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Advaita, Satsang, Erleuchtung, Erwachen

Gespräche über "DAS" (Selbst, Ich-bin, Sein, Erleuchtung, Erwachen, Moksha, das Unbeschreibbare)


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Alt 09.11.2004, 01:20   Interview mit Karl Renz(englisch) Beitrag #17 (permalink)
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Beiträge: 139
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Hi,

Da ich momentan ohnehin in "Übersetzerlaune" bin, hab ich mich mal an einer Übersetzung des Textes versucht. Ist stilistisch vielleicht nicht ganz so astrein und hier und da etwas "holprig", aber ich hoffe mal, das Wesentliche kommt rüber.

Zitat:
F: Was meinst du mit dem Wort „Realisation“? Die meisten Menschen halten es für so etwas wie ein Verstehen.
K: Schau dir einfach mal nebeneinander die Wörter „real“ und „Realisation“ an. Es ist das Reale (Wirkliche) und auch die Entfaltung des Realen innerhalb von Zeit und Raum.
F: Ist Realisation etwas, das sich früher oder später zu erkennen gibt, oder sind Voraussetzungen für die Realisation notwendig?*
K: Gibt es je einen Moment in der Zeit, in dem das Selbst nicht realisiert ist? Das, wofür du dich hältst, wird niemals realisiert werden. Wie kann eine Vorstellung oder ein Objekt realisiert werden? Realisation bedeutet hier, dass Bewusstsein, das einmal mit einem Objekt identifiziert war, grenzenlos wird; es wird sich dessen bewusst, Bewusstsein zu sein. Doch das Selbst ist niemals erleuchtet oder unerleuchtet. Es ist immer vor allen Vorstellungen von Erleuchtung oder Nicht-Erleuchtung, egal was du darüber sagst. Alles was du darüber sagen kannst, ist ein Konzept.
F: Gibt es einen Unterschied zwischen deinem Leben jetzt und vor deiner Realisation?
K: Es gibt „niemanden“, der jemals etwas realisiert hat, noch nicht einmal Karl, der Teil dieser Realisation ist. Vielleicht meinst du die letztendliche Resignation, die absolute Resignation – wenn man voller Verlangen, sich verbessern oder verändern zu wollen, wirklich sieht, dass es weder jetzt noch sonst irgendwann einen Ausweg aus dem gibt, was man ist. Du kannst niemals zu dem werden, was du bereits bist! Es ist nichts, was „passieren“ kann, es ist einfach ein „Aha“ – ein Sehen, dass du das, was du bist, immer warst und immer sein wirst. Was du bist, ist außerhalb der Zeit. Zeit existiert wegen dir; sie reflektiert lediglich das, was du bist.
F: Das ist wie das letzte Ausatmen, der letzte Atemzug des Ego.
K: Es gab niemals ein Ego, das atmete. Es gibt keinen „letzten“ Atemzug, weil es nie einen „ersten“ Atemzug gab. Mach keinen Vorgang daraus. Es gibt keinen Vorgang. Du siehst einfach, dass was du bist, das einzig Wirkliche ist, und dass es nie von einer Wahrnehmung berührt war. Das ist nichts neues. Es ist uralt und unendlich. Nur das: „Aha, oh, Unendlichkeit“ – und alles, was es gibt, ist das Unendliche, und das ist weder eine Erfahrung noch ein Ereignis.
F: Die gängige Vorstellung des Menschen ist: „Ich bin bewusst. Eine meiner Eigenschaften ist Bewusstsein.“ Aus dieser Vorstellung eines „Eigentümers“ entsteht also die Vorstellung, Bewusstsein zu besitzen?
K: Das geschieht aufgrund des Gefühls der Trennung. Was daraus folgt ist das Gefühl, eine getrennte Person zu sein, was genauso falsch ist. Du willst sagen „Bewusstsein spielt die Rolle einer Person, doch es gibt keine Person, die ein Bewusstsein ‚besitzt‘“. Wenn es überhaupt irgendeinen Besitz gibt, dann höchstens das Bewusstsein, das eine Person „besitzt“, weil es die Rolle einer Person spielt.
F: Also erschafft das Bewusstsein ein Bild.
K: Es gibt keinen Schöpfer und keine Schöpfung. Es gibt nur das eine Selbst, und die Entfaltung des Selbst ist eine unendliche Entfaltung. Weil es nichts außerhalb des Selbst gibt, kann es keinen separaten Schöpfer und keine separate Schöpfung geben. Aus dieser Entfaltung heraus wird das „Ich“ als Gewahrsein zum Gedanken „Ich bin“; und aus dem Gedanken „Ich bin“ entsteht das Gefühl „Ich bin ein Objekt innerhalb der Zeit“. All dies ist Teil der Selbstentfaltung.
F: Du sprichst anscheinend von drei Ebenen: dem „Ich“, dem „Ich bin“ und dem „Ich bin das“.
K: Das ist bloß ein Konzept. Das einzige, was nicht konzeptuell ist, ist das Selbst. Mit Konzepten kannst du die Dinge aus unendlich vielen Blickwinkeln betrachten und dabei neue und andere Konzepte erfinden. Das bedarf keiner Erklärung! Es geht nur ums Sehen: darum, auf den Kern hinzuweisen, zu sehen, dass nur das Selbst die Wirklichkeit ist. Und diese Wirklichkeit ist vor allen Vorstellungen von Existenz oder Nichtexistenz. Jede Vorstellung, die auftaucht, ist Fiktion. Das, was vor der Fiktion, vor den Vorstellungen liegt, ist das, was du bist. Ein Konzept durch ein anderes Konzept zu ersetzen, um ein „klares“ Konzept zu bekommen, bringt keinerlei Vorteil. Das hat nichts mit Verstehen zu tun. Wir unterhalten uns hier über das, was du bist, und das erfordert kein Verstehen oder Wissen darüber, wie es funktioniert. Sieh einfach! Das Selbst ist alles, und was auch geschieht findet nur im Selbst und durch das Selbst statt.
F: Aber die Leute kommen hierher, weil sie verstehen wollen, aus der Geschichte herausfinden wollen, etwas realisieren wollen.
