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Bhakti

Der Weg des Herzens, Hingabe und Liebe, Verschmelzung mit dem Göttlichen


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Alt 10.10.2005, 04:58   Der Reichtum des Herzens.... Beitrag #1 (permalink)
 
Registriert seit: 07.12.2004
Beiträge: 0
Standard Der Reichtum des Herzens....

Inspiriert zur Eröffnung dieses Themas wurde ich durch Mu und seinen Thread im Offenen Forum.
Eigentlich möchte ich aber mal über die Bedeutung von Geld mit Euch reden.
Ich weiss noch nicht so genau was das mit dem Reichtum des Herzens zu tun hat, aber ich spüre das da eine Verbindung ist.
Geld ist ja irgenwie, jenseits von seiner materiellen Beschaffenheit als Papier und Metall, ein seltsamer Stoff. Ich hab mal irgendwo gelesen: "Geld sichert das Bioüberleben. Sobald diese Sicherheit nicht mehr gegeben ist, das heisst sobald kein Geld mehr da ist, reagiert der Betroffene ähnlich wie ein Junkie auf Entzug. Er ist zu jeder Schandtat bereit um wieder in den Besitz der begehrten Überlebensscheine zu kommen."
Ich bin, wie die meisten Menschen, in einer Familie aufgewachsen. Diese Familie war gleich dem "früheren" Stamm fürs Überleben verantwortlich. In diesem Stamm und seine Regeln, Werte und Gepflogenheiten war ich sozusagen eingebettet. Das was mir durch meinen "Clan" an Signalen über Geld vermittelt wurde war sehr widersprüchlich. Da war einerseits eine religiös puritanisch- pietistische, negative Bewertung von Reichtum und Geld. Reichtum galt als dem begehrten Zugang zum Himmel und zur ewigen Seligkeit äusserst hinderlich und deshalb nicht erstrebenswert.
Bibelworte wie: "Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel" und "Man kann nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon. Man wird einem anhangen und den anderen hassen"
begründen diese Haltung.
Auf der anderen Seite war zu wenig Geld immer ein Thema in unserer grossen Familie. Meine Mutter machte sich ewig sorgen darüber wo das Geld herkommen sollte um die vielen Rechnungen zu bezahlen, und mein Vater wollte jenseits aller propagierten Glaubenseinstellung mit Mercedes und Haus in der Nachb*****aft glänzen wie jeder andere seiner Zeit, auch wenn er dabei Schulden über Schulden machen musste. Ich habe diese Diskrepanz verinnerlicht und dieses Programm auch bis zu seiner Aufdeckung voll gelebt. Mit dem Geld wurde ähnlich wie mit dem Sex hantiert. Man redete nicht darüber war aber innerlich ständig damit zugange. Und das Ganze dann noch garniert mit entsprechenden Schuldgefühlen. Ich hatte in meiner Familie die verdienstvolle Aufgabe und Fähigkeit alles was an Schatten in meinem Clan verdrängt wurde zu verkörpern und im Familiendrama auf die Bühne zu holen.
Ich war von klein auf immer sehr findig im organisieren von Geld. Meine Grossmutter hatte zum Beispiel so eine Schachtel in ihrem Schrank wo sie immer den zehnten Teil von allem was sie einnahm für das Werk Gottes aufbewahrte. Da ich als Kind kein Taschengeld bekam bediente ich mich immer an Omas Gotteskässchen. So entwickelte ich schon recht früh eine Sensibilität für das Verborgene, Versteckte und wie ich mich dessen zu meinem Vorteil bedienen konnte. Wobei sich der Vorteil irgendwann zum Nachteil wandelte. Aber das alles wollte so gelebt und erfahren sein. Ich bin diesen Weg der Heimlichkeit und Verheimlichung konsequent gegangen bis ich dann mit 16 im Jugendknast sass, neun Monate davon in strenger Einzelhaft, abgeschlossen und verborgen vom Leben da draussen. Dabei empfand ich mich nicht schuldig im Sinne von innerlich empfundener Schuld irgend einer Person gegenüber, eher bestraft für etwas, was mir selbst noch nicht ganz klar war. Bestraft dafür etwas zu sein, was nicht zu passen schien. Obwohl alles immer total passte, sag ich aus heutiger Sicht.
Heute erscheint mir das Ganze wie ein Witz und irgendwie total unwirklich, so als wär all das einem anderen geschehn und doch ist da noch etwas gegenwärtig was auch schon damals gegenwärtig war.
So eine Sehnsucht nach erkannt und angenommen werden. Aber die Erfüllung dieses Wunsches schien immer mit Leistung und Anstrengung verbunden zu sein, ohne dass die Sehnsucht erfüllt wurde. Immer schien die Erfüllung des Wunsches auch Betrug und Täuschung, sich selbst oder anderen gegenüber zu bedeuten. Ich fühlte mich wie so ein Puzzleteil, das verzweifelt darauf wartete den Platz zu finden der ihm ganz natürlich entsprach ohne das es zurechtgeschnitten werden musste. Ein Platz an dem ich einfach richtig war und im natürlichen Flow.
Was das jetzt alles mit dem Reichtum des Herzens zu tun hat, ausser das ich es mit Dir jetzt teile...weiss ich nicht so genau. Aber geschrieben ist geschrieben..... 8)
Ja und leben tu ich jetzt auch in einem Familienclan und vermittle an meine Kinder, ob ich will oder nicht, meine Wertigkeiten und Erfahrungen
mit denen sie sich dann wohlfühlen oder auch nicht..wer weiss das schon?
Jetzt ist wieder so ein Moment wo ich spüre: mensch das alles bin ich. Unglaublich!!!
Gast53 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2005, 07:57   Der Reichtum des Herzens.... Beitrag #2 (permalink)
Senior Member
 
