, dass sie nach hause kommen... und das sollten sie auch ihren eltern sagen..." und BLAH!...
da habe ich die beiden beim aussteigen ziemlich laut "bearbeitet": "was seid ihr für typen? los, sag´! wie kommt ihr dazu, einfach fremde leute anzumachen? ich will wissen, was ihr für welche seid! LOS! jetzt sagt was dazu..."
der provokateur: "das verstehst du nicht!" ich: "unterschätz´ mich nich´!!! jetzt sag´ schon!" er: "wir werden unterwandert... von leuten, die nur drei zähne im mund, aber 8 kinder haben..." ich: "aha, so SIND die - ALLE, ne? und alle deutschen sind nazis - is´klar!"
dann war´n "wir vier" auch schon am busbahnhof angekommen, wo der zierliche junge türke mit der kappe innerhalb von 3 sekunden 4 - 6 freunde mobilisiert hatte, um den beiden neos was auf die mützen zu geben.
der rest: siehe oben!!!
der "kleine" hatte übrigens die bierflasche in der hand - seine kumpel haben ihn festgehalten, so ging´s glimpflich ab.

ich geb´s zu, ich find´s gut von mir, dass ich meinen mund aufmache zu sowas.

wenn du nicht gefragt hättest, hätte ich nicht davon geschrieben...
aber du hast insistiert, und da bleibe ich dir keine konkrete antwort schuldig.


***


wunderbarer, bewegender text von Vanilla!!!
eine wahre perle - danke, Filou.


der sheitan - satan - diabolos - zwietrachtstifter - "teufel" - zweifel...

all das hat in nicht nur einer sprache (griechisch/mittelhochdeutsch) den gleichen wortstamm... der dualistisch funktionierende verstand ist gemeint, genau - danke für die erinnerung!

das herz spricht eine andere sprache!


alles liebe,

bettina



p.s.: ich werde mich langsam, aber sicher aus dem thema zurückziehen, denn die "energie" speziell in diesem thread fühlt sich auf die dauer nicht so gut für mich an. ich hoffe aber, mich dir verständlich gemacht zu haben, Piramirim. verschiedene ansichten können ja glücklicherweise im virtuellen wie auch sonstigen raum ganz friedlich nebeneinander stehen gelassen werden...
bettina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2008, 21:51   Islam Beitrag #35 (permalink)
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Liebe Filomena, liebe Laila,

ich habe gar keinen Zweifel, dass die Mehrheit der Muslime eigentlich herzensgute Menschen sind. Ich habe viele nette Muslime kennengelernt. Das ist wirklich nicht das Problem!

Ich habs schon gesagt, ich habe kein Problem mit einzelnen Muslimen, ueberhaut nicht.

Ich habe Probleme mit dem Regelwerk, das an den klassischen Islamformen dranhaengt. Diese Regelwerk ist die Scharia.

Ich sehe sogar und kann nachempfinden, wie bestimmte Dinge im Islam den Glaeubigen viel Kraft schenkt, etwa des fuenfmal taegliche Gebet.

Der Teil im Islam, den man so mit dem westlichen Begriff "Religion" umschreibt, ist alles kein Problem fuer mich.

Aber wie auch schon gesagt, die klassischen Islamformen umfassen auch ein Rechtssystem und damit ein Gesellschaftssystem, einschliesslich eines Herrschaftssystems.

Alle Versuche der letzten 150 Jahre, das Rechtssystem und alles was damit zusammenhaengt zu reformieren und zu humanisieren, muessen als gescheitert angesehen werden.

Versuche das Rechtssystem einfach vom Islam hart abzutrennen sind ebenfalls gescheitert.

Wie gesagt, es gibt viele Islamformen und hier im Weesten hat jeder die Freiheit seinen eigenen Islam zu leben.

Was ich aber von jedem, mit dem ich ueber solche wichtigen und heiklen Dinge rede, erwarte, ist Wahrhaftigkeit.

Was soll ich mit einem einem Satz, wie dem folgenden anfangen: "Und ja, es gibt Muslime die ihre Kinder Zwangsverheiraten, aber das ist im Islam verboten - sie tun es trotzdem aus Tradition."

Im ist Islam sei Zwangsverheiratung verboten? In welchem Islam muss ich da fragen. In Deinem ganz persoenlichen Islam? Das glaube ich Dir aufs Wort! Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du fuer so was Grausames bist.

Dann schaue ich mir aber die klassischen Rechtshandbuecher an, und in denen steht, recht gleichfoermig, dass der Vater und der Grossvater vaeterlicherseits das Recht hat die Tochter in die erste Ehe zu zwingen. Der arabische Fachausdruck dafuer ist wali mudschbir, Heiratsvormund mit dem Recht Zwang auszuueben.