K: Die Leute kommen, um einen Ausweg zu finden und ich zeige ihnen, dass es keinen Ausweg gibt. Sie kommen vielleicht, um zu sehen, dass die Vorstellung von einem Ausweg bei ihnen auftaucht, weil sie glauben, dass es jemanden gibt, der einen Ausweg benötigt. Wenn ich ihnen zeige, dass das, was sie sind, überhaupt nichts braucht, und dass keinerlei Notwendigkeit besteht, das zu verlassen, was sie bereits sind, sehen sie vielleicht auf dem direkten Weg, dass alles, was sie wahrnehmen, nicht sie selbst sind. Ohne den absoluten Wahrnehmenden wäre nichts anwesend. Selbst der relative Wahrnehmende, die Person, ist Teil der Wahrnehmung. Die Vorstellungen von einem Wahrnehmenden, dem Vorgang der Wahrnehmung und dem wahrgenommenen Objekt sind nur ein Teil dieser Realisation. Obwohl die Entfaltung eine Funktion des Selbst ist, ist das Selbst stets absolute Stille und von jeglicher Entfaltung unberührt. Letztlich gibt es keine Entfaltung von irgendetwas, selbst das ist ein Konzept. Ramana Maharshi sagte, dass man ein Konzept dazu verwendet, um ein anderes Konzept zu beseitigen, und dann werden beide verworfen. All das dient nur dem Zweck, zu erkennen, dass was du bist, kein Konzept ist. Und diese absolute Erfahrung wird gesehen, wenn du in totaler Leerheit bist. Dann gibt es kein Zweites. Wenn es nichts wahrzunehmen gibt, ist das, was bleibt, immer noch das, was du bist. In dieser totalen Leerheit ist es nicht möglich zu sagen, ob du bist oder nicht. Daher existierst du sogar ohne eine Vorstellung oder Wahrnehmung. Du bleibst was du bist, selbst wenn dieses Gefühl eines „Ich“ nicht mehr existiert.
F: Das zu sehen ist ein großer Schritt, ein tiefgreifender Perspektivwechsel.
K: Wenn du siehst, dass niemals etwas geschehen ist, gibt es keine Schritte mehr. Du bist, was du immer gewesen bist und immer sein wirst. Der Rest ist einfach Leela – ein Theaterstück. Das Selbst hängt von nichts ab. Ob du das Selbst als Quelle von allem siehst oder nicht, hat für das Selbst keinerlei Nutzen, da es weder etwas realisiert noch ignoriert. Sich an einem bestimmten Punkt über etwas klar zu werden ist bedeutungslos, wenn du selbst Klarheit bist. In diesem Sinne bist du nichts wert.
F: Das Selbst ist ziemlich gemein. Zuerst erschafft es Menschen, die nichts wert sind und dann fühlen diese Menschen, dass sie leiden. Und das Selbst hat die ganze Zeit seinen Spaß.
K: Das Selbst ist nicht der Verwalter dessen, was sich entfaltet. Das Selbst ist wie es ist, und es ist in sich vollkommen. Es ist die Abwesenheit aller Vorstellungen darüber, was das Selbst ist oder nicht ist, und diese Abwesenheit ist vollkommenes Glück und Zufriedenheit. Komme immer auf den folgenden Punkt zurück: Sei vor dem, was in der Zeit existiert. Sieh, dass du von dem, was von den Sinnen wahrgenommen wird, nicht berührt werden kannst.
F: Sprichst du von reinem Gewahrsein ohne Objekt?
K: Gewahrsein ist die erste Entfaltung; sie ist ein Gefühl des Selbst, das sich der Existenz gewahr ist. Also gibt es ein Selbst, das sich seiner Getrenntheit gewahr ist. Auf diese Weise ist Gewahrsein bereits Teil der Trennung.
F: Weil Gewahrsein bereits eine Funktion des Selbst ist?
K: Genau. Es ist Teil der Funktion, doch es ist nicht das, was funktioniert. Du kannst es die Quelle des „Ich bin“ nennen, das die Quelle von „Ich bin Karl“ ist, doch du kannst nur wirklich zur Ruhe kommen, wenn du siehst, dass alles, was du definierst, nicht das sein kann, was du bist. So wie sich das Auge selbst nicht sehen kann, kann der absolute Definierer nicht definieren, was der Definierer ist. Was du bist kann gar nicht umhin, in dem zu ruhen, „Was ist“, und kann auch in nichts anderem ruhen, weil das Selbst alles ist, was ist. Und du kannst ihm nicht entkommen, weil alles das Selbst ist – wo auch immer du hingehst bewegt sich niemand und niemand steht still. Sieh einfach die Totalität dessen, was du bist, selbst in der Welt von Zeit und Raum. Die Totalität ist alles, was ist. Die Entfaltung des Absoluten ist so absolut wie das, was sich entfaltet. Selbst dieses Bild, dass sich „Ich“ nennt, das morgens auftaucht und abends wieder verschwindet, braucht keine Realisation. Solange du glaubst, dass du dieses Bild bist, solange dieser „Ich“-Gedanke deine Realität ist, ist das Selbst nur eine Vorstellung. Es ist Bewusstsein, das das Selbst sucht.
F: Solange wir uns für eine Person halten, die in der Zeit gefangen ist, wird es immer Schwierigkeiten geben.
K: Und es gibt keinen Ausweg.
F: Meinst du, dass das identifizierte Bewusstsein immer existieren wird?
K: Genau. Das wird es immer geben, weil identifiziertes Bewusstsein (Bewusstsein, das sich selbst einbildet, auf ein Objekt beschränkt zu sein) Teil des Unendlichen ist.
F: Doch was in der Zeit existiert, sieht das nicht so.
K: Was in der Zeit ist, sieht niemals, weil es keine Zeit und daher auch nichts innerhalb der Zeit gibt. Nur das Selbst sieht. Es spielt keine Rolle, wie das Selbst sieht: in der Zeit, aus der Zeit heraus, oder vor der Zeit. Das Selbst nimmt wahr, und was es wahrnimmt ist nur das Selbst, weil das Selbst alles ist, was es gibt.
F: Doch Wahrnehmung erfordert Zeit!
K: Zeit entsteht aus der Vorstellung eines „Ich“. All diese Vorstellungen sind nur Teil der Entfaltung der Totalität, des Selbst. Auch wenn du das wahrnimmst, was als begrenzte Zeit erscheint, und was scheinbar entsteht und vergeht, bedeutet das nicht, dass es in etwas Endlichem wie der Zeit existiert.
F: Wie ist das mit dem Leiden? Der Buddha sagte, es gibt ein Ende des Leidens.
