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Dhyana

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Alt 15.06.2006, 07:55   Der Ashtavakra Gita Dialog Beitrag #9 (permalink)
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8.Kapitel

Ashtavakra sprach:

„Nur der Zufriedene, dessen Sinne nicht an ihre Objekte verhaftet sind, der seine Einheit mit dem Universum von ganzem Herzen genießt, nur dieser kann als jnani oder yogi bezeichnet werden." (157)

„ Oh, Du, der um die Wahrheit weiß, erleidest niemals Elend in dieser Welt, da das ganze Universum von Dir selbst erfüllt ist." (158)

„Die Sinnesobjekte besitzen keine Anziehungskraft mehr für den, der im Selbst verweilt, so wie die bitteren Blätter des Neembaumes den Elefanten nicht mehr erfreuen, der die Blätter des Sallakibaumes genossen hat."(159)

„Selten in dieser Welt ist der, bei dem die Erfahrungen keine Eindrücke hinterlassen, der sich nicht mehr nach Erfahrungen, die noch zu genießen sind, sehnt." (160)

„Es ist leicht in dieser Welt jene zu finden, die sich nach Sinnesfreuden sehnen und ebenso jene, die nach Erleuchtung streben. Aber selten ist in der Tat die große Seele, die sich nicht um materielle Vergnügungen oder spirituelle Erleuchtung kümmert." (161)

„Der Weise sehnt sich nicht nach der Auflösung des Universums, noch interessiert ihn dessen Fortbestehen. Der Gesegnete lebt in vollkommenen Frieden mit allem, was das Leben bringt."(163)

„Als Folge dieses höchsten Verstehens und mit der Heilung des split-mind in seine Ganzheit, lebt der Weise glücklich und zufrieden, er sieht, hört, riecht und schmeckt." (164)

„Er ist mit den Objekten dieser Welt weder verhaftet, noch lehnt er sie ab und wird daher nicht im Meer von samsara hin und her geworfen. Sein mind ist leer, seine Handlungen geschehen ohne persönliche Motivationen, und seine Sinne werden nicht von ihren Objekten angezogen."(165)

„Wederwacht noch schläft der Weise, seine Augen sind weder geöffnet noch geschlossen. Die befreite Seele erfreut sich ihres Zustandes in allen Lebenslagen."(166)

„Der Befreite verweilt immer im Selbst. Reinen Herzens lebt er in allen Umständen frei von jeder Konditionierung." (167)

„Die große Seele sieht, hört, berührt, riecht, akzeptiert, geht , und ist frei von aller Anstrengung und Nichtanstrengung. Sie ist wahrlich befreit."(168)

„Der Befreite klagt weder an noch lobt er. Er frohlockt nicht, noch ist er ärgerlich. Weder gibt er, noch empfängt er. Er ist frei von jeder Bindung an Objekte. "(169)

„Der Anblick einer verlockenden Frau, oder des nahenden Todes, läßt die große Seele, die im Selbst ruht, gleichermaßen unerschüttert. Er ist wahrlich befreit." (170)

„Der Unerschütterliche, der überall das Gleiche sieht, unterscheidet nicht zwischen Glück und Elend, Mann und Frau, Wohlstand und Not." (171)

„In einem Weisen, dessen Bindungen an das weltliche Leben ausgelöscht sind, findet man weder Mitkid noch Gewalttätigkeit, weder Demut noch Anmaßung, weder Erstaunen noch Erregung." (172)

„Der Befreite verabscheut die Sinnesobjekte nicht, noch begehrt er sie. Er erfreut sich aller Dinge, die ihm begegnen mit einem völlig unberührten mind." (173)

„Immer im Selbst verweilend, konzeptualisiert der Weise, ausgestattet mit dem leeren mind, nicht länger die Gegensätze, wie richtig und falsch, gut und böse." (174)

„ Frei vom Gefühl des Egos und des, mein', wissend, aus fester Überzeugung, daß nichts wirklich existiert und mit all seinen inneren Wünschen zur Ruhe gekommen, handelt der Verstehende nicht, obwohl es so scheinen mag." (175)

„Der Zustand des Verstehenden ist unbeschreiblich. Sein Verstand und die Konzepte haben sich aufgelöst. Er ist völligfrei von Täuschungen, Träumen und Dumpfheit." (176)
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Alt 16.06.2006, 10:12   Der Ashtavakra Gita Dialog Beitrag #10 (permalink)
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9.Kapitel