Fuer eine Eheschliessung nach islamischem Recht braucht eine Frau einen Heiratsvormund, der schliesst die Ehe mit dem Braeutigam, nicht die Frau.

Der Ehevormund kann die Frau also im Normalfall in die Ehe zwingen. So ist es im klassischen islamischen Recht, so ist es heute noch in etlichen islamischen Staaten offizielles Recht und so wird es selbst da praktiziert, wo der Staat es verboten hat.

Das kann man relativ einfach nachlesen und die offiziellen Islamvertreter, die oft z.B. in Saudi-Arabien studiert haben, wissen es natuerlich auch.

Wer ist also bei Aussagen wie oben unaufrichtig? Der einzelne Glaeubige, die Imame und Islamvertreter?

Das ganze System steckt voller Luegen! Warum ist das so, habe ich mich lange gefragt. Ganz einfach, weil die Gewalt, die auszuueben zum System Islam dazugehoert, die Menschen zur Luege zwingt.

Ein System, das den Leuten den Glauben aufzwingt, vergiftet die Herzen.

Auf den Abfall vom Islam steht die Todesstrafe, da ist kaum umstritten. Wer etwas am Islam kritisiert, wird mit dem Tode bedroht, schon Mohammed hat Kritiker ermorden lassen.

Solch ein System der Gewalt und der Luege vergiftet alles. Es macht aus eigentlichen gutherzigen Menschen Luegner und Moerder, beispielsweise von abgefallenen Muslimen.

Ich habe eine Familie kennengelernt, wo der gute Sohn die Schwester ermordet hat. WEIL er sie ermordet hat, ist er ein guter Sohn. Die Schwester wollte einen Nichtmoslem heiraten. Das ist Abfall von Islam, darauf steht der Tod.

Wenn ich in mein Herz schaue, kann ich zu einem System, das so etwas erzeugt, nicht schweigen.

Jeder Muslim, der wirklich ein reines Herz hat, sollte nach der Wahrheit suchen und weder sich noch anderen etwas vormachen. Und wenn er Unrecht sieht, dann soll er alles, was in seiner Macht steht, dagegen tun, und wenn es nur das Reden in Wahrhaftigkeit ist.

Ein aufrechter Moslem sollte herausfinden, was in den traditionellen Rechtsbuechern steht, das ist, glaube ich, nicht zu viel verlangt. Wenn er von den Imanen belogen wurde, sollte er das sagen, oeffentlich!

Wer zur Luege schweigt, macht sich mitschuldig. Wie kann man da ein reines Herz haben?
Piramirim ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2008, 22:29   Islam Beitrag #36 (permalink)
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Liebe Bettina,

als ich sagte, die Leute reagieren wie Du, meinte ich, dass sie einem vorwerfen, "Meinungsmache" oder gar "Hetze" zu betreiben, wenn man Tatsachen nennt, die den Islam in keinem guten Licht erscheinen lassen.

Anstaendige Menschen sagen nur Gutes ueber den Islam, das ist mitlerweile eine verbreitete Meinung, bei denen, die den oeffentlichen Diskurs beherrschen.


Dass das System Islam soviel Leid erzeugt, hat strukturelle Gruende. Deshalb muss man bei allen verschiedenen Islamformen auch ueber den Islam sprechen, oder besser ueber das System Islam.

Dieses System ist ein Unrechtssystem, genauso wie Kommunismus und Nationalsozialismus. Natuerlich sind gute Taten, wenn sie denn was bewirken, zu begruessen.

Ich denke, das Problem geht aber tiefer. Das System Islam beginnt schon bei uns in Europa zu wirken. Es erzeugt durch Gewalt Angst und Luege.

Wenn man viele Muslime in einem sozialen Unfeld hat, beginnen bestimmte Prozesse, die die Menschen nicht besser machen, sondern schlechter. Mit der Luege faengt es an.
Piramirim ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2008, 23:13   Islam Beitrag #37 (permalink)
 
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Danke Bettina - auch ich werde mich aus diesem Tread zurückziehen. Da schreibe ich lieber wieder mal was in unserem elastischen Islamtread.

Für mich ist das Thema beendet.
Gast1471 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2008, 23:32   Islam Beitrag #38 (permalink)
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Bettina und Filomena,

Ihr habt recht, gut fuehlt sich eine offene Islam-Diskussion nicht an. Es geht einem bestimmt besser, wenn man mehr nach innen schaut, als nach aussen.

Mir macht diese Diskussion nicht wirkich Spass und ich weiss, dass ich mir damit nicht unbedingt Freunde mache.