K: Suche den Anfang des Leidens. Wenn du den Anfang finden kannst, dann bist du vielleicht in der Lage dazu, das Ende des Leidens zu finden. Hat Leiden jemals angefangen? Damit Leiden anwesend sein kann, braucht es einen Leidenden, also suche zuerst nach dem Leidenden. Solange du das „Ende“ des Leidens suchst, wird es auch weiterhin einen Leidenden geben. Das Gefühl von „Ich bin“ bringt einen Leidenden mit sich – vielleicht nicht Leiden – doch in jedem Moment ohne Aufmerksamkeit kann es zum Leiden kommen. Daher ist der einzige Weg, die Vorstellung eines Leidenden auszulöschen. Wenn der Leidende erloschen ist, wo ist das Leiden? Das völlige Erlöschen des Leidenden kann nur stattfinden, wenn du wirklich siehst, was du bist – wenn du dich selbst als das wahrnimmst, ohne Anfang und ohne Ende. Wenn diese Manifestation als nichts anderes als das Selbst gesehen wird, kommt es zum absoluten Erlöschen des Gefühls der Trennung, des Gefühls, als separates Selbst zu existieren.
F: Was ist der Unterschied zwischen dem erfahrenen Sucher, der vielleicht schon seit fünfzig Jahren Gesprächen wie diesem zuhört, und dem Metzger, der nicht an diesem Thema interessiert ist, sondern viel Geld verdienen, ein nettes Haus haben und einfach glücklich sein will?
K: Gute Steaks, gutes Schnitzel! Ja, beide wollen glücklich sein, absolut glücklich. Aufgrund der Unwissenheit darüber, was sie bereits sind, streben sie – als Bewusstsein – nach absolutem Glück. Die Vorstellung der Trennung geht mit einem Gefühl der Unvollkommenheit einher, das alle beide dazu treibt, nach Vollkommenheit zu suchen, nicht wissend, dass sie die absolute Vollkommenheit selbst sind. Deshalb sind sowohl der Metzger als auch der Sucher Bewusstsein, das nach Befriedigung sucht. Da gibt es keinen Unterschied.
F: Doch hilft es nicht, wenn man dir über den Zeitraum von mehreren Jahren immer wieder zuhört? Welchen Rat würdest du dem aufrichtigen Sucher geben, der sein oder ihr Leben dem Streben nach Erleuchtung widmet?
K: Stelle dir vor, es gäbe jemanden, dem geholfen werden könnte und jemanden, der helfen könnte. Das wäre die Hölle. Höre niemandem zu, noch nicht einmal dir selbst. Alles, was du wahrnimmst, kannst nicht du sein. Alles, was du verstanden hast, kannst du wieder vergessen. Und der Glaube an ein Wesen, das sich über etwas „klar werden“ kann, ist nicht das, was du bist.
F: Aber es gibt die Ansicht, dass das Ego langsam und graduell immer weniger wird.
K: Weniger Ego, mehr Ego. Was verschwinden kann, kann sicher auch wieder auftauchen. Das Ego, das verschwindet, kommt vielleicht früher oder später zurück. Schau zuerst, was wirklich erscheint und ob diese Erscheinung real ist. Dann: Wen kümmert eine Erscheinung? Das ist die wichtigste Frage, die gestellt werden sollte, und nicht die Frage danach, was kommt und geht. Wie unsinnig, sich um eine Erscheinung zu kümmern. Das ist Unwissenheit, der Glaube an ein separates Selbst, das eine Erscheinung für wirklich hält.
F: Was hat es mit den Vorstellungen der Reinheit auf sich: ein reines Leben zu leben und nach Güte zu streben wie der Bodhisattva?
K: Das ist die Erhaltung des Dharma. Es hält den Dharma am Leben. Es erhält Leela am Leben.
F: Ist es von Vorteil, gut zu sein?
K: Solange du gut sein willst, ist es ein Vorteil, gut zu sein. Und solange du glaubst, dass Gutsein dich glücklich macht, dann ist es besser für dich, gut zu sein.
F: Doch es macht einige Menschen verrückt, böse zu sein.
K: Ja, auf die selbe Weise. Beides stammt aus der Unwissenheit, dass man etwas anderes braucht als das, was man ist, um vollständig oder glücklich zu sein. Sieh einfach, dass was du bist vollkommen ist so wie es ist, und dass Vorstellungen von Unvollkommenheit lediglich Vorstellungen sind und Vollkommenheit als solche nicht berühren können.
F: Doch wenn ich nun weiß, dass ich „kein Ding“ bin, dass ich „keine Form“ habe?
K: Die Vorstellung „Ich bin ohne Form“ oder „Ich bin nicht“ erfolgt immer noch innerhalb des Bereichs der Trennung. „Wer“ ist es, der keine Form hat, jedoch eine braucht? Sieh einfach, dass das, was in der „Nicht-Form“ existiert, auch in der Form existiert. Ich bin immer noch der selbe, ob mit Form oder ohne Form. Ohne das Gefühl der Verschiedenheit, ohne das Gefühl der Trennung, ist alles vollständig. Du benötigst keine besonderen Zustände. Was du bist, existiert in jedem Zustand. Die Zustände, die wir Geburt oder Tod nennen, können dich niemals berühren. Du bist vor dem Gefühl von Geburt und Tod. Was du bist, existierte, bevor dieser Körper geboren wurde. Sieh, dass du totales Mitgefühl bist, dass dir nichts passiert, dass alles, was erscheint, deshalb ist, weil du bist. Es gibt keinen Unterschied zwischen diesem Auge, das auf etwas schaut, und dem anderen Auge; du bist das unendliche Auge, das aus verschiedenen Blickwinkeln in das hineinschaut, was du bist. Du bist die unendliche Wahrnehmung, die nur Selbst-Information wahrnimmt. Das Wichtigste, das es zu erkennen gibt, ist, dass keine Notwendigkeit für einen Ausweg besteht. Und in dieser Resignation – dass du die Essenz oder die Substanz all dessen bist, was ist – gibt es keinen Ausweg, weil du die Quelle dessen bist, was ist. Nur dann kommt es zu Frieden.
*) Dieser Satz war für mich am kniffligsten. "precursor" ist üblicherweise ein "Vorbote" oder ein "Anzeichen". Kann jedoch auch "Vorbedingung" oder "Voraussetzung" heißen (allerdings nur im biologischen Sinne). Ich weiß nicht genau, worauf die Frage abzielt. Ich hab's mal so stehen lassen, und in dieser Bedeutung geht die Frage in die Richtung "Muß ich etwas für die Realisation tun?"


