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Alt 13.08.2010, 13:15   Durchgelesen Beitrag #1 (permalink)
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Möchte hier mal ein Thread aufmachen, mit Büchern die mir gefallen haben, um nicht für jedes Buch ein extra Thread zu eröffnen. Im Moment lese ich recht viel, besonders Klassiker aus der Weltliteratur, und will hier von Zeit zu Zeit mal ein Buch empfehlen.
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Alt 13.08.2010, 13:29   Durchgelesen Beitrag #2 (permalink)
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Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray


ISBN: 978-3150050088

Hat mir gefallen. Ein sehr schöner junger Mann, wird von einem Maler gemalt. Er bekommt das Gemälde, und stellt bald fest, dass das Bild sich verändert.
Bald zeigt sich, dass das Gemälde seine Seele darstellt, sein Unterbewusstsein, und all seine Erfahrungen und Erlebnisse im Leben zeichnen sich auf diesem Gemälde ab, jedoch bleibt er selbst, sein Körper, und sein Seelenleben, scheinbar völlig unberührt.
Und ein ziemlicher Gegensatz und Konflikt, zwischen ihm und dem Bild zeigt sich.
Eine Art Spaltung setzt ein; er spaltet sich völlig von seiner Seele ab, von seinen Gefühlen, vom Leben selbst, doch bleibt er scheinbar unversehrt.
Nur das Bild erleidet all die Spaltung, all den Konflikt, all den Schmerz, und so verbannt er es, in einen Geheimraum, wo es niemand sehen darf, und macht es zum Geheimnis.

Doch irgendwann drängt diese Spaltung nach Auflösung...

Ein spannendes Buch, in eine interessante Geschichte eingewickelt, zu einem psychologischen Thema.

Geändert von Antar (09.10.2010 um 14:08 Uhr)
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Alt 22.08.2010, 21:08   Durchgelesen Beitrag #3 (permalink)
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Standard Also sprach Zarathustra

Friedrich Nietzsche - Also sprach Zarathustra


Habe das Buch heute zu ende gelesen. Ein leicht zu lesendes, oder gar zu verstehendes Buch, ist es sicher nicht. Zumindest ging es mir so.
War für mich auch das erste Buch von Nietzsche, und seine Begriffe und sein Denken waren mir noch nicht vertraut.

Es brauchte etwas Zeit bei mir, mich an seine Sprache zu gewöhnen, und ich spürte zuerst sogar Aversion gegen ihn, gegen seine ständige Ironie in den Bildern, die altbackene Sprache, das Unklare...und das fand ich auch das Schwere, bezogen auf das Verstehen, da alles mehrdeutig ist, in Ironie oft, oder in Bildern gesprochen.

Erst im letzten Kapital fand ich es angenehmer zu lesen.

Was man wirklich mitbekommt, ist, dass Nietzsche sehr gut mit Sprache umgehen kann - teilweise sehr schöne Bilder in denen er schreibt und kraftvolle, kunstvolle, frische, dynamische Wörter die er benutzt und die Geschichte um Zarathustra erzählt.

Es gibt auch einige Stellen die mir gut gefallen haben -

Aber auch einige Stellen, die für mich sehr unausgereift waren, wo ich mich fragte, ob er überhaupt selbst verstand, was er da schrieb.

Interessant zu lesen ist es aber alleine wegen der Sprache und dem Tanz der Wörter, den er da gestaltet hat.
Und auch, da es ein prägendes Werk war/ist, was viele andere Bereiche und Menschen geprägt hat.

Ich konnte jetzt viel Osho herauslesen, bzw. umgekehrt, aus Osho Nietzsche, und beispielsweise die Sache mit der Selbstsucht, die Zarathustra als Tugend darstellte und nicht als Sünde, die ja auch Osho übernommen hat mit Sätzen wie: "sei selbstsüchtig".

Also interessant und ungewöhnlich ist das Buch, und würde es empfehlen.

Geändert von Antar (09.10.2010 um 14:08 Uhr)
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Alt 09.10.2010, 18:21   Durchgelesen Beitrag #4 (permalink)
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Max Frisch - Stiller