Ashtavakra sprach:

„Gegrüßt sei das, was die Verkörperung der Glückseligkeit, derbeiteren Gelassenheit des Glanzes ist. Mit dem Aufgehen der Sonne des Verstehens erscheint alle Täuschung wie ein Traum." (177)

„Man kann eine große Anzahl von Vergnügungen durch den Erwerb der manifestierten Sinnesobjekte erfahren. Trotzdem kann wahres Glück nur durch den Verzicht auf all diese Dinge entstehen." (178)

„Wie kann der, dessen innerster Kern des Seins von der Sonnenglut der Sorgen verbrannt wurde, entstiegen dem Gefühl der Schuldigkeiten, das Glück genießen, ohne die fortgesetzten ambrosianischen Schauer der Wunschlosigkeit." (179)

„Dieses Universum ist nur ein Zustand des Bewußtseins. In Wahrheit ist es nichts. Die innere Natur des Existierenden und Nicht-Existierenden geht nie verloren." (180)

„Das Selbst, das Absolute —mühelos, unveränderlich, fleckenlos — ist weder entfernt, noch unterliegt es Begrenzungen. Es ist immer da, immer gegenwärtig." (181)

„Sobald sich die Illusion auflöst, ist das störende Hindernis für die klare Sicht beseitigt. Wenn das reine Verstehen aufleuchtet, zerstreuen sich die Sorgen." (182)

„Wissend, daß alles Sichtbare ein Produkt der Phantasie ist, daß das Ewige und Unabhängige das subjektive Selbst als Bewußtsein ist, kann das erleuchtete Wesen da noch töricht handeln wie ein Kind?" (183)

„Mit der festen Überzeugung, daß die eigene, wahre Natur Bewußtsein ist, und Existenz und Nicht-Existenz Einbildungen der Phantasie sind, kann es dafür den, der ohne Wunsch ist, noch irgend etwas zu denken, zu sagen oder zu tun geben?" (184)

„Für denyogi, der still geworden ist durch die klare Erkenntnis, daß nichts existiert außer Bewußtsein, werden alle Gedanken, wie ,Ich bin dies'oder,Ich bin nicht das', ausgelöscht." (185)

„Deryogi, der vollkommen in der Gelassenheit ruht, kümmert sich weder um Ablenkung noch um Konzentration, weder um Wissen noch um Unwissenheit, weder um Vergnügen noch um Elend."(186)

„Einem yogi, dessen Konditionierung völlig abgefallen ist, sind Reichtum oder Armut, Gewinn oder Verlust, die Gesellschaft von Menschen oder die Einsamkeit des Waldes vollkommen gleichgültig." (187)

„Wie kann es für den yogi, der die Dualitäten wie ,dies ist vollbracht' oder jenes noch nicht' transzendiert hat, irgendeine Frage von Pflichten, Wohlstand, Sinnesfreuden oder Diskriminierung geben ?" (188)

„Für den befreiten Wehen gibt es weder Pflicht noch Verhaftung. Alle seine Tätigkeiten sind Teil seiner vom Willen unbeeinflußten Art zu leben."(189)

„Wo kann es für den Weisen, der jenseits aller Konzeptualisierung ist, noch die Frage der Täuschung, des Universums oder dessen Entsagung oder das Thema der Befreiung geben?" (190)

„Derjenige, der das Universum ah Universum wahrnimmt, muß möglicherweise dessen Existenz verneinen, doch der, der ohne Konzepte ist, kümmert sich nicht darum, nimmt es wahr und sieht es dennoch nicht." (191)

„Derjenige, der Brahman als etwas von ihm Getrenntes wahrnimmt, mag über das Prinzip, Ich bin Brahman 'meditieren. Doch derjenige, welcher alle Konzepte transzendiert hat und nichts anderes mehr als sich selbst sieht, hat nichts, über das er meditieren könnte." (192)

„Derjenige, welcher Verwirrung in sich entdeckt, hält es für notwendig, diese zu kontrollieren. Doch was gibt es für den Edelmütigen zu tun, der sich mit keinerlei Verwirrung identifiziert hat?" (193)

„Der Weise scheint wie jeder gewöhnliche Mensch zu leben, aber es gibt einen fundamentalen Unterschied in ihren Auffassungen. Der Weise weiß, daß alles, was es gibt, Bewußtsein ist und kümmert sich daher weder um Konzentration noch um Ablenkung." (194)

