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Verschiedene Spirituelle Wege

Gespräche über spirituelle Traditionen & Philosophien, Religionen, Methoden und Nicht-Methoden, neue und alte Wege, Bhakti, usw.


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Alt 20.02.2006, 10:44   Acarya Madhva Beitrag #1 (permalink)
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Acarya Madhva



Gemäss den Sri Kurma Inschriften Narahari Tirthas, wurde sein direkter Schüler, Sripad Madhavacarya 1238 geboren und lebte 79 Jahre lang, bis 1317 A.D. Dies wird im Anu-Madhva-Carita bestätigt. Gemäß den autorisierten Biographien, die von seinen Schülern kurz nach seinem Verscheiden verfaßt wurden, wurde Sripad Madhva im Dorf Tulunada geboren, welches sich ungefähr acht Meilen südöstlich der Stadt Udipi in Karnataka befindet.



Er kam aus einer Familie von sivalli-brahmanas und war der Sohn von Madhyageha Bhatta. In seinem Kommentar zum Caitanya Caritamrta (Cc Madhya 9.245), erläutert Bhaktivedanta Swami folgendermaßen: "In seiner Kindheit war Madhvacdarya als Vasudeva bekannt und es gibt einige wunderbare Geschichten die ihn umgeben.

Es wird gesagt, daß sein Vater viele Schulden anhäufte und Madhvacarya verwandelte Tamarindensamen in echte Münzen, um sie abzubezahlen. Als er fünf Jahre alt war, wurde ihm die heilige Schnur angeboten. Ein Dämon namens Maniman lebte in der Nähe seiner Wohnung, in der Form einer Schlange und im Alter von fünf Jahren, tötete Madvacarya die Schlange mit dem Zehen seines linken Fußes. Wenn seine Mutter sehr beunruhigt war, erschien er mit einem Satz vor ihr. Er war selbst in seiner Kindheit ein großer Gelehrter und obwohl sein Vater nicht zustimmte, nahm er im Alter von zwölf Jahren sannyasa. Als Madhvacarya nur zwölf Jahre alt war, verließ er sein Zuhause und nahm die entsagte Stufe des Lebens, unter der Führung von Acyutapreksa, seinem sannyasa-guru, an. Madhvas sannyasa-Name war Purnaprajna Tirtha.



Sein tiefes Studium der Schriften war einmalig, und hatte ihn von der Nutzlosigkeit der Advaita-Interpretation des Vedanta überzeugt. Er war inspiriert, die ursprüngliche und reine Auslegung des Vedantas wiederzubeleben, die den persönlichen Theismus förderte. Er sollte dies auf der Grundlage einer profunden und innovativen Auslegung der Schriften machen, für die er berühmt werden sollte. Diese Auslegung ist bekannt als Dvaita-dvaita-vada, oder reiner Dualismus. Nach seiner Einweihung verbrachte Purnaprajna einige Zeit im ashrama Acyutaprekshas, wo er die Vedanta-Kommentare verschiedener acaryas genau studierte, beginnend mit dem Istasiddhi von Vimuktatman. Aber bald wuchs Purnaprajnas Expertise, in der Diskussion der Schriften und seine Entschlossenheit den persönlichen Theismus als die Schluss-folgerung des Vedanta einzuführen, bis zu dem Punkt, wo er Acyutapreksha in der Diskussion besiegen konnte. Acyutapreksha anerkannte Purnaprajnas überlegene Gelehrsamkeit und machte ihn zum Leiter seines ashramas. Es wurde Purnaprajna auch der Titel Ananda Tirtha verliehen.



