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03.04.2005, 22:38
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Das Wesen des Lebens Beitrag #1 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 29.06.2004
Beiträge: 0
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Das Wesen des Lebens
Mal eine etwas andere Sicht auf das "Wesen des Lebens", wie es SO hier bisher selten betrachtet und besprochen wurde, soweit ich mich erinnern kann:
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Wir glauben zutiefst, dass alles vollkommen sein wird, wenn wir nur genug meditiert, genug gejoggt oder uns perfekt ernährt haben. Vom Standpunkt eines erwachten Menschen wäre das jedoch der Tod. Die Suche nach Sicherheit oder Perfektion, die Freude daran, sich bestätigt und heil, selbstzufrieden und bequem zu fühlen, ist eine Art Tod. Es fehlt die frische Luft. Es gibt keinen Raum mehr für Überraschungen.
Wenn wir unsere Erfahrung kontrollieren, töten wir den Augenblick.
Damit programmieren wir unser Versagen vor, denn früher oder später werden wir eine Erfahrung machen, die wir nicht kontrollieren können: Unser Haus brennt ab, ein geliebter Mensch stirbt, wir erfahren, dass wir Krebs haben, aus heiterem Himmel fällt uns ein Ziegelstein auf den Kopf oder jemand schüttet Tomatensaft über unseren schönen neuen, weißen Anzug.
Herausforderung ist das Wesen des Lebens.
Manchmal ist es süß und manchmal bitter. Manchmal verspannt sich unser Körper, und manchmal ist er entspannt und offen. Manchmal haben wir Kopfschmerzen, ein andermal fühlen wir uns ganz und gar gesund. Alle losen Enden zu verknüpfen und schließlich alles im Griff zu haben, ist vom Blickpunkt des Erwachens tödlich, denn es erfordert das Leugnen vieler Grunderfahrungen. Eine derartige Einstellung, der Versuch, alle scharfen Kanten und Unvollkommenheiten zu glätten und das Leben zu einem netten angenehmen Ausflug zu machen, hat etwas Aggressives.
Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden.
Voll und ganz zu leben bedeutet, sich ständig im Niemandsland zu befinden, jeden Augenblick völlig neu und frisch zu erleben.
Wahres Leben ist die Bereitschaft, immer wieder aufs neue zu sterben.
Das ist Leben vom Standpunkt des Erwachens. Tod hingegen ist der Wunsch, an dem, was man hat, festzuhalten und sich von jeder Erfahrung bestätigen und auf die Schulter klopfen zu lassen, weil man alles so schön im Griff hat.
(Pema Chödrön)
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LG
Arjuna
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03.04.2005, 22:52
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Das Wesen des Lebens Beitrag #2 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 21.01.2005
Ort: Blauer Planet
Beiträge: 623
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Danke
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04.04.2005, 02:48
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Das Wesen des Lebens Beitrag #3 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 23.12.2003
Ort: Berlin
Beiträge: 971
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Re: Das Wesen des Lebens
Zitat:
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Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden.
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unaufhörlich ist bißchen viel, oder?
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04.04.2005, 08:31
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Das Wesen des Lebens Beitrag #4 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 18.09.2004
Ort: in mir
Beiträge: 3.575
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Re: Das Wesen des Lebens
Zitat:
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Zitat von natascha
Zitat:
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Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden.
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unaufhörlich ist bißchen viel, oder?
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Nunja, so ist das LEBEN  :wink:
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04.04.2005, 10:38
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Das Wesen des Lebens Beitrag #5 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 21.01.2005
Ort: Blauer Planet
Beiträge: 623
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Zitat:
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Zitat von natascha
Zitat:
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Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden.
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unaufhörlich ist bißchen viel, oder?
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Hallo Natascha,
ja, kann auch mal ein bißchen viel werden, finde ich auch, aber kann man sich das aussuchen :?:
Zu Zeiten als ich hier nur als Gast geschrieben habe, nannte ich es mal " jeden Tag werde ich auf´s Neue in die Welt gespuckt". Das war im Herbst letzten Jahres und es ist bis heute so geblieben.