lg,

Norman
Norman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2004, 02:26   Interview mit Karl Renz(englisch) Beitrag #18 (permalink)
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Hallo Norman

Zitat:
Zitat von Norman
Da ich momentan ohnehin in "Übersetzerlaune" bin, hab ich mich mal an einer Übersetzung des Textes versucht. Ist stilistisch vielleicht nicht ganz so astrein und hier und da etwas "holprig", aber ich hoffe mal, das Wesentliche kommt rüber.
Wow, was für eine Arbeit du dir gemacht hast. (Ich darf gar nicht dran denken, wieviel Zeit da drin steckt)

Danke!! Da werden sich einige sehr darüber freuen.

Liebe Grüße
Marina
Marina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2004, 05:26   Interview mit Karl Renz(englisch) Beitrag #19 (permalink)
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*donnerknispel*......danke norman!!!

lg.
angel
Anonymous ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2004, 13:11   Interview mit Karl Renz(englisch) Beitrag #20 (permalink)
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Lieber Norman!

... Hab Dank für den schönen Text !




ALLE LIEBE Dir !


Elisa

*

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Alt 09.11.2004, 14:27   Interview mit Karl Renz(englisch) Beitrag #21 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Norman
Hi,

Da ich momentan ohnehin in "Übersetzerlaune" bin, hab ich mich mal an einer Übersetzung des Textes versucht. Ist stilistisch vielleicht nicht ganz so astrein und hier und da etwas "holprig", aber ich hoffe mal, das Wesentliche kommt rüber.