„Nachdem der verständige Mensch das relative Konzept der Existenz und Nichtexistenz transzendiert hat und zufrieden und frei von Wünschen ist, tut er nichts mehr, obwohl er in den Augen der Welt seinen Geschäften nachgeht." (195)

„Der Weise führt in Zufriedenheit aus, was immer unter den gegebenen Umständen von ihm verlangt wird, aber er ist in Wahrheit weder in das Tun noch in das Nicht-Tun verwickelt."(l96)

Vorwärts getrieben von den Kräften der Kausalität im evolutionären Prozeß, treibt der Körper-mind Organismus des wunschlosen, unabhängigen Wesens, frei von allen Bindungen im Leben, wie ein trockenes Blatt im Wind." (197)

„Es gibt weder Freude noch Sorgen für den, der die weltliche Existenz transzendiert hat. Für immer von heiterer Gelassenheit lebt er in der Welt, als sei er ohne Körper." (198)

„Der Beständige, im Selbst-verweilend, mit einem ruhigen und reinen mind versehen, hat nichts aufzugeben. Kein Verlust, wie und wo auch immer, berührt ihn." (199)

„Der Beständige, mit einem leeren mind, natürlich und spontan lebend, nimmt das Leben, wie es kommt. Anders als der durchschnittliche Mensch, ist er unbeeinflußt durch Konzepte von Ehre und Schande." (200)

„Derjenige, welcher der festen Überzeugung ist, daß alles, was durch den Körper-mind Organismus geschieht, keine individuelle Tätigkeit ist, tut nichts, obwohl er tätig zu sein scheint." (201)

„Der Erleuchtete lebt natürlich und spontan, daher werden seine Handlungen nicht von Eigeninteressen bestimmt, und doch sind es nicht die Taten eines Narren. Für ihn bedeutet in dieser Welt zu sein das gleiche, wie nicht in dieser Welt zu sein. Er ist immer gelassen und zufrieden."(202)

„Der Beständige, der nicht am Streit der Gedanken undmen-takn Tätigkeiten interessieft ist, ist frei von Konzeptualisierung und daher immer in Ruhe. Er hat das Denken, Wissen, Hören und Wahrnehmen transzendiert." (203)

„Des Weisen mind wird nicht erregt oder von Gedanken beunruhigt und daher hat er keinen Anlaß, zu meditieren. Die Frage der Bindung oder Befreiung ist für ihn irrelevant. Mit der festen Überzeugung, daß das offenbare, manifestierte Universum ein Phantasiegebilde ist, existiert er als das reine Bewußtsein selbst."(204)

„Das identifizierte Individuum mit dem Gefühl des freien Willens handelt, selbst wenn es untätig ist. Der Erleuchtete jedoch, ohne ein Gefühl von persönlichem Handeln, handelt nicht, selbst wenn Handlungen geschehen."(205)

„Der mind des Erleuchteten ist weder erregt noch ekstatisch. Er ist tatenlos, frei von Schwankungen, ohne Verlangen. Der mind leuchtet ungehemmt von allen Zweifeln." (206)

„Der mind des Erleuchteten beschäftigt sich weder mit mentaler Tätigkeit noch mit anderen Aktivitäten. Wenn mentale Tätigkeiten oder andere Aktivitäten geschehen, entstehen sie nicht aus einem Gefühl von Wollen oder einer persönlichen Täterschaßheraus, sondern sind natürlich und spontan. "(207)

„Nachdem eine dumpfe Person die Wahrheit vernommen hat, wird sie noch verwirrter, während eine äußerst intelligente Person sich so sehr in sich selbst zurückzieht, daß sie anderen geistig träge erscheint." (208)

„Die verwirrten und unwissenden Menschen sind permanent in Übungen mentaler Konzentration oder in Bemühungen, den mind zu kontrollieren, verwickelt. Die Weisen andererseits sehen, wie im tiefen Schlaf, keine Notwendigkeit, irgend etwas zu tun." (209)

„Weder durch Tätigkeit noch durch Untätigkeit erlangt die unwissende Person Ruhe. Der Weise wird ruhig allein durch das Verstehen davon, was Ruhe ist." (210)