Warum tue ich es dann trotzdem? Weil ich das Gefuel habe, nicht schweigen zu duerfen.

Heute fragen sich viele, warum so viele geschwiegen haben zu Unrechtsystemen. Sie sollten sich fragen, warum sie heute zum System Islam schweigen. Der Preis, den man dafuer bezahlt, ist noch nicht so hoch, aber er wird spuerbar hoeher.

Die Freunde, die ich finde, obwohl ich das sage, was ich sage, sind keine Wohlfuehl-Freunde.

Ich hatte mal viele Wohlfuehl-Freunde, aber die waren in schwierigen Zeiten ganz schnell weg.
Piramirim ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2008, 23:50   Islam Beitrag #39 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Piramirim
Wenn man viele Muslime in einem sozialen Unfeld hat, beginnen bestimmte Prozesse, die die Menschen nicht besser machen, sondern schlechter.
puh - du haust da dinger raus, ich glaube, du merkst es nicht einmal...
aus diesem statement spricht schon ein gerüttelt maß religions-chauvinismus und menschenverachtung...


Zitat:
Zitat von Piramirim Beitrag anzeigen
Wenn ich in mein Herz schaue, kann ich zu einem System, das so etwas erzeugt, nicht schweigen.

Jeder Muslim, der wirklich ein reines Herz hat, sollte nach der Wahrheit suchen und weder sich noch anderen etwas vormachen. Und wenn er Unrecht sieht, dann soll er alles, was in seiner Macht steht, dagegen tun, und wenn es nur das Reden in Wahrhaftigkeit ist.

Ein aufrechter Moslem sollte herausfinden, was in den traditionellen Rechtsbuechern steht, das ist, glaube ich, nicht zu viel verlangt. Wenn er von den Imanen belogen wurde, sollte er das sagen, oeffentlich!

Wer zur Luege schweigt, macht sich mitschuldig. Wie kann man da ein reines Herz haben?

lieber Piramirim, hier dein gesellschaftliches ideal - die hutterer - zum vergleich:


http://de.wikipedia.org/wiki/Hutterer

ein auszug:
Zitat:
Zitat von wikipedia
Ehe, Familie, Frauen [Bearbeiten]

Aus Gründen der Inzestvermeidung sind die Ältesten der Kolonien für die Ehevermittlung zuständig. Die Letztentscheidung über eine Eheschließung trifft die Familie der Braut. Diese zieht nach der Eheschließung in die Gemeinde ihres Ehemannes um. [10]

Den Frauen ist es verwehrt, in der Gemeinde verantwortliche und vor allem leitende Positionen zu bekleiden. Auch in den Gottesdiensten der Gemeinschaft haben sie – abgesehen vom gemeinsamen Gesang – zu schweigen. Das gesamte Gemeinschaftsleben der Hutterer ist von einer strikten Geschlechtertrennung bestimmt.

Familien mit zehn bis zwölf Kindern sind keine Seltenheit. Die Geburtenrate der Hutterer gehört zu den höchsten der Welt. Bis heute werden in der Wissenschaft Rechenmodelle verwendet, in denen die Geburtenrate der Hutterer als Maximalwert integriert ist.[11]

Erziehung, Schule und Berufsausbildung [Bearbeiten]


Da bei den Hutterern auch die Frauen berufstätig sind, gibt es eine gemeinsame vorschulische Kinderbetreuung, die Klankinderschuel. In der Regel besuchen die Kinder diese ab einem Alter von zweieinhalb Jahren. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die lange Tradition dieser Einrichtung. Bereits im 16. Jahrhundert wurden die hutterischen Kinder in dieser Art betreut. Damit dürfte die Klankinderschuel zu einem der ältesten Vorläufer des Kindergartens zählen.

Obwohl bei den Hutterern seit dem 16. Jahrhundert Schulpflicht besteht, schicken sie ihre Kinder nicht auf staatliche Schulen. Sie haben ein eigenes Schulwesen entwickelt. Die Kinder werden sieben Jahre im Lesen und Schreiben sowie Rechnen ausgebildet. Die Ausbildung der jungen Hutterer ist mit dem 15. Lebensjahr abgeschlossen. Höhere Bildung streben die Hutterer nicht an, denn vorrangiges Ziel der Ausbildung ist das Eigenstudium der Worte Gottes sowie die Vorbereitung für die berufliche Ausbildung. Lehrer genießen aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung für die Bewahrung der Tradition hohe Anerkennung in der Gemeinde. Die Erziehung der Kinder, auch durch Stockhiebe, obliegt ihnen.[12] In Kanada müssen die Kinder zusätzlich zum gemeinschaftlichen Unterricht eine staatlich verordnete Schulausbildung durchlaufen. Dazu kommt in regelmäßigen Abständen eine staatlich anerkannte Lehrerin in die Gemeinde.