In verschiedenen Schriften wird unter diesem Namen auf ihn Bezug genommen. Nachdem er die Tempelautorität im ashrama Acyutaprekshas wurde, fing Purnaprajna an, Schüler auszubilden, predigte seine Auslegung des Vedanta und widerlegte viele Gelehrte aus verschiedenen Schulen der Philosophie, einschließlich Buddhisten, Jains, Advaitins und verschiedene Unpersönlichkeits-anhänger, Agnostiker, Logiker und Praktizierende materialistischer Religion. Sein Erfolg im Widerlegen aller entgegengesetzten Gelehrten inspirierte ihn, eine Reise durch Südindien zu machen, im Bemühen, die Philosophie des persönlichen Theismus und der Hingabe an Visnu weit und breit zu predigen. Zu dieser Zeit hatte er alle Details seines philosophischen Systems vollständig ausformuliert, es aber noch nicht zu Papier gebracht.



Seine Südindien-Tour war ziemlich ausgedehnt. Sie brachte ihn von Udipi bis zur südlichsten Spitze Indiens (Kanyakumari), und von dort nach Rameshvaram, Shri Rangam und vielen anderen wichtigen heiligen Pilgerorten. Wo immer er hinging, diskutierte er mit den führenden Gelehrten der Unpersönlichkeitsschule und zerschmetterte ihre Auslegungen des Vedanta durch sein brilliantes Eintreten für den dualistischen Theismus. Seine vernichtende Kritik an Shankaracaryas unpersönlichem Vedanta traf auf zähen Widerstand, aber niemand konnte ihn in der Diskussion der Schriften und Logik bezwingen. Es wird gesagt, daß Madhva, als er in Kanyakumari war von einem großen Unpersönlichkeits-Gelehrten der Shankara Schule herausgefordert wurde, seinen eigenen Kommentar zum Vedanta zu schreiben, wenn er mit den Lehren des Meisters nicht einverstanden sei. Es wird gesagt, daß Madhva zu dieser Zeit versprach, seinen eigenen Kommentar zum Vedanta zu schreiben, der die richtigen Schlußfolgerungen des persönlichen Theismus voll und ganz ausführen würde.



In Shri Rangam brachte er ein gewisses Maß an Unzufriedenheit gegenüber den Schlußfolgerungen Ramanujas visistadvaita-vada zum Ausdruck, indem er sagte, er würde nicht weit genug gehen, um die gefährliche spekulative Philosophie Shankaracaryas zu widerlegen. Dies trug weiter zur festen Entschlossenheit Madhvas bei, eines Tages seinen eigenen Kommentar, der seine eigene einzigartige Auslegung beinhaltet, zu verfassen. Nachdem Madhva seine Südindienreise beendet hatte, entschloß er sich, Nordindien ebenfalls zu bereisen. Da sein Vorsatz, seinen eigenen Vedanta-Kommentar zu vervollständigen täglich wuchs, war er begierig darauf, die Arbeit zu beginnen. Doch Madhva wollte die Segnungen des Autors des Vedanta, Vedavyasa selbst, bevor er ein solch anspruchsvolles Projekt begann.



Er begab sich sodann auf die Reise nach Nordindien und in die Himalayas, um die Segnungen Vedavyasas zu bekommen, denn es wurde gesagt, daß Vyasa, der unsterblich ist, immernoch in seinem ashrama in Badarinatha wohne, obwohl er sich sterblichen Augen niemals sichtbar mache. Nach einer langen Reise zu Fuß, kam Shripad Madhva schließlich an der Anantamatha in Badarinatha an. Er blieb dort sieben Wochen, absorbiert in Fasten, Gebet und hingebungsvoller Meditation. Von Innen her inspiriert, wanderte er weiter hoch in die Berge nach Badarikasrama, im oberen Badari, wo Vyasadeva seine Einsiedelei hat. Dort traf er Vedavyasa und erklärte seinen Kommentar zur Bhagavad-gita Vyasa selbst, welcher ihn guthieß. Als er Vyasa traf, hat er einen shalagrama-shila erhalten, der als Ashtamurti bekannt ist. Nach einer Diskussion über die Schriften mit Vyasadeva, wurde Sripad Madhvacaryas Verständnis ihrer inneren Bedeutung sogar noch tiefer. Er blieb einige Monate in Badarikashrama, bis er seinen Kommentar zur Bhagavad-gita fertiggestellt hatte, woraufhin er zur Anantamatha zurückging. Zu dieser Zeit schrieb Madhvas Begleiter, Satya Tirtha den gesamten Kommentar auf. Ebenfalls zu dieser Zeit schrieb Madhva seinen Kommentar zum Vedanta. Madhva sagte Lebewohl zu Badarinatha und begann mit seiner langen Heimreise.