„In dieser Welt können die, die sich diversen Übungen unterwerfen, nicht zur Erkenntnis ihrer wahren Natur gelangen, die Reinheit, Intelligenz, Liebe, Vollkommenheit, transzendent und frei von jedem Schatten der Objektivität ist. "(211)

„Der Unwissende erlangt trotz verschiedener Disziplinen und Metboden, den mindzu kontrollieren, keine Befreiung. Der Gesegnete ist verankert im Selbst einzig und allein durch intuitives Verstehen."(212)

„Der Unwissende erlangt Brahman, wonach er sich sehnt, nicht, während der Weise die Natur des höchsten Brahman verwirklicht, ohne danach zu streben." (213)

„ Ohne die notwendige Unterstützung suchen die Unwissenden weiterhin die Illusion der Erleuchtung und füttern so die Illusion des manifestierten Universums von samsara. Der Weise zerstört das Problem an der Wurzel." (214)

„Der Narr versucht, Gelassenheit durch persönliche Bemühungen zu finden und scheitert. Der Weise nimmt die Wahrheit intuitiv wahr und ist für immer gelassen." (215)

„Wie kann es ein Sehen der Selbst-Natur für den geben, der lediglich dieses oder jenes Objekt sieht, wenn er die phänomenale Manifestation wahrnimmt? Wenn der Weise die Manifestation sieht, sieht er weder dieses noch jenes Objekt, sondern nur Bewußtsein, in dem diese erschienen sind." (216)

„Wie kann der Getäuschte, der Kämpfende, den mind kontrollieren? Für den Weisen, der tief im Selbst ruht, benötigt der whole-mind in seiner Spontanität keim Kontrolle." (217)

„Einige glauben an die Existenz der phänomenalen Manifestation, andere glauben, daß die phänomenale Manifestation nicht existiert. Selten ist der, den solche Konzepte nicht interessieren und der daher immer gelassen ist. (218)

„Jene mit unreifem Intellekt mögen glauben, daß derAtman rein und ohne ein Zweites ist. Trotzdem wollen sie Atman auf der phänomenalen Ebene als ein unabhängiges Wesen erfahren, und verbleiben daher unglücklich." (219)

„Der Intellekt eines Suchers, der nach Erleuchtung strebt, kann ohne ein Objekt als Stütze, auf das ersieh bezieht, nicht funktionieren. Der Intellekt des Befreiten ist unbegrenzt, uneingeschränkt von irgendeinem Wunsch, sogar von dem nach Befreiung."(220)
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Alt 16.06.2006, 10:13   Der Ashtavakra Gita Dialog Beitrag #11 (permalink)
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„Wenn er den Tigern der Sinnesobjekte begegnet, sucht der geängstigte Sucher Schutz im Käfig des mind und versucht mit verschiedenen Methoden, den mind zu kontrollieren und zu disziplinieren." (221)

„In der Begegnung mit dem wunschlosen Wesen, ausgestattet mit dem Mut eines Löwen, schleichen die Elefanten der Sinnesobjekte entweder leise davon, oder sie unterwerfen sich völlig wie dienerische Höflinge." (222)

„Ist die Selbst-Verwirklichung vollkommen und über jeden Zweifel erhaben, gibt es kein Bedürfnis nach Zuflucht in irgendwelche Disziplinen oder Praktiken ah einem Mittel zur Befreiung. Der Selbst-Verwirklichte sieht, hört, berührt, riecht, schmeckt und lebt glücklich." (223)

„Wenn der split-mind die Wahrheit vernommen hat und in seine heilige Ganzheit geheilt wurde, ist der Weise in permanenter, völliger Gelassenheit, unberührt von derRichtigkeit jeglicher Handlung oder Nicht-Handlung."(224)

„Frei vom Gefühl der Täterschaft führt der Weise aus, was immer getan werden muß, unberührt von der Richtigkeit der Taten. Sein Handeln ist wie die Handlung eines Kindes. "(225)

„Durch Freiheit entsteht Glück, durch Freiheit das Beste; durch Freiheit Gelassenheit; durch Freiheit wird der höchste Zustand erreicht." (226)

„Wenn sich das Verstehen vertieft, schwächt sich die Neigung des Verstandes, sich nach außen zu richten, ab in der Erkenntnis, daß das Selbst weder der Täter noch der Erfahrende ist." (227)

„Das nicht-willentliche, spontane, unbeschränkte Verhalten des Weisen, ist durchsichtig, offen und lauter. Doch es istnicht die gekünstelte Rübe, die von jemanden zur Schau gestellt wird, der immer noch von persönlichen Motiven und Überlegungen beherrscht wird." (228)