Zitat:
F: Was meinst du mit dem Wort „Realisation“? Die meisten Menschen halten es für so etwas wie ein Verstehen.
K: Schau dir einfach mal nebeneinander die Wörter „real“ und „Realisation“ an. Es ist das Reale (Wirkliche) und auch die Entfaltung des Realen innerhalb von Zeit und Raum.
F: Ist Realisation etwas, das sich früher oder später zu erkennen gibt, oder sind Voraussetzungen für die Realisation notwendig?*
K: Gibt es je einen Moment in der Zeit, in dem das Selbst nicht realisiert ist? Das, wofür du dich hältst, wird niemals realisiert werden. Wie kann eine Vorstellung oder ein Objekt realisiert werden? Realisation bedeutet hier, dass Bewusstsein, das einmal mit einem Objekt identifiziert war, grenzenlos wird; es wird sich dessen bewusst, Bewusstsein zu sein. Doch das Selbst ist niemals erleuchtet oder unerleuchtet. Es ist immer vor allen Vorstellungen von Erleuchtung oder Nicht-Erleuchtung, egal was du darüber sagst. Alles was du darüber sagen kannst, ist ein Konzept.
F: Gibt es einen Unterschied zwischen deinem Leben jetzt und vor deiner Realisation?
K: Es gibt „niemanden“, der jemals etwas realisiert hat, noch nicht einmal Karl, der Teil dieser Realisation ist. Vielleicht meinst du die letztendliche Resignation, die absolute Resignation – wenn man voller Verlangen, sich verbessern oder verändern zu wollen, wirklich sieht, dass es weder jetzt noch sonst irgendwann einen Ausweg aus dem gibt, was man ist. Du kannst niemals zu dem werden, was du bereits bist! Es ist nichts, was „passieren“ kann, es ist einfach ein „Aha“ – ein Sehen, dass du das, was du bist, immer warst und immer sein wirst. Was du bist, ist außerhalb der Zeit. Zeit existiert wegen dir; sie reflektiert lediglich das, was du bist.
F: Das ist wie das letzte Ausatmen, der letzte Atemzug des Ego.
K: Es gab niemals ein Ego, das atmete. Es gibt keinen „letzten“ Atemzug, weil es nie einen „ersten“ Atemzug gab. Mach keinen Vorgang daraus. Es gibt keinen Vorgang. Du siehst einfach, dass was du bist, das einzig Wirkliche ist, und dass es nie von einer Wahrnehmung berührt war. Das ist nichts neues. Es ist uralt und unendlich. Nur das: „Aha, oh, Unendlichkeit“ – und alles, was es gibt, ist das Unendliche, und das ist weder eine Erfahrung noch ein Ereignis.
F: Die gängige Vorstellung des Menschen ist: „Ich bin bewusst. Eine meiner Eigenschaften ist Bewusstsein.“ Aus dieser Vorstellung eines „Eigentümers“ entsteht also die Vorstellung, Bewusstsein zu besitzen?
K: Das geschieht aufgrund des Gefühls der Trennung. Was daraus folgt ist das Gefühl, eine getrennte Person zu sein, was genauso falsch ist. Du willst sagen „Bewusstsein spielt die Rolle einer Person, doch es gibt keine Person, die ein Bewusstsein ‚besitzt‘“. Wenn es überhaupt irgendeinen Besitz gibt, dann höchstens das Bewusstsein, das eine Person „besitzt“, weil es die Rolle einer Person spielt.
F: Also erschafft das Bewusstsein ein Bild.
K: Es gibt keinen Schöpfer und keine Schöpfung. Es gibt nur das eine Selbst, und die Entfaltung des Selbst ist eine unendliche Entfaltung. Weil es nichts außerhalb des Selbst gibt, kann es keinen separaten Schöpfer und keine separate Schöpfung geben. Aus dieser Entfaltung heraus wird das „Ich“ als Gewahrsein zum Gedanken „Ich bin“; und aus dem Gedanken „Ich bin“ entsteht das Gefühl „Ich bin ein Objekt innerhalb der Zeit“. All dies ist Teil der Selbstentfaltung.
F: Du sprichst anscheinend von drei Ebenen: dem „Ich“, dem „Ich bin“ und dem „Ich bin das“.
K: Das ist bloß ein Konzept. Das einzige, was nicht konzeptuell ist, ist das Selbst. Mit Konzepten kannst du die Dinge aus unendlich vielen Blickwinkeln betrachten und dabei neue und andere Konzepte erfinden. Das bedarf keiner Erklärung! Es geht nur ums Sehen: darum, auf den Kern hinzuweisen, zu sehen, dass nur das Selbst die Wirklichkeit ist. Und diese Wirklichkeit ist vor allen Vorstellungen von Existenz oder Nichtexistenz. Jede Vorstellung, die auftaucht, ist Fiktion. Das, was vor der Fiktion, vor den Vorstellungen liegt, ist das, was du bist. Ein Konzept durch ein anderes Konzept zu ersetzen, um ein „klares“ Konzept zu bekommen, bringt keinerlei Vorteil. Das hat nichts mit Verstehen zu tun. Wir unterhalten uns hier über das, was du bist, und das erfordert kein Verstehen oder Wissen darüber, wie es funktioniert. Sieh einfach! Das Selbst ist alles, und was auch geschieht findet nur im Selbst und durch das Selbst statt.
F: Aber die Leute kommen hierher, weil sie verstehen wollen, aus der Geschichte herausfinden wollen, etwas realisieren wollen.