...


Die hutterische Siedlung
[Bearbeiten]

Die Hutterer siedeln in abgeschiedenen Gegenden und leben vor allem von der Landwirtschaft. Sie gründen eigene Gemeinden, die als Bruderhöfe bezeichnet werden. Ein solcher Bruderhof ist hoch funktional aufgebaut. Er besteht neben den Wohnhäusern aus der Küche mit gemeinsamem Speisesaal, Kindergarten und Schule. Des Weiteren existieren eine Reihe von Wirtschaftsgebäuden (Schmiede, Buchdruckerei, Schreinerwerkstatt) sowie Stallungen für Vieh, Schweine, Enten, Hühner und Gänse. Auf einem Bruderhof leben gewöhnlich bis zu 120 oder 150 Menschen. Wenn diese Größe erreicht ist, gibt es nicht genug Beschäftigung für alle Mitglieder, so dass eine Aufspaltung der Gemeinde erfolgen muss. Rund die Hälfte der Bewohner gründet eine neue Gemeinde, deren Grundrisse dem der Muttergemeinde gleichen. Da die Geburtenrate überdurchschnittlich hoch ist, kommt es ungefähr alle 20 bis 25 Jahre zu einer solchen Aufspaltung. Eine derartige Neugründung stößt zum Teil heute noch auf Protest in der lokalen Bevölkerung.

Auf einem Bruderhof gibt es keine Arbeitslosigkeit und kaum Kriminalität. Alte, kranke oder behinderte Personen werden nicht isoliert, sondern nehmen so gut es geht am Gemeinschaftsleben teil. Die Hutterer nehmen die sozialen Wohlfahrtseinrichtungen, bis auf das Gesundheitssystem, nicht in Anspruch. In der landwirtschaftlichen Produktion greifen die Hutterer auf modernste Technologien zurück (Düngung, moderne Mähdrescher etc.). Die Überschüsse werden in der nächsten Stadt verkauft, die Gewinne für die nächste Neugründung der Gemeinde angespart. In Gegenden, wo es zahlreiche Bruderhöfe gibt, spielen die Hutterer oft eine nicht unerhebliche Rolle in der Landwirtschaft. [13]

Sterben in der Gemeinde [Bearbeiten]

Der Tod eines Gemeindemitgliedes ist Anlass für die Mitglieder der umliegenden Gemeinden, der Totenfeier beizuwohnen. Dabei wird zwei Tage am Totenbett gewacht, gebetet, gesungen und gespeist. Der Tote wird anschließend auf einem eigenen Friedhof (dem Todtengarten) beigesetzt.

Die Hutterische Sprache [Bearbeiten]

...

Herausforderungen im 21. Jahrhundert [Bearbeiten]

Die Verdrängung der deutschen durch die englische Sprache könnte dazu führen, dass die Aufzeichnungen über die gemeinsame Geschichte der letzten 300 Jahre unverständlich werden. Es besteht die Gefahr, dass mit der Sprache auch ein Teil der Identität verloren geht. Auch die zunehmenden Kontakte mit der Außenwelt durch den Einzug neuer Kommunikationstechnologien (vor allem des Telefons) sowie die zunehmende Automobilisierung der Hutterer lassen in Zukunft eine stärkere Einflussnahme der amerikanischen Kultur auf das hutterische Gemeinwesen vermuten. Die Hutterer werden einen Weg finden müssen, mit diesen äußeren Einflüssen umzugehen, um zu vermeiden, dass jüngere Anhänger die Gemeinde verlassen.[14] Des Weiteren können die staatliche Gesetzgebung sowie schwankende Marktpreise große Auswirkungen auf die Stabilität der Kolonien haben. [15]

Gegenpositionen [Bearbeiten]
Quellenangaben
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Hutterer ordnen sich stark den Erfordernissen der Gemeinschaft unter. Kritisiert wird vor allem die fehlende Selbstbestimmung ihrer Anhänger. So sind die Mitglieder stark emotional an die Gruppe gebunden. Bestrafungen abweichenden Verhaltens können im Ausschluss aus der Gemeinde enden. Die Gemeindemitglieder haben so gut wie keine Privatsphäre. Die Bewegungs- sowie die Meinungsfreiheit sind stark eingeschränkt. Die Glaubensausrichtung kann als fundamentalistisch bezeichnet werden. Die Unterordnung der Frau unter den Mann sowie die strikte Geschlechtertrennung sind weitere Kritikpunkte. Da die Mitglieder relativ abgeschottet leben, gibt es so gut wie ausschließlich Partnerschaften zwischen den Hutterern, was ihnen den Vorwurf des Inzest einbrachte. Die Züchtigung und Konditionierung der Kinder in der Schule durch Prügelstrafen bietet Anlass für weitere Kritik.
was siehst du?
kann es sein, dass du, genau wie du es anderen bzgl. des islam vorwirfst, das unschöne ausblendest... ?
oder hast du es gar gesehen und dazu geschwiegen?