„Die Standhaften, völlig frei von aller Konzeptualisierung und ledig aller Verhaftungen, sind mal in wohlhabender Umgebung und mal in Berghöhlen anzutreffen."(229)

„Im Herzen des Standhaften ist völlige Losgelöstheit, unter welchen Umständen, in welcher Gesellschaft er auch immer sein mag —in Gegenwart eines vedischen Gelehrten, der geehrt wird, oder angebeteten Göttern, an einem heiligen Ort, oder in Gesellschaft eines Königs, einer Frau oder eines geliebten Wesens."(230)

„Der Yogi ist nicht beunruhigt, selbst wenn er von Dienern, Söhnen, Frauen, Enkeln oder anderen Verwandten verachtet oder verspottet wird." (231)

„ Obwohl erfreut, ist er nicht erfreut, obwohl mutlos ist er nicht mutlos. Nur die, die selbst so sind wie er, können diesen wunderbaren Zustand des Seins verstehen." (232)

„Der Sinn für Pflichten, relevant nur in Bezug aufsamsara, wird von den Weisen transzendiert, die ihre wahre Natur als all-durchdringend, formlos, unveränderlich und makellos verwirklicht haben." (233)

„Wer noch nicht still geworden ist, wird immer von Ablenkungen erregt, selbst wenn er nichts tut; der Erfahrene verweilt völlig unbewegt, selbst wenn er beschäftigt ist."(234)

„Selbst im täglichen Leben ist der Weise gleichmütig, immer glücklich, ob er sich entspannt, schläft, seinen gewöhnlichen Geschäften nachgeht, spricht oder ißt." (235)

„Wer seine wahre Natur erkannt hat, ist das vollkommene Vorbild für das Leben. Im Gegensatz zum durchschnittlichen Individuum lebt er seinen Alltaggelassen und unberührt wie ein stiller, großer See." (236)

„ Für den Verwirrten wird sogar der Rückzug in die Stille zur Aktion. Der Standhafte erntet auch in andauernder Tätigkeit die Früchte des Zurückziehens." (237)

„Ein moodha stellt oft Gleichgültigkeit gegenüber seinem Besitz zur Schau. Wo aber gibt es Verhaftet- oder Losgelöstsein für den, der die Identifikation mit dem Körper verloren hat?" (238)

„Der moodha ist immer damit beschäftigt zu konzeptualisieren. Wer im gegenwärtigen Augenblick verweilt, denkt bei seiner Arbeit, was notwendig ist, und doch denkt er nicht." (239)

„Der Mensch der Ruhe hat in allen Unternehmungen, die stattfinden, kein persönliches Motiv oder Ziel. Er lebt mit der Unschuld eines Kindes und ist an die Arbeiten, die er ausführt, nicht gebunden." (240)

„ Gesegnet ist der Verstehende, der den mind transzendiert hat, der von allen Umständen unberührt ist, während er physisch fortfährt zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen oder zu schmecken." (241)

„Wie kann es für den Vollkommenen, der unveränderlich ist wie das All, samsara oder ihre Manifestation geben? Wie kann es da ein Ziel oder Mittel geben, dies zu erreichen?" (242)

„Glorreich ist für den das Sein, der von allen Wünschen frei ist. Er ist die Verkörperung der vollkommenen Glückseligkeit, die seine wahre Natur ist, er bleibt für immer spontan, versunken im reinen Bewußtsein." (243)

„Was gibt es noch zu sagen ? Die große Seele mit dem vollkommenen Verständnis ist nicht nur frei von jedem Verlangen nach Sinnesfreuden, sondern auch frei von der Freude an der Erleuchtung. Sie ist völlig frei von jeder Bindung, zu jeder Zeit, an jedem Ort." (244)

„Was gibt es für ihn noch zu tun, der selbst das reine Bewußtsein ist? Er hat die manifestierte Welt, deren Vielfältigkeit nur aus unterschiedlichen Namen besteht, die mit Mahat * beginnen, völlig aufgegeben."(245)

„Der Reine weiß mit Gewißheit, daß dieses Universum ein Produkt der Illusion ist, daß nichts wirklich existiert. Das unsichtbare Selbst ist ihm offenbart worden, und ganz natürlich genießt er die Stille ." (246)