K: Die Leute kommen, um einen Ausweg zu finden und ich zeige ihnen, dass es keinen Ausweg gibt. Sie kommen vielleicht, um zu sehen, dass die Vorstellung von einem Ausweg bei ihnen auftaucht, weil sie glauben, dass es jemanden gibt, der einen Ausweg benötigt. Wenn ich ihnen zeige, dass das, was sie sind, überhaupt nichts braucht, und dass keinerlei Notwendigkeit besteht, das zu verlassen, was sie bereits sind, sehen sie vielleicht auf dem direkten Weg, dass alles, was sie wahrnehmen, nicht sie selbst sind. Ohne den absoluten Wahrnehmenden wäre nichts anwesend. Selbst der relative Wahrnehmende, die Person, ist Teil der Wahrnehmung. Die Vorstellungen von einem Wahrnehmenden, dem Vorgang der Wahrnehmung und dem wahrgenommenen Objekt sind nur ein Teil dieser Realisation. Obwohl die Entfaltung eine Funktion des Selbst ist, ist das Selbst stets absolute Stille und von jeglicher Entfaltung unberührt. Letztlich gibt es keine Entfaltung von irgendetwas, selbst das ist ein Konzept. Ramana Maharshi sagte, dass man ein Konzept dazu verwendet, um ein anderes Konzept zu beseitigen, und dann werden beide verworfen. All das dient nur dem Zweck, zu erkennen, dass was du bist, kein Konzept ist. Und diese absolute Erfahrung wird gesehen, wenn du in totaler Leerheit bist. Dann gibt es kein Zweites. Wenn es nichts wahrzunehmen gibt, ist das, was bleibt, immer noch das, was du bist. In dieser totalen Leerheit ist es nicht möglich zu sagen, ob du bist oder nicht. Daher existierst du sogar ohne eine Vorstellung oder Wahrnehmung. Du bleibst was du bist, selbst wenn dieses Gefühl eines „Ich“ nicht mehr existiert.
F: Das zu sehen ist ein großer Schritt, ein tiefgreifender Perspektivwechsel.
K: Wenn du siehst, dass niemals etwas geschehen ist, gibt es keine Schritte mehr. Du bist, was du immer gewesen bist und immer sein wirst. Der Rest ist einfach Leela – ein Theaterstück. Das Selbst hängt von nichts ab. Ob du das Selbst als Quelle von allem siehst oder nicht, hat für das Selbst keinerlei Nutzen, da es weder etwas realisiert noch ignoriert. Sich an einem bestimmten Punkt über etwas klar zu werden ist bedeutungslos, wenn du selbst Klarheit bist. In diesem Sinne bist du nichts wert.
F: Das Selbst ist ziemlich gemein. Zuerst erschafft es Menschen, die nichts wert sind und dann fühlen diese Menschen, dass sie leiden. Und das Selbst hat die ganze Zeit seinen Spaß.
K: Das Selbst ist nicht der Verwalter dessen, was sich entfaltet. Das Selbst ist wie es ist, und es ist in sich vollkommen. Es ist die Abwesenheit aller Vorstellungen darüber, was das Selbst ist oder nicht ist, und diese Abwesenheit ist vollkommenes Glück und Zufriedenheit. Komme immer auf den folgenden Punkt zurück: Sei vor dem, was in der Zeit existiert. Sieh, dass du von dem, was von den Sinnen wahrgenommen wird, nicht berührt werden kannst.
F: Sprichst du von reinem Gewahrsein ohne Objekt?
K: Gewahrsein ist die erste Entfaltung; sie ist ein Gefühl des Selbst, das sich der Existenz gewahr ist. Also gibt es ein Selbst, das sich seiner Getrenntheit gewahr ist. Auf diese Weise ist Gewahrsein bereits Teil der Trennung.
F: Weil Gewahrsein bereits eine Funktion des Selbst ist?
K: Genau. Es ist Teil der Funktion, doch es ist nicht das, was funktioniert. Du kannst es die Quelle des „Ich bin“ nennen, das die Quelle von „Ich bin Karl“ ist, doch du kannst nur wirklich zur Ruhe kommen, wenn du siehst, dass alles, was du definierst, nicht das sein kann, was du bist. So wie sich das Auge selbst nicht sehen kann, kann der absolute Definierer nicht definieren, was der Definierer ist. Was du bist kann gar nicht umhin, in dem zu ruhen, „Was ist“, und kann auch in nichts anderem ruhen, weil das Selbst alles ist, was ist. Und du kannst ihm nicht entkommen, weil alles das Selbst ist – wo auch immer du hingehst bewegt sich niemand und niemand steht still. Sieh einfach die Totalität dessen, was du bist, selbst in der Welt von Zeit und Raum. Die Totalität ist alles, was ist. Die Entfaltung des Absoluten ist so absolut wie das, was sich entfaltet. Selbst dieses Bild, dass sich „Ich“ nennt, das morgens auftaucht und abends wieder verschwindet, braucht keine Realisation. Solange du glaubst, dass du dieses Bild bist, solange dieser „Ich“-Gedanke deine Realität ist, ist das Selbst nur eine Vorstellung. Es ist Bewusstsein, das das Selbst sucht.
F: Solange wir uns für eine Person halten, die in der Zeit gefangen ist, wird es immer Schwierigkeiten geben.
K: Und es gibt keinen Ausweg.
F: Meinst du, dass das identifizierte Bewusstsein immer existieren wird?
K: Genau. Das wird es immer geben, weil identifiziertes Bewusstsein (Bewusstsein, das sich selbst einbildet, auf ein Objekt beschränkt zu sein) Teil des Unendlichen ist.
F: Doch was in der Zeit existiert, sieht das nicht so.
K: Was in der Zeit ist, sieht niemals, weil es keine Zeit und daher auch nichts innerhalb der Zeit gibt. Nur das Selbst sieht. Es spielt keine Rolle, wie das Selbst sieht: in der Zeit, aus der Zeit heraus, oder vor der Zeit. Das Selbst nimmt wahr, und was es wahrnimmt ist nur das Selbst, weil das Selbst alles ist, was es gibt.
F: Doch Wahrnehmung erfordert Zeit!
K: Zeit entsteht aus der Vorstellung eines „Ich“. All diese Vorstellungen sind nur Teil der Entfaltung der Totalität, des Selbst. Auch wenn du das wahrnimmst, was als begrenzte Zeit erscheint, und was scheinbar entsteht und vergeht, bedeutet das nicht, dass es in etwas Endlichem wie der Zeit existiert.
F: Wie ist das mit dem Leiden? Der Buddha sagte, es gibt ein Ende des Leidens.