worauf ich meinen focus richte, das vergrößert sich in meiner wahrnehmung.

vielleicht hast du einfach mit liebenden augen geschaut.
dieser liebevolle blick muss ja nicht auf die hutterer beschränkt sein.

Vanilla hat es schön auf den punkt gebracht - ich selbst komme aus einer anderen richtung, bin aber auf demselben weg... lies doch noch einmal mit offenem herzen, wenn es dir das wert ist, Piramirim:


Zitat:
Zitat von Vanilla Beitrag anzeigen
Und es ist überhaupt nicht wichtig, welchen Weg ein Mensch geht, oder ob er verschiedene Wege geht - letztlich geht es um Selbsterkenntnis und das EINE zu verwirklichen - anders ausgedrückt diese Einheit zu realisieren, das sie IST und dass sie die WIRKLICHKEIT ist.

Solange du dich darauf konzentrierst welche Wege andere gehen und ob die richtig oder falsch sind - entfernst du dich von dir selber, so lebst du im Kopf, im Verstand - im Islam und im Christentum wird der Verstand als Sheitan/Satan symbolisiert. Wer im Herzen lebt, der fühlt seine Gedanken mehr, als dass er mit dem Kopf denkt - Gedanken und Gefühle verschmelzen.

Kümmere dich um deinen eigenen Weg, das ist das beste was du tun kannst, strebe nach der inneren Harmonie, Frieden und Glücklichsein - wenn du das realisieren kannst. Dann sind alle Probleme mit dem Islam und den Muslimen weg.

SO!
was meine postings betrifft: thread zu!
und alle schubladen auf!


alles liebe,

bettina

Geändert von bettina (05.10.2008 um 00:05 Uhr)
bettina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2008, 23:58   Islam Beitrag #40 (permalink)
 
Registriert seit: 11.08.2007
Beiträge: 0
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Lieber Piramirim

nur jeder einzelne, wenn er in seinem Herzen im Frieden ist, kann seine Welt retten. Jeder Mensch erfährt die Welt anders - ich erfahre eine friedliche Welt - deshalb kann ich auch nicht mitreden in einer Welt, die ich gar nicht kenne. Ich kann also nur von meinem Standpunkt aus sehen, denken und fühlen.

Und so geht es jedem einzelnen Menschen und jeder Mensch, der in sich selber den Frieden erschafft ist ein Retter seiner Welt.

Vielleicht verstehst du jetzt, warum Allah im Qur'an von Welten und nicht von Welt spricht. Er spricht immer Herr der Welten. Und Er sagt auch: Und es fällt kein Blatt zur Erde, ohne dass ich nicht darüber Bescheid wüsste. Das bedeutet doch, dass Allah überall ist - in jedem Herzen innewohnend. Nun - so sieht Allah eben durch viele Augen jedes Auge entdeckt eine Welt. Doch deine Welt und meine Welt sind verschieden - ich bin bewusst und sorge dafür, dass keine üblen Gedanken in mein Herz gelangen - deshalb sehen die physischen Augen eben eine friedliche Welt.

Sobald aber der Mensch beginnt mit den Augen des Herzens zu sehen, dann sieht er wirklich.

Das was du tust, ist dein gedankliches Feindbild zu projizieren - du denkst, wie viele junge Menschen - weltlich. Wenn du dein Schweigen brichst, könntest du die "Welt" verändern? eine Hetzkampagne starten, oder was? - aber die sichtbare materielle Welt ist wie ein Spiegel, sie reflektiert nur. Ramana Maharshi wurde ja von vielen auf den Weltfrieden ect. Krieg angesprochen. Aber Ramana sagte dasselbe wie ich auch sage> erforsche, erkenne dich Selbst, gehe der Spur des "ICH BIN" nach.

Es heisst ja wie Innen so Aussen - es heisst nicht umgekehrt, wie Aussen so Innen.

Und, dass du dich nicht gut fühlst bei der Diskussion sollte dich auch nachdenklich machen und fühlen ob du dir weiterhin so weh tun möchtest.
Gast1471 ist offline   Mit Zitat antworten
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