Benutzerbild von Sara
 
Registriert seit: 18.09.2004
Ort: in mir
Beiträge: 3.575
Standard

Ich glaube nicht, das Gelt 'stinkt'...jedenfalls nicht, wenn man in dieser Gesellschaft mit ihren Regeln lebt. Für mich ist nicht jeder Monat so 'sicher' wie der schon gelebte. Es ist aber auch nicht so, dass ich von der Hand in den Mund lebe...also, eine 'gewisse' Sicherheit ist schon da, aber ich weiß nie, was mir der nächste Monat bringt und je mehr ich es loslasse, dieses Sorgen darum, desto mehr vertraue ich und desto reicher wird es im Herzen - und vor allem, desto 'besser' sorge ich für mich. Klingt vielleicht paradox, aber so ist es. Geldsorgen sind echt destruktive Sorgen. Sie machen Sorgenfalten im Gesicht, im Kopf herrscht nur noch Chaos und Panik und im Herzen wird es eng...auch wenn ich kein Geld hab, bin ich mittlerweile so drauf, dass ich mir innerlich sage 'ok, das ist interessant...was kommt wohl noch so alles?' - und meistens, weil ich nicht mehr darüber nachdenke, passiert es einfach. Plötzlich einige Anrufe von potentiellen Schülern, ein Gesangsauftrag und so weiter...jedes Mal, wenn ich los-lasse, passiert 'etwas'...ich glaube, das ist wahrer Reichtum des Herzens - Vertrauen!

LG, Sandra
Sara ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2005, 10:29   Der Reichtum des Herzens.... Beitrag #3 (permalink)
Guest
 
Registriert seit: 03.08.2005
Beiträge: 0
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Für mich ist Geld der Acker, aber dem das Gefühl der materiellen Geborgenheit wächst und das Herz der Acker, auf dem "alternative" Gefühle der Geborgenheit wachsen. Auf den Begriff Zufriedenheit bezogen kann ein dickes Bankkonto schon eine große Portion Zufriedenheit mit sich bringen (muss aber nicht so sein), während das Herz eine abstraktere, nicht so recht greifbare Quelle von Zufriedenheit ist. Zufriedenheit und Geborgenheit scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein, das dauerhaft festgehalten werden will, wenn es einmal da ist. Die aus dem Herzen erwachsene Zufriedenheit ist recht unsicher im Vergleich zur materiellen Zufriedenheit in FORM eines großen Geldvermögens. Sicherheit ist das Thema, an dem sich die beiden aufgezeigten Arten der Zufriedenheit scheiden.