Auf dem Weg traf er erneut viele Gelehrten verschiedener philosophischer Schulen und wiederlegte sie. Er reiste durch Bihar, Bengalen, Orissa und Andhradesa. Das Madhva-vijaya beschreibt, wie, als Madhva Ganjama, an den Ufern des Flusses Godavari erreichte, er zwei führende Gelehrte traf, die in allen wichtigen Schriften gut bewandert waren: Sobhana Bhatta und Swami Sastri. Nachdem er sie zu seiner Schule bekehrt hatte, wurden diese Gelehrten als wichtige Nachfolger Shripad Madhvas berühmt. Sie wurden bekannt als Padmanabha Tirtha und Narahari Tirtha und werden als Haupt-acaryas der Madhva-Schule, nach Madhva selbst, betrachtet. Narahari Tirtha is berühmt für seine Kommentare zu Madhvas Gita-bhasya und Karma-nirnaya. Er war der Premierminister von Kalinga, von 1271 bis 1293. Padmanabha Tirtha schrieb zu vielen von Madhvas Werken Kommentare, einschließlich Madhvas Brahma-sutra-bhasya, seinem Anuvyakhyana und seinen Dasha-prakaranas. Er war der erste Kommentator vieler Hauptwerke Madhvacaryas. Nachdem Shripad Madhvacarya Sobhana Bhatta und Swami Sastri bekehrt hatte, reiste er durch Andhrapradesha, Maharastra und Karnataka und kam zuletzt in Udipi an.



Bei seiner Rückkehr nach Udipi aus Nordindien, trat Madhva Acyutapreksha gegenüber, der sich vorher geweigert hatte, seine Vorstellungen zu akzeptieren. Man bemerke: die Rollen wurden vertauscht - der guru wurde zum Schüler und der Schüler zum guru. Madhva bekehrte Acyutapreksha von Shankaras Vedanta zur Sache des Vaishnavismus und akzeptierte ihn als Nachfolger. Aufgrund von Madhvas Erfolg im Widerlegen entgegengesetzter Gelehrter und gurus, verbreitete sich sein Ruf und seine Begeisterung für sein neues System der Vedanta-Philosophie wuchs. Als seine Kommentare zur Bhagavad-gita und zum Vedanta immer weitläufiger Anerkennung fanden, begannen Anhänger und neue Bekehrte aus ganz Indien sich seinem Lager anzuschließen; angezogen von seiner charismatischen Persönlichkeit, unüberwindlichen Logik, seinem Wissen über die Schriften und von seinem inspirierten Glauben. Als er sich in Udipi aufhielt, pflegte Madhva regelmäßig im Ozean zu baden. Eines Tages saß er, in Meditation über Shri Krsna versunken, am Strand. Zu dieser Zeit machte er ein Schiff aus, das nach Dvaraka fuhr und drauf und dran war auf eine Sandbank aufzulaufen. Er signalisierte dem Schiff, daß es vorsichtig sein solle und so konnte es sicher das Ufer erreichen. Der Kapitän des Schiffes wollte Shri Madhvacarya ein Geschenk geben, welcher ein großes Stück gopi-chandana-tilaka annahm. Als es dem acharya übergeben wurde, brach das große Stück Tilak entzwei und gab eine riesige Bildgestalt Krsnas preis. Alle waren erstaunt eine Bildgestalt Krsnas in einem Klotz Tilak vorzufinden, aber für Madhvacaraya waren Wunder nichts ungewöhnliches und er nahm es als die Gnade des Herrn an. Zu dieser Zeit verfaßte er einige wunderbare Gebete, zur Verherrlichung Shri Krsnas und kurz danach wurde jene Bildgestalt im Tempel in Udipi installiert, wo sie heute noch ist. Die Bildgestalt wog so viel, daß selbst dreißig Männer Schwierigkeiten hatten, sie zu bewegen. Madhva jedoch, war übermenschlich kräftig - man sagt, daß er eine Inkarnation Vayus war und es fertigbrachte, die Bildgestalt alleine nach Udipi zu tragen.
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Alt 20.02.2006, 10:54   Acarya Madhva Beitrag #2 (permalink)
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Nach der Installation der Bildgestalt Krsnas in Udipi überarbeitete er das System der Bildgestaltenverehrung und etablierte unter seinen Nachfolgern einen strikten Standart für zeremonielle Rituale und deren richtige Ausführung und auferlegte unter anderen Dingen das strikte Einhalten des Fastens an Ekadasis. Nachdem Madhva Zuhause solch großen Erfolg erzielt hatte, war es an der Zeit noch einmal in die Ferne zu reisen.