„Verhaltensregeln, Leidenschaftslosigkeit, Entsagung und Kontrolle des mind, all diese Bezeichnungen sind für den bedeutungslos, dessen Natur der Reine Glanz ist und der keine objektive Realität kennt." (247)

„Wie können die Bezeichnungen Bindung und Befreiung, Freude und Leid, irgendeine Bedeutung haben für den, der wie das Unendliche strahlt, sich selbst in endlosen Formen objektivierend, der keine relative Existenz kennt." (248)

„Mit dem Geschehen der plötzlichen Erleuchtung wird die Realität des Universums als eine Illusion erkannt. Der Weise lebt ohne das Gefühl eines Egos oder, mein', er ist völlig losgelöst von allem."(249)

„Wie kann der Weise, der das Selbst als unvergänglich und frei von Sorgen intuitiv -wahrgenommen hat, der ohne das Gefühl „Ich bin der Körper“ oder „der Körper gehört mir“ lebt, jemals am Universum oder an Wissen interessiert sein?"(250)

„Nicht eher gibt der Mensch von dumpfer Intelligenz seine Übungen der Disziplin und mind-Kontrolle auf bevor er nicht noch einmal von den unterdrückten Wünschen und Konzepten überfallen wird." (251)

„Sogar nachdem er die Wahrheit vernommen hat, gibt der Mensch von niedrigem Intellekt seine Täuschung nicht auf. Durch Verdrängungmagerruhig erscheinen, doch sein mind wird weiterhin von Verlangen nach Sinnesobjekten beunru-big* (252)

„Der, dessen Gefühl für die persönliche Täterschaft durch die intuitive Ein-Sicht seiner wahren Natur abgefallen ist, findet keinen Grund zu reden, oder irgend etwas zu tun, obwohl er in den Augen der durchschnittlichen Menschen ein normales Arbeitsleben führt." (253)

„Wie kann es für den standhaften Weisen, der immer unerschütterlich und angstfrei ist, die Frage von Dunkelheit oder Licht geben, die Frage irgend etwas zu verlieren? Für ihn gibt es nichts, das existiert." (254)

„Für ihn, der keine eigene, persönliche Natur besitzt, und dessen Natur daher nicht in spezifischen Begriffen ausgedrückt werden kann, wie kann es für ein solch selbst-verwirk-lichtes Wesen die Frage von Geduld, von Unterscheidung oder sogar von Angstlosigkeit geben?" (255)

„In der Vorstellung des yogi gibt es weder Himmel noch Hölle, nicht einmal die Voraussetzung von jeevan-mukti, der Befreiung im Leben. Tatsächlich gibt es im yogischen Bewußtsein nichts, kein Ding existiert." (256)

„Der mind des Standhaften sehnt sich nicht nach Gewinn, noch trauert er um etwas nicht Erreichtes. Sein gelassener mind bleibt immer erfüllt von Nektar." (257)

„Der Unvoreingenommene hat weder Lob für jemanden, der als gut gilt, noch Verurteilung für jemanden, der als schlecht gilt. Zufrieden, gleichmäßig und ausgewogen in Glück und Elend, gibt es für ihn nichts zu erreichen." (258)

„Der Weise verabscheut weder samsara, noch verlangt er nach nirvana. Frei von der Dualität, von Freude und Leid, ist er uninteressiert an Leben oder Tod." (259)

„Glorreich ist das Leben des Weisen, frei von allen Erwartungen, frei von jeder Verhaftung an Frau, Kindern oder irgend etwas anderem. Der ist frei von allem Verlangen nach Sinnesfreuden, den es nicht interessiert, ob der Körper existiert oder nicht." (260)
„Zufriedenheit wohnt immer im Herzen des Standhaften, der mit allem, was immer sein Los im Leben sein mag, zufrieden ist, der geht, wohin das Leben ihn führt, unbekümmert darum, wo er am Ende des Tages sein wird." (261)

„Ruhend auf dem Grund seines eigenen, wahren Seins, und daher Geburt und Tod transzendierend, kümmert sich der Große nicht darum, ob sein Körper dem Tod anheimfällt oder fortfährt zu existieren." (262)

„ Gesegnet ist der Weise, der in seiner Unnahbarkeit an nichts gebunden und ohne Verlangen nach Besitz ist. Er hat die Gegensätze transzendiert, und seine Zweifel sind vollkommen vernichtet worden." (263)