Materielle Zufriedenheit kann abgesichert werden - mit Geld. "Herzliche" Zufriedenheit hat keine solche Sicherheiten. Die Freundin, die Familie, der Partner, all das kann morgen schon zur Disposition stehen beim nächsten Streit. Das Bankkonto ist im Vergleich dazu relativ sicher.

Der Reichtum des Herzens unterliegt meiner Ansicht nach unkontrollierbaren Faktoren und ist darum eher weniger begehrt als die "Ersatzdroge" Geld.

Das hier Geschriebene spiegelt meine Erfahrung wieder. Aufgewachsen in einer armen Familie, beruflicher Aufstieg, viel Geld, totaler Abstieg, kein Geld, dann irgendwo in der Mitte eingependelt, nicht wissend, was als nächstes kommt. Und dann die ständige Konfrontation mit den unterschiedlichen Ansichten innerhalb der Familie. Die Kinder recht materiell eingestellt (wie ich selbst früher), meine Frau und ich recht genügsam, Zufriedenheit aus anderen Quellen schöpfend.

Gruß
Norbert
Gast117 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2005, 10:56   Der Reichtum des Herzens.... Beitrag #4 (permalink)
Senior Member
 
Registriert seit: 17.06.2004
Beiträge: 2.395
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Zitat:
Zitat von Norbert
Materielle Zufriedenheit kann abgesichert werden - mit Geld. "Herzliche" Zufriedenheit hat keine solche Sicherheiten. Die Freundin, die Familie, der Partner, all das kann morgen schon zur Disposition stehen beim nächsten Streit. Das Bankkonto ist im Vergleich dazu relativ sicher.
Ich sehe das eher anders rum. Materielle Dinge können sich von jetzt auf gleich in Luft auflösen. Aber Freundschaft oder Liebe zu anderen Menschen kann mir keiner wegnehmen, außer ich mir selbst. Ich kann jeden lieben so lange ich will, und den Reichtum daraus spüren, erfahren. Da kann sich die/der andere noch so viel mit mir streiten, ich kann sie/ihn ja einfach trotzdem weiter lieben.

Ich bin auch in einer recht armen Familie aufgewachsen, aber Geld war nie ein Bäh-Thema, wir hätten halt gern mehr gehabt, das war alles. Mit Geld kann man sich schöne Dinge kaufen oder leisten. Ich bin in der Beziehung ein richtiger Genussmensch. Mache mir aber keinen Stress mit dem Thema. Ich vertraue einfach, dass immer genug da ist.

Ich glaub, ich hab zu Geld so einen latenten Glaubenssatz "es ist etwas anstrengend viel Geld zu haben, und um das zu kriegen, musst ich Dinge tun, die keinen Spaß machen". Meine eingebaute Faulheit ist dann wohl der Grund, dass ich Geld nicht im Überfluss habe, sondern immer „nur genug“, weil ich auch „immer nur grad genug“ dafür tue.

Der letzte Satz war gerade eine interessante Entdeckung zum drüber nachdenken :P .
Marina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2005, 10:59   Der Reichtum des Herzens.... Beitrag #5 (permalink)
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Registriert seit: 03.08.2005
Beiträge: 0
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Zitat:
Zitat von Marina
Ich sehe das eher anders rum. Materielle Dinge können sich von jetzt auf gleich in Luft auflösen. Aber Freundschaft oder Liebe zu anderen Menschen kann mir keiner wegnehmen, außer ich mir selbst.
Interessant, das mal von der anderen Seite zu sehen. Ich sah es eher so, dass Geld zu mir keine Beziehung haben muss, damit kann ich ganz allein glücklich werden, wogegegen ich für die Aufrechterhaltung von Freundschaften schon etwas mehr "investieren" muss.