K: Suche den Anfang des Leidens. Wenn du den Anfang finden kannst, dann bist du vielleicht in der Lage dazu, das Ende des Leidens zu finden. Hat Leiden jemals angefangen? Damit Leiden anwesend sein kann, braucht es einen Leidenden, also suche zuerst nach dem Leidenden. Solange du das „Ende“ des Leidens suchst, wird es auch weiterhin einen Leidenden geben. Das Gefühl von „Ich bin“ bringt einen Leidenden mit sich – vielleicht nicht Leiden – doch in jedem Moment ohne Aufmerksamkeit kann es zum Leiden kommen. Daher ist der einzige Weg, die Vorstellung eines Leidenden auszulöschen. Wenn der Leidende erloschen ist, wo ist das Leiden? Das völlige Erlöschen des Leidenden kann nur stattfinden, wenn du wirklich siehst, was du bist – wenn du dich selbst als das wahrnimmst, ohne Anfang und ohne Ende. Wenn diese Manifestation als nichts anderes als das Selbst gesehen wird, kommt es zum absoluten Erlöschen des Gefühls der Trennung, des Gefühls, als separates Selbst zu existieren.
F: Was ist der Unterschied zwischen dem erfahrenen Sucher, der vielleicht schon seit fünfzig Jahren Gesprächen wie diesem zuhört, und dem Metzger, der nicht an diesem Thema interessiert ist, sondern viel Geld verdienen, ein nettes Haus haben und einfach glücklich sein will?
K: Gute Steaks, gutes Schnitzel! Ja, beide wollen glücklich sein, absolut glücklich. Aufgrund der Unwissenheit darüber, was sie bereits sind, streben sie – als Bewusstsein – nach absolutem Glück. Die Vorstellung der Trennung geht mit einem Gefühl der Unvollkommenheit einher, das alle beide dazu treibt, nach Vollkommenheit zu suchen, nicht wissend, dass sie die absolute Vollkommenheit selbst sind. Deshalb sind sowohl der Metzger als auch der Sucher Bewusstsein, das nach Befriedigung sucht. Da gibt es keinen Unterschied.
F: Doch hilft es nicht, wenn man dir über den Zeitraum von mehreren Jahren immer wieder zuhört? Welchen Rat würdest du dem aufrichtigen Sucher geben, der sein oder ihr Leben dem Streben nach Erleuchtung widmet?
K: Stelle dir vor, es gäbe jemanden, dem geholfen werden könnte und jemanden, der helfen könnte. Das wäre die Hölle. Höre niemandem zu, noch nicht einmal dir selbst. Alles, was du wahrnimmst, kannst nicht du sein. Alles, was du verstanden hast, kannst du wieder vergessen. Und der Glaube an ein Wesen, das sich über etwas „klar werden“ kann, ist nicht das, was du bist.
F: Aber es gibt die Ansicht, dass das Ego langsam und graduell immer weniger wird.
K: Weniger Ego, mehr Ego. Was verschwinden kann, kann sicher auch wieder auftauchen. Das Ego, das verschwindet, kommt vielleicht früher oder später zurück. Schau zuerst, was wirklich erscheint und ob diese Erscheinung real ist. Dann: Wen kümmert eine Erscheinung? Das ist die wichtigste Frage, die gestellt werden sollte, und nicht die Frage danach, was kommt und geht. Wie unsinnig, sich um eine Erscheinung zu kümmern. Das ist Unwissenheit, der Glaube an ein separates Selbst, das eine Erscheinung für wirklich hält.
F: Was hat es mit den Vorstellungen der Reinheit auf sich: ein reines Leben zu leben und nach Güte zu streben wie der Bodhisattva?
K: Das ist die Erhaltung des Dharma. Es hält den Dharma am Leben. Es erhält Leela am Leben.
F: Ist es von Vorteil, gut zu sein?
K: Solange du gut sein willst, ist es ein Vorteil, gut zu sein. Und solange du glaubst, dass Gutsein dich glücklich macht, dann ist es besser für dich, gut zu sein.
F: Doch es macht einige Menschen verrückt, böse zu sein.
K: Ja, auf die selbe Weise. Beides stammt aus der Unwissenheit, dass man etwas anderes braucht als das, was man ist, um vollständig oder glücklich zu sein. Sieh einfach, dass was du bist vollkommen ist so wie es ist, und dass Vorstellungen von Unvollkommenheit lediglich Vorstellungen sind und Vollkommenheit als solche nicht berühren können.
F: Doch wenn ich nun weiß, dass ich „kein Ding“ bin, dass ich „keine Form“ habe?
K: Die Vorstellung „Ich bin ohne Form“ oder „Ich bin nicht“ erfolgt immer noch innerhalb des Bereichs der Trennung. „Wer“ ist es, der keine Form hat, jedoch eine braucht? Sieh einfach, dass das, was in der „Nicht-Form“ existiert, auch in der Form existiert. Ich bin immer noch der selbe, ob mit Form oder ohne Form. Ohne das Gefühl der Verschiedenheit, ohne das Gefühl der Trennung, ist alles vollständig. Du benötigst keine besonderen Zustände. Was du bist, existiert in jedem Zustand. Die Zustände, die wir Geburt oder Tod nennen, können dich niemals berühren. Du bist vor dem Gefühl von Geburt und Tod. Was du bist, existierte, bevor dieser Körper geboren wurde. Sieh, dass du totales Mitgefühl bist, dass dir nichts passiert, dass alles, was erscheint, deshalb ist, weil du bist. Es gibt keinen Unterschied zwischen diesem Auge, das auf etwas schaut, und dem anderen Auge; du bist das unendliche Auge, das aus verschiedenen Blickwinkeln in das hineinschaut, was du bist. Du bist die unendliche Wahrnehmung, die nur Selbst-Information wahrnimmt. Das Wichtigste, das es zu erkennen gibt, ist, dass keine Notwendigkeit für einen Ausweg besteht. Und in dieser Resignation – dass du die Essenz oder die Substanz all dessen bist, was ist – gibt es keinen Ausweg, weil du die Quelle dessen bist, was ist. Nur dann kommt es zu Frieden.
*) Dieser Satz war für mich am kniffligsten. "precursor" ist üblicherweise ein "Vorbote" oder ein "Anzeichen". Kann jedoch auch "Vorbedingung" oder "Voraussetzung" heißen (allerdings nur im biologischen Sinne). Ich weiß nicht genau, worauf die Frage abzielt. Ich hab's mal so stehen lassen, und in dieser Bedeutung geht die Frage in die Richtung "Muß ich etwas für die Realisation tun?"