„ Glorreich ist derjenige, der frei ist von dem Gefühl des ,mir' und ,mein', für den ein Klumpen Erde, ein kostbarer Stein, ein Brocken Gold gleichwertig sind, dessen Verknotungen des Herzens zerrissen wurden, und der von rajas und tamas gereinigt wurde." (264)

„Wie kann es etwas Vergleichbares z» einem Befreiten geben, in dessen Herz es keine Spur von Verlangen irgendwelcher Art mehr gibt, der zufrieden und völlig gleichgültig gegenüber allen Objekten ist*" (265)
myra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.06.2006, 10:14   Der Ashtavakra Gita Dialog Beitrag #12 (permalink)
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„Kann es irgend jemand anderen geben, außer denjenigen, der aller persönlichen Wünsche beraubt ist, der weiß und doch nicht weiß, der empfängt und doch nicht empfängt, der spricht und dennoch nicht spricht?" (266)

„Sei er ein Bettler oder König, glorreich ist der, der völlig ungebunden und völlig frei von der konzeptionellen Dualität der miteinander verbunden Gegensätze von gut und schlecht ist." (267)

„Für den Yogi, der seine wahre Natur erkannt hat und der daher die Verkörperung von Unschuld und Aufrichtigkeit ist, wo gibt es für ihn eine Frage von Zügellosigkeit o der Einschränkung; wo ist die Frage einer Entscheidung zwischen dem was wahr ist, und nicht?" (268)

„Wie und wem kann die innere Erfahrung desjenigen, der völlig wunschlos ist, der alle Sorgen transzendiert hat, der fortwährend im Selbst verweilt —beschrieben werden?" (269)

„Der Selbst-Verwirklichte schläft nicht, selbst wenn er schläft, er liegt nicht, selbst wenn er träumt, er ist nicht wach, selbst im Wachzustand. Dies ist der Zustand dessen, der unter allen Gegebenheiten zufrieden ist."(270)

„Der Mensch-der-Weisheit ist ohne Gedanken, selbst wenn er denkt; er ist ohne Sinnesorgane, seihst wenn er sie benutzt; er ist ohne Intellekt, seihst wenn er mit diesem ausgestattet ist. Er ist ohne Ego, selbst wenn er es besitzt." (271)

„Der Mensch-der-Weisheit ist weder glücklich noch unglücklich, weder verhaftet noch unverhaftet, weder befreit noch ein Anwärter für die Befreiung. Er ist weder dies noch das." (272)

„Der Gesegnete ist nicht abgelenkt, selbst in der Zerstreuung. Er ist in der Meditation nicht meditativ; er ist nicht lustlos selbst in Lustlosigkeit; er ist nicht gebildet, selbst wenn er Bildung besitzt." (273)

„Der Befreite, der unter allen Bedingungen im Selbst verweilt, der frei ist von den Konzepten der Taten und Pflichten, der völlig ohne jedes Verlangen ist, bleibt unberührt von allen Ereignissen, er grübelt nicht über Geschehenes, oder Ungeschehenes." (274)

„Wenn er gelobt wird, ist der Weise nicht erfreut, wird er beschuldigt, ist er nicht verärgert. Weder erfreut er sich des Lebens, noch fürchtet er den Tod." (275)

„Der Losgelöste sucht bewußt weder die Menge noch die Wüste. Er ist derselbe überall und unter allen Umständen." (276)

10.Kapitel

Janaka sprach:

„Indem ich die Zangen der bewußten Wahrnehmung der Wahrheit benutze, habe ich den schmerzvollen Dorn der verschiedenen Meinungen, Konzepte und Urteile aus den innersten Schlupfwinkeln meines Herzens herausgerissen." (277)

„Wo ist dharma, wo ist kama, wo ist artha? Wo ist Gewissen und Unterscheidung? Wo ist Dualität — oder gar NichtDualität—für Mich, der ich in meiner eigenen Herrlichkeit verweile?"(278)

„Wo ist die Vergangenheit, wo ist die Zukunft oder sogar die Gegenwart? Wo ist Raum? Wo ist gar Ewigkeit?—für Mich, der ich in meiner eigenen Herrlichkeit verweile?" (279)

„Wo ist das Selbst, und wo ist das Nicht-Selbst, und ebenso Gut und Böse? Wo ist Angst oder Angstlosigkeit? —für Mich, der ich in meiner eigenen Herrlichkeit verweile?"(280)