Gruß
Norbert
Gast117 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2005, 11:11   Der Reichtum des Herzens.... Beitrag #6 (permalink)
Senior Member
 
Benutzerbild von Sara
 
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Ort: in mir
Beiträge: 3.575
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Zitat:
Zitat von Norbert
Zitat:
Zitat von Marina
Ich sehe das eher anders rum. Materielle Dinge können sich von jetzt auf gleich in Luft auflösen. Aber Freundschaft oder Liebe zu anderen Menschen kann mir keiner wegnehmen, außer ich mir selbst.
Interessant, das mal von der anderen Seite zu sehen. Ich sah es eher so, dass Geld zu mir keine Beziehung haben muss, damit kann ich ganz allein glücklich werden, wogegegen ich für die Aufrechterhaltung von Freundschaften schon etwas mehr "investieren" muss.

Gruß
Norbert
Ich tendiere vom Herzen mehr in Richtung 'Marinas' Beitrag, weil ich durch meine Erfahrungen einfach gelernt habe, dass ich, wenn ich Geld haben will, auch was dafür tun muss...wenn ich ohne Geld leben will, brauche ich nur alles von mir streifen und schon lebe ich obdachlos und von der Hand in den Mund...auch dafür 'müßte ich was tun'. Egal, was ich tue im Zusammenhang mit Geld, es ist 'nie einfach so da'. Aber Freundschaften, die, die auch bei einem bleiben, wenn es einem nicht so gut geht, dafür muss ich einfach nur ICH SELBST sein...denn ich liebe meine Freunde ja auch um deren SELBST und bin einfach für sie da. ...dafür brauche ich nichts zu tun
Sara ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2005, 11:21   Der Reichtum des Herzens.... Beitrag #7 (permalink)
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Registriert seit: 03.08.2005
Beiträge: 0
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Zitat:
Zitat von Sandra
ich liebe meine Freunde ja auch um deren SELBST und bin einfach für sie da. ...dafür brauche ich nichts zu tun
Aber dieses "für sie DA sein" ist ein Tun, wenn auch ein Tun des Herzens, aber ein Tun - sehe ich so. Ein gutes Beispiel ist hier die Beziehung zu meiner Frau. Das die wachsen und gedeihen konnte, dafür haben wir beide uns ziemlich den A* aufgerissen.
Gast117 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.10.2005, 11:21   Der Reichtum des Herzens.... Beitrag #8 (permalink)
Senior Member
 
Registriert seit: 17.06.2004
Beiträge: 2.395
Standard

Zitat:
Zitat von Norbert
Interessant, das mal von der anderen Seite zu sehen. Ich sah es eher so, dass Geld zu mir keine Beziehung haben muss, damit kann ich ganz allein glücklich werden, wogegegen ich für die Aufrechterhaltung von Freundschaften schon etwas mehr "investieren" muss.
Ich denke schon, ich weiß was du meinst. Man muss was tun, was investieren, was "von sich geben", damit Liebe oder Freundschaft beständig ist und damit man was "zurück" bekommt (den Reichtum der Freundschaft/Liebe). Aber läuft das nicht letztlich auf Kuhhandel hinaus?

Für mch war es jedenfalls eine sehr faszinierende Erfahrung zu entdecken, dass es letztlich nichts mit dem anderen zu tun hat, was ich für jemand empfinde. Wenn ich glaube, dass ich für Freundschaft/Liebe etwas investieren muss, ist der Umkehrschluss, dass der andere auch was investieren muss, bzw. dass ich aus der Freundschaft/Liebe etwas bestimmtes erwarte. Dann hab ich das Problem, dass Freundschaft/Liebe tatsächlich einfach aufhören kann (nämlich, wenn der andere nicht mehr mitspielt, meinen Erwartungen nicht entspricht, sich auf meine "Investitionen" nicht einläßt)).

Wenn du dich von solchen Erwartungen freimachst, bist du frei zu lieben wen du willst, kann dir dann keiner nehmen. Und der andere ist frei zu reagieren wie er will, ohne deine Erwartungen erfüllen zu müssen. Das fühlt sich jedenfalls für mich ziemlich nach "Reichtum" an, den mir keiner nehmen kann.
Marina ist offline   Mit Zitat antworten
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