lg,

Norman
Hey Norman,

danke vielmals, auch für die Anmerkung ! Klasse

(vielleicht schicke ich es noch zu Karl , dann kann er es reinstellen)

hehehehe
Pa
Pavlotse ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2004, 21:55   Interview mit Karl Renz(englisch) Beitrag #22 (permalink)
Guest
 
Registriert seit: 13.06.2004
Beiträge: 0
Standard

Lieber Norman,
herzlichen Dank, freue mich sehr über deine Übersetzung.
Yippie!
Gast33 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2004, 22:39   Interview mit Karl Renz(englisch) Beitrag #23 (permalink)
Senior Member
 
Registriert seit: 27.08.2003
Ort: Karlsruhe
Beiträge: 139
Standard

Gern geschehen. Macht ja auch Spaß. Und wie gesagt: bin zur Zeit eh in der Laune dazu (kann mich sozusagen nicht dagegen wehren *gg*). Paßt also schon. Ich stell demnächst vielleicht noch ein paar weitere interessante Texte rein, die ich in letzter Zeit im Netz aufgestöbert und übersetzt hab. Mal schauen...

lg,

Norman
Norman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2004, 19:44   Interview mit Karl Renz(englisch) Beitrag #24 (permalink)
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Benutzerbild von Pavlotse
 
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Beiträge: 10.110
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Zitat:
Zitat von Norman
Gern geschehen. Macht ja auch Spaß. Und wie gesagt: bin zur Zeit eh in der Laune dazu (kann mich sozusagen nicht dagegen wehren *gg*). Paßt also schon. Ich stell demnächst vielleicht noch ein paar weitere interessante Texte rein, die ich in letzter Zeit im Netz aufgestöbert und übersetzt hab. Mal schauen...

lg,

Norman
Hey NOrman,
ich war gestern mit Karl ein Bier trinken!
Hab ihm das erzählt und ihm angeboten es ihm zu schicken (mit deiner Erlaubnis

(na? war das nicht ein angebertext gerade?hehehehehe)

Pa
Pavlotse ist offline   Mit Zitat antworten
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