„Wo ist das Träumen, wo der Tiefschlaf und der Wachzustand? Wo ist der vierte Zustand? Wo ist gar Furcht für Mich, der ich in meiner eigenen Herrlichkeit verweile?"
(281)

„Wo ist Entfernung, wo ist Nähe? Wo ist draußen, wo ist innen? Wo ist das Grobe und wo das Feine?—Für Mich, der ich in meiner eigenen Herrlichkeit verweile?" (282)

„Wo ist Leben oder Tod, wo sind die Welten und die weltlichen Relationen? Wo ist laya (Laya ist der Sprung des mind in den Schlaf, der traditionell als eines der vier Hindernisse für samadhi gilt. Die anderen drei sind vikshepa (Zerstreuung), kashaya (Trägheit) und rasavada (Schwelgen in samadhi) und wo ist samadhi für Mich, der ich in meiner eigenen Herrlichkeit verweile?" (283)

„ Über die drei Ziele des Lebens zu sprechen, ist sinnlos, über Yoga zu sprechen ist zwecklos, und sogar das Reden über Weisheit ist irrelevant für Mich, der ich im Selbst verweile." (284)

„Wo sind die Elemente, wo ist der Körper, wo sind die Organe, und wo ist der mind? Wo ist wirklich die Leere oder Verzweiflung für Mich, der ich von Natur aus ohne den geringsten Makel bin?" (285)

„Wo sind die Schriften und das Wissen um das Selbst? Wo ist der mind, gelöst von den Sinnesobjekten, und wo ist Zufriedenheit? Wo ist Wunschlosigkeit —für Mich, der die Dualität der Gegensätze transzendiert hat?" (286)

„Wo ist Wissen und wo ist Unwissenheit? Wo ist das Ich, und wo ist,dies ist mein'? Wo ist Bindung und wo ist Befreiung? Wie kann es für meine Selbst-Natur irgendein Attribut geben?" (287)

„Wo ist prarabdah-karma? Wo ist die Frage der Befreiung, sei es im Leben oder Tod? —für Mich, den ewig Undifferen-zierten?" (288)

„Wo ist der Täter oder der Genießer, wo ist die Auflösung oder das Auftauchen von Gedanken ? Wo ist die Frage von wahrer oder falscher Wahrnehmung für Mich, der ich immer unpersönlich bin?" (289)

„Wo ist die Welt, und wo ist der Sucher, wo ist die Frage von Yoga als Wissen, wer verweilt in Knechtschaft, oder wer ist befreit—für Mich, dessen wahre Natur die Nicht-Dualität ist? (290)

„Wo ist Erschaffung, und wo ist Zerstörung? Was ist das Ende und wo ist der Weg dorthin ? Wo ist die Frage von Suchen oder Erlangen für Mich, verweilend in meiner nicht-dualen Natur?" (291)

„Wo ist der,Wissende' und wo ist der ,Weg zum Wissen'? Wo ist das ,Objekt des Wissens' und wo ist ,objektives Wissen'? Was ist ein Etwas, und was ist kein Etwas —für Mich, der ewig rein ist?" (292)

„Wie kann es je Ablenkung oder Konzentration, Wissen oder Täuschung, Freude oder Schmerz geben für Mich, der immer tatenlos ist?" (293)

„Wo ist das Relative oder das Absolute, Glück oder Unglück für Mich, der immer jenseits aller Konzeptualisierung ist?" (294)

„Wo ist maya, wo ist samsara, wo ist Verhaftung oder Losgelöstsein, wie kann es eine Frage von Jiva oder Brahman geben —für Mich, der ewig rein ist?" (295)

„Wo ist Tätigkeit oder Untätigkeit, wo ist Befreiung oder Bindung für Mich, der immer unveränderlich, unteilbar und im Selbst verankert ist?" (296)

„Wo sind spirituelle Unterweisungen oder schriftliche Verbote ? Wo ist der Schüler, und wo ist der guru ? Wo gibt es die Frage irgendwelcher Pflichten für Mich, dem subjektiven potentiellen Plenum, frei von allen Begrenzungen?" (297)

„Wo ist Existenz oder Nicht-Existenz? Wo ist Einheit oder Dualität? Kurz, es ist unnötig mehr zu sagen, außer daß in der Tat nichts von mir ausstrahlt." (298)
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