ISBN: 3-518-36605-x
438 Seiten
Suhrkamp Verlag

Zitat:
Bei der Einreise in die Schweiz wird Mr. White festgenommen, weil er für die Grenzpolizei mit dem verschwundenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identisch ist. Frühere Freunde, sein Bruder, seine Frau Julika und der Staatsanwalt bestätigen in Aussagen und gemeinsamen Erinnerungen diesen Verdacht. Die Aufzeichnungen des Mr. White in der Untersuchungshaft aber wehren sich gegen diese Festlegung mit der Behauptung: »Ich bin nicht Stiller!« In immer neuen Erzählungen will er dieser Fixierung entgehen, weil ihm diese Identität fragwürdig geworden ist und weil er sich die Freiheit der Wahl, ein anderer zusein, erhalten will. - »Das Ich wird eine Behauptung der Welt, der man eine Gegenbehauptung, ein Nicht-Ich entgegenstellt. Anders gesagt: an Stelle des Ichs tritt ein fingiertes Ich, und das Ich wird ein Objekt. Romantechnisch gesehen: das Ich wird ein Kriminalfall. Einfacher ausgedruckt: Frisch hat sich durch diese Form, die gleichzeitig Handlung, gleichzeitig Problematik ist, in einen anderen verwandelt, der nun erzählt, nicht von Stiller zuerst, sondern von sich, von White eben, für den Stiller der andere ist, für den er sich nun zu interessieren beginnt und dem er nachforscht, weil man doch ständig behauptet, er sei mit ihm identisch. Gerade durch diese Romanform wird so Selbstdarstellung möglich, gesetzt -, der Leser mache auch mit, spiele mit. Ohne Mitmachen ist der Stiller weder zu lesen noch zu begreifen.« Friedrich Dürrenmatt
Hab den "Stiller" heute beendet. Und las jetzt relativ lange an dem Buch. Es hatte für mich stellenweise langatmige Phasen, gewechselt von absolut klaren und sprachlich und bildlich sehr schönen Momenten.
Ein interessantes Buch ist es aber. Vor vielen Jahren las ich von Max Frisch "Homo Faber" und dies gefiel mir auf anhieb. Mit "Stiller" brauchte ich meine Zeit, hatte sich am Ende aber noch gelohnt.
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Alt 17.02.2011, 02:08   Durchgelesen Beitrag #5 (permalink)
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Heute begonnen:

Antoine de Saint-Exupéry - Die Stadt in der Wüste


Klappentext:

Zitat:
Das Leben ist weder einfach noch verzwickt,
weder klar noch dunkel,
weder widerspruchsvoll noch zusammenhängend.
Das Leben ist.
Die Sprache allein ordnet und verwirrt es,
erhellt oder verdunkelt es,
zerstreut oder vereinigt es.

------

Der Herrscher der Citadelle, eines imaginären Reiches in der arabischen Wüste, will dem Gefüge des Lebens und der Bedeutung der sichtbaren Vorgänge auf den Grund gehen. Was bedeutet dem Menschen Mitleid, ein Zuhause, Würde, Frieden, Vernunft?
Die Reise in der Wüste des Antoine mit seinem Vater, ihre Zwiegespräche sind eine Suche nach der Weisheit.
Das Werk ist der Versuch, die Vielschichtigkeit des Lebens in einer gleichnishaften Darstellung zu erhellen und zu deuten. Schauplatz des Werkes ist eine Landschaft von grandioser Einförmigkeit, die der Autor selbst unzählige Male überflogen ist.

------

Die Stadt in der Wüste ist innerhalb des Gesamtwerks Saint-Exupérys nebst dem Kleinen Prinzen das ganz andere Buch - und das umfangreichste. Das Werk erschien posthum in Frankreich im Jahr 1948.
Citadelle, wie der französiche Titel heißt, die Stadt der Wüste, ist ein geschütztes Gebiet, eine Oase, fast eine visionäre Dichtung.
Es gibt in diesem Buch keine durchgehende Handlung oder Geschichte. Es besteht aus verschiedenen Mosaiksteinen, aus Meditationen, Gebeten, Bildern, Gesprächen...
Das Buch ist das Vermächtnis des Autors, nach den Worten des Autors selbst, der Schlussstein und das Gewölbe des Gesamtwerks.
Hab gerade erst begonnen, aber es erinnert vom Stil etwas an Nietzsche und den Zarathustra...



_________________


Ebenfalls heute begonnen:

Heinrich Böll - Ansichten eines Clowns
Antar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2011, 22:38   Durchgelesen Beitrag #6 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Antar Beitrag anzeigen
»Böll hat sich diesmal von einer heilsamen Bitterkeit leiten lassen, und sie hat ihn weitergebracht als der begreifliche Wunsch nach Einebnung und Begütigung es hätte tun können.
Der Clown Hans Schnier scheitert, aber der Anblick seines Scheiterns leistet
mehr als ein Sieg, denn er trifft uns wie eine persönliche Schuld. « (Günter Blöcker)

er hat da ein ziemlich kultiviertes **** you in die welt gesandt.

danke antar für den tip.
überbelichtet ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.02.2011, 22:03   Durchgelesen Beitrag #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von überbelichtet Beitrag anzeigen
danke antar für den tip.
gerne.

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