Er ging auf eine zweite Pilgerreise nach Nordindien, wo er erneut Badarikasrama besuchte. Das Madhva-vijaya, das vom Sohn einer von Madhvas Schülern geschrieben wurde, beschreibt wie Madhva sich sein scharfes Wissen, seine Kenntnis vieler Sprachen, wie Türkisch und Persisch und seinen Mut große Hindernisse bei seinem Predigen zu überwinden, zu Nutze machte. Auf seiner Nordindienreise kamen Madhva und seine Schüler zu einem Ort in der Provinz von Ganga Pradesh, wo politische Spannungen zwischen Hindus und Moslems sie daran hinderte den Fluß zu überqueren. Die Hindus waren auf der einen Seite des Flusses und die Moslems auf der anderen Seite. Niemand wagte es, überzusetzen und kein Boot war erhältlich. Madhva und seine Anhänger schwammen über den Fluß, ohne sich um die muslimischen Soldaten, die das Überqueren überwachten, zu kümmern. Das ganze Lager wurde eingesperrt. Madhva wurde vor Sultan Jalal-uddin-Khilji, den muslimischen König gebracht, der eine Erklärung forderte. Als es Madhva endlich gestattet wurde zu sprechen, sprach er auf Persisch und richtete sich ausführlich, mit dem Thema des hingebungsvollen Theismus an den König. Als der Sultan die Intensität und heilige Reinheit Sripad Madhvacaryas sah, wurde sein Herz erweicht. Er war so von Madhva beeindruckt, daß er ihm Land und Geld anbieten wollte, aber Madhva gab ein Beispiel für Entsagung, indem er das Angebot des Sultans demütig ablehnte. Wo Weisheit nicht half, machte Madhva machmal von seiner übermenschlichen Kraft gebrauch um eine Situation zu retten. Einmal wurde sein Reisebegleiter und sannyasi-Schüler Satya Tirtha von einem wilden Tiger angegriffen. Furchlos kam ihm Madhva zur Hilfe. Nachdem er den Tiger von Satya Tirtha weggezerrt hatte, schickte er ihn mit seinem Schwanz zwischen den Füssen von dannen.