Schon seit ca. 2 Jahren frage ich mich jeden Morgen, wenn ich aufwache, wie es mir geht und was sein wird, bis ich in der nächsten Nacht dann wieder im Bett liege...so geht das unaufhörlich weiter. Manchmal ist es atemberaubend, spannend, unerklärlich schön...manchmal ist es schmerzhaft, ausweglos, abgrundtief traurig...aber egal wie, es gibt immer so viel zu entdecken! In 2 Jahren habe ich 12 dicke Kladden mit diesen inneren und äußeren Erlebnissen vollgeschrieben...und es reißt nicht ab...kommt mir manchmal vor wie eine Art "Wahrnehmungstraining"
Das Leben ist einfach extrem spektakulär!
lieben Gruß
Gabi
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04.04.2005, 12:41
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Das Wesen des Lebens Beitrag #6 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 23.12.2003
Ort: Berlin
Beiträge: 971
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Zitat:
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Zitat von Gabilein
Zitat:
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Zitat von natascha
Zitat:
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Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein, bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden.
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unaufhörlich ist bißchen viel, oder?
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Hallo Natascha,
ja, kann auch mal ein bißchen viel werden, finde ich auch, aber kann man sich das aussuchen :?:
Zu Zeiten als ich hier nur als Gast geschrieben habe, nannte ich es mal " jeden Tag werde ich auf´s Neue in die Welt gespuckt". Das war im Herbst letzten Jahres und es ist bis heute so geblieben.
Schon seit ca. 2 Jahren frage ich mich jeden Morgen, wenn ich aufwache, wie es mir geht und was sein wird, bis ich in der nächsten Nacht dann wieder im Bett liege...so geht das unaufhörlich weiter. Manchmal ist es atemberaubend, spannend, unerklärlich schön...manchmal ist es schmerzhaft, ausweglos, abgrundtief traurig...aber egal wie, es gibt immer so viel zu entdecken! In 2 Jahren habe ich 12 dicke Kladden mit diesen inneren und äußeren Erlebnissen vollgeschrieben...und es reißt nicht ab...kommt mir manchmal vor wie eine Art "Wahrnehmungstraining"
Das Leben ist einfach extrem spektakulär!
lieben Gruß
Gabi 
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hallo gabilein,
ich weiß genau, was du meinst. es geht mir schon mein ganzes leben lang so. ich hätte gern mal ein bißchen nest, ist aber nicht in sicht...
lieben gruß
natascha
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04.04.2005, 13:05
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Das Wesen des Lebens Beitrag #7 (permalink)
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Guest
Registriert seit: 29.06.2004
Beiträge: 0
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Zitat:
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Zitat von natascha
ich hätte gern mal ein bißchen nest, ist aber nicht in sicht...
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Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es "da draußen" überhaupt ein Nest gibt, das man "haben" kann. Das hier angesprochene Nest ist wohl eher eine Metapher, die darauf hindeutet, sich selbst ein Nest der Stille zu werden und dann vielleicht mal das "lautlose Fliegen" zu lernen. Ich weiß, das klingt nach alleinsein und das klingt traurig, aber manchmal beruhigt es mich trotzdem.
[center:ef0e194476]Einmal bin ich in die Stille eingebrochen
Einmal hielt die Zeit den Atem an
Einmal waren meine Arme Flügel
an denen meine Traurigkeit zerrann.
(Jutta von Ungern-Sternberg)[/center:ef0e194476]
LG
Arjuna
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04.04.2005, 13:31
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Das Wesen des Lebens Beitrag #8 (permalink)
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Senior Member
Registriert seit: 23.12.2003
Ort: Berlin
Beiträge: 971
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ich wußte, daß du mir das sagen wirst, arjuna. das nest in sich selbst... das klingt für mich weder traurig noch ist es mir neu. es ist erstaunlich, wie treffsicher immer genau das kommt, was die spatzen von den dächern pfeifen. nix für ungut, arjuna, ist wirklich nicht bös gemeint, ich bin nur erstaunt über die immergleichen sprüche.
lieben gruß
natascha
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