Gestern abends, kurz bevor ich den PC ausgeschaltet hab, überfiel mich noch eine sehr große Freude.
Hab noch schnell in meine E-Mails geschaut und eine Nachricht von R. gelesen.
R. ist das 17-jährige Mädchen, das sich plötzlich wie aus heiterem Himmel per E-Mail bei mir gemeldet hat, meine Adresse hat sie auf einer Seite für Missbrauch gefunden, dort hab ich mich mal eingetragen, dass sich jeder gerne bei mir melden kann, zwecks Austausch und so........
Ja und dann kam eben irgendwann diese E-Mail von R. in der sie mir schrieb, wie leid es ihr tut, dass mir sowas passiert ist, auf weitere Nachfragen meinerseits kam sie dann mit der Sprache raus, dass sie bis vor einem Jahr dem Freund ihrer Mutter sexuell gefällig sein musste, wenn ihre Mutter in der Arbeit war (Köchin)............der Typ war mittlerweile abgehauen, dennoch hatte die ganze Familie unglaubliche Angst, dass er sie obwohl sie umgezogen waren, ausfindig machen und ihnen das Leben wieder zur Hölle machen würde....................die Angst war deutlich aus jeder E-Mail herauszulesen, nach etwa der 7. E-Mail in der ich ihr zugehört, gut zugesprochen, ihr von Gott und meinen persönlichen Erfahrungen berichtet hab, begann sie immer mehr zu zögern, ob es vielleicht nicht doch einen Weg gäbe, da irgendwie rauszukommen, nach etwa der 9. E-Mail hat sie sich endlich beim weißen Ring gemeldet, sie schrieb es hätte ihr gut getan, dass die Leute einfach da waren, zugehört haben, sie aufgeklärt haben, aber dennoch hätte sie einfach noch zu viel Angst davor eine Therapie zu machen..................
Und gestern erhielt ich diese E-Mail von ihr:
Liebe Tanja,
Heute fühle ich mich richtig gut, habe gestern die Therapie angefangen, und ich denke dass das der richtige Schritt war!!!!!!
Ich hoffe dir geht es auch gut!!!
Bis bald...
und lieeeeeeebe Grüsse aus der Ferne...
R.
Ja es ist wie eine Erlösung !
Ich war damals 17 Jahre alt, als ich alles erzählt hab, niemand hat mir geraten in eine Therapie zu gehen, im Gegenteil mir wurde geraten, meine Klappe zu halten und das alles zu vergessen. Ich hätte heute längst alles hinter mir, wenn ich bereits damals mit 17 Jahren Hilfe bekommen hätte und nicht erst mit 27 Jahren aus eigenem Antrieb endlich damit begonnen hätte, das alles zu verarbeiten..............
Aber nun bin ich dankbar, dankbar, dass das alles so gekommen ist, dass ich diesem Mädchen aus eigener Erfahrung heraus helfen konnte, dass sie dank meines Zuspruchs den Mut gefunden hat, ihr Leben und ihre Zukunft in die Hand zu nehmen.................
Ich danke dir Gott, für diese Freude und diesen Segen !!!
Ich fühle mich nicht mehr unbrauchbar...............heute weiß ich, auch ich bin wichtig und habe Aufgaben von dir aufgetragen bekommen, auch mein Leben war und ist sinnvoll................