Ein anderes Mal kam er auf seiner Pilgerreise durch ein gefährliches Gebiet Indiens und wurde von mörderischen Banditen angegriffen. Er wehrte sie jedoch mit Leichtigkeit ab. Madhva war eine sehr facettenreiche Persönlichkeit, die lang und gesund lebte. Seine Führerposition entsprach seiner Natur und er glaubte sowohl an die Kultur des Körpers, als auch an intellektuelle, moralische und spirituelle Kultur. Er nahm an vielen athletischen Betätigungen, wie z.B. Ringen, Schwimmen und Bergsteigen teil, was ihm in den Himalayas zu gute kam. Da er aus einer Familie von brahmanas kam, die vom Kriegs-brahmana und der Inkarnation Gottes, Parasurama abstammte, war er groß, stark und robust. Es war bekannt, daß dem Ausmaß seiner körpelichen Stärke keine Grenze gesetzt war. Das Madhva-vijaya hält fest, wie ein starker Mann namens Kandanjari, der den Ruf hatte, die Stärke von dreißig Männern zu besitzen, einst Madhvacarya zu einem Stärkewettkampf herausforderte. Madhvacarya plazierte seinen großen Zeh fest auf dem Boden und forderte Kandanjari, den berühmten starken Mann auf, zu versuchen ihn zu lupfen. Der mächtige Kandanjari zerrte mit all seiner Stärke immer wieder, war aber nicht dazu in der Lage den großen Zeh Madhvacaryas auch nur ein Stück weit zu bewegen. Gemäß Trivikrama Pandita, war Madhvacarya mit allen 32 Symptomen einer großen Persönlichkeit ausgestattet. Er hatte eine tiefe, klangvolle und melodische Stimme und war ein ausgezeichneter Sänger. Sein Vortragen der Verse des Srimad-Bhagavatam wurde als besonders lieblich betrachtet. Auf diese Weise reiste Madhva weitläufig durch ganz Indien. Er kehrte nach Südindien zurück, nachdem er Badarinatha, Delhi, Kuruksetra, Benares und Goa besucht hatte.

Danach waren seine Reisen haupsächlich of die Provinzen in Südindien, in der Nähe von Udipi beschränkt. Nach Sankaracarya, der auch weitläufig reiste, war er der zweite wichtige Vedanta-acarya, der durch ganz Indien reiste und seine weite Predigeraktion hatte eine bleibende Auswirkung. Nach und nach wuchs seine Gefolgschaft und große Persönlichkeiten aus allen Teilen Indiens akzeptierten ihn als guru. Das Madhva-vijaya erwähnt, daß er Schüler aus vielen Ländern hatte und seine heutigen Anhänger schließen acht Sprachgebiete mitein - Tulu, Kannada, Konkani, Maratha, Telugu, Süd-Saurastri, Bengali und Hindi. Nachdem Madhva nach Udipi zurückgekehrt war, vertiefte er sich erneut in produktivem literarischem Schaffen. Er schrieb Erläuterungen zu den zehn wichtigsten Upanisaden. Er schrieb zehn bedeutende philosphische Abhandlungen, die Dasa-Prakaranas, wie auch das Anu-Vyakhyana, das viele als sein wichtigstes Werk betrachten. Er schrieb eine Zusammenfassung des Mahabharata, namens Moksa-dharma und er schrieb auch Erläuterungen zum Srimad-Bhagavatam. Madhvacaryas Hingabe zum Herrn und seine tiefe Gelehrtheit machten ihn zu einem gefürchteten und gehaßten Feind der Anhänger Sankaracaryas, die ein maßgebliches Interesse daran hatten, ihre Stellung als die einzig echten Vedantisten, aufrechtzuerhalten. Man sagt: "Von allen Seuchen durch die die Menschheit verflucht wurde, ist die geistige Tyrannei die schlimmste."
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Alt 20.02.2006, 10:56   Acarya Madhva Beitrag #3 (permalink)
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Die Tyrannei der acaryas der Srngeri-matha, die von Sankaracarya gegründet wurde, ging so weit, Sripad Madhva mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, zu attackieren. Sie bedienten sich zahlreicher Mittel um die Anhänger Madhvas zu belästigen. Sie versuchten zu beweisen, daß Madhva nicht aus einer zuläßigen Schülernachfolge kommt. Letztlich forderten sie Madhva zu einer Debatte heraus. Die Sankaraiten wählten den hochgelehrten Pundarika Puri als ihren Meister-Pandit, der für seine Gelehrsamkeit und seine Expertise in der Diskussion berühmt war. In der Debatte mit Madhva wurde er gedemütigt. Im Argumentieren mit Madhva, war Pundarika wie ein Schuljunge, er einem Professor gegentrat. Um sich zu rächen, beauftragte der besiegte pandita einen seiner Konsorten, einen sannyasi namens Padma Tirtha, eine unbezahlbare Sammlung alter Sanskritschriften aus der Bücherei Sripad Madhvacaryas zu stehlen. Die Bücher wurden später wiederentdeckt, mit Hilfe von König Jayasimha aus Kumla. Nachdem Jayasimha Raja die Bücher Madhvacaryas wiedergefunden hatte, wurde ein Treffen zwischen Jayasimha und Madhva arrangiert. Pandita Trivikrama, ein Einwohner von Visnumangala, war die höchste Autorität über den unpersönlichen Vedanta im Land von Kumla und ein ausgezeichneter Poet. Sie trafen sich im Tempel von Kudil. Am Ende des Tages, als das Gespräch beendet war, war es Trivikrama Pandita nicht gelungen Madhva zu bezwingen, er weigerte sich jedoch, sich ihm zu ergeben. Die Debatte ging am darauffolgenden Tag weiter. Am nächsten Tag machte Trivikrama Pandita von all seiner Gelehrsamkeit, seinem Wissen und seiner Stärke in der Beweisführung Gebrauch, um Madhva in Verlegenheit zu bringen, doch nachdem er sich selbst ausgelaugt hatte mißlang es ihm erneut, ihn zu besiegen. Dies setzte sich fünfzehn Tage lang fort, als Trivikrama Pandita, seinen Intellekt verausgabt, seine Zweifel zerstört Sri Madhva als seinen guru anerkannte. Er ergab sich den Lotosfüßen Sripad Madhvacaryas und wurde von ihm als Schüler angenommen. Madhva beauftragte ihn, eine Erläuterung zum Vedanta zu schreiben. Trivikrama Panditas Erläuterung wird Tattva-pradipa genannt.

Seine Bekehrung war ein Wendepunkt in Madhvas Predigermission. Nach seiner Bekehrung nahmen Trivikramas eigener Bruder und sieben andere bedeutende Gelehrte von Madhva sannyasa und wurden die ersten Vorsteher der acht Madhva-Klöster in Udipi. Trivikrama Panditas Sohn war Narayanacarya, der später das Madhva-vijaya schrieb. In den letzten Jahren seines Lebens, schrieb Madhva weitere Erläuterungen zu den Schriften, einschließlich des Nyaya-vivarana, dem Karma-nirnaya, dem Krsnamrta-Maharnava und anderer. Zu dieser Zeit wurde Madhva alt. Er hatte das beendet, was er sich vorgenommen hatte. Er predigte seine Botschaft weit und breit, führte sein philosophisches System in zahlreichen Erläuterungen aus und hatte viele geschulte Missionare, die sein Werk mit großer Energie fortsetzen konnten. Er hatte originelle Werke von solch tiefem Charakter geschrieben, daß sie fortlaufend den devotionalen Theismus, gut bis ins zwanzigste Jahrhundert beeinflussen würden. Er hatte die Verehrung Krishnas in Udipi eingeführt und hatte erfahrenen Gelehrten und veteranen Predigern, wie Padmanabha Tirtha, Narahari Tirtha, Madhava Tirtha und Aksobhya Tirtha, sannyasa gegeben, die an seine Stelle treten würden, um die philosophischen Ideale des reinen dualistischen Theismus, zu verbreiten. Als er die Erläuterung zur Aitereya Upanisad beendete, kurz vor seinem achzigsten Geburtstag, verschied Sripad Madhvacarya von dieser Welt und ging am neunten Tag nach Vollmond im Monat Magh (Januar-Februar), 1317 auf die ewigen Vaikuntha-Planeten. Die grundlegenden Prinzipien von Madhvacaryas Lehren sind dort, wo sie mit den Lehren Sri Caitanya Mahaprabhus bereinstimmen, von Baladeva Vidybhusana in seinem Prameya-Ratnavali zusammengefaßt worden. Diese sind wie folgt: shri madvhah praha vishnum paratamam akhilamnaya vedyam ca cisvam satyam bhedam ca jivam hari carana jusas tartamyam ca tesham moksham vishnv-anghri-labham tad-amala-bhajanam tasya hetum pramanam pratyaksadi trayam cety upadisati hari krsna-caitanya chandra Sri Madhvacarya lehrte, daß:

Krishna, der als Hari bekannt ist, der Höchste Herr, das Absolute ist.
Dieser Höchste Herr kann durch die Vedas erkannt werden.
Die materielle Welt ist wirklich
Die jivas, oder Seelen, sind von Höchsten Herrn verschieden
Die jivas sind von Natur aus Diener des Höchsten Herrn
Es gibt zwei Kategorien von jivas: befreite und illusionierte
Befreiung bedeutet, die Lotosfüße Krishnas zu erreichen, was bedeutet, eine ewige Beziehung des Dienstes für den Höchsten Herrn, einzugehen.
Reiner hingebungsvoller Dienst ist die Ursache dieser Beziehung
Die Wahrheit kann durch direkte Wahrnehmung, Schlußfolgerung und vedische Autorität verstanden werden.
dvaitavada ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2006, 12:45   Acarya Madhva Beitrag #4 (permalink)
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Zitat:
Die Nutzlosigkeit der Advaita-Interpretation des Vedanta
Bhakti- oder Jnana-Yoga, was ist "richtig?"
Eine uralte Diskussion. So alt wie die Veden selbst.

Danke für die Darstellung der Bhakti-Sichtweise!

Gruß
Norbert
Gast117 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2006, 14:55   Acarya Madhva Beitrag #5 (permalink)
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nicht bloss bhakti sichtweise....jnana(wissen) und vairagya(entsagung) folgen bhaktidevi als ihre dienstmaegde......

sprich jnana und vairagya sind nebenprodukte von bhakti....

wissen allein kann einen nicht helfen man muss dem wissen entsprechend handeln d.h. bhakti...und entsagung allein ohne liebe macht lediglich das herz hart und ist leztlich destruktiv.

wenn wir darueber meditieren werden wir leicht erkennen warum das so ist....nur praktische erfahrung kann dies zeigen.

gruss

dvaita

Geändert von dvaitavada (03.04.2006 um 14:58 Uhr)
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Alt 03.04.2006, 17:07   Acarya Madhva Beitrag #6 (permalink)
 
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Lieber Dvaitavada!

Mir sind solche Ansätze, die du da beschreibst, durchaus geläufig. Ich würde auch nicht soweit gehen, sie als geringerwertiger einzustufen, als irgendeinen anderen Ansatz. Wer sich einmal auf den Weg der Selbsterkenntnis, oder Selbsthingabe, odere Selbstverwirklichung gemacht hat, scheint das Selbst nicht zu realisieren. Das gilt für jeden Weg.
Das Konzept, dass die Einzelseele mit ihrer Erleuchtung bestehen bleibt ist äußerst naheliegend, denn tatsächlich scheinen sogenannte Erleuchtete ihre Individualität ausnahmslos behalten zu haben. Allerdings nur von Außen betrachtet.
Beginnen wir aber der Sache selbst auf den Grund zu gehen und unsere sogenannte Individualität gründlichst zu ergründen, machen wir hier irgendwann eine erstaunliche Entdeckung: Nix >ich< das >DEM< dient. Und was speziell die Einzelseele anbelangt: Wo? Keiner da! Wo keiner ist kann auch keiner dienen.
Allerdings ist diese Entdeckung so enttäuschend, dass niemand damit ernsthaft hausieren gehen würde. Wo niemand ist kann man auch niemandem was predigen. Alles bleibt, wie es ist. Der Berg ist wieder Berg.
Nur die Illusion, das hier jemand wäre, der irgendetwas macht- ist futsch.
Die Diener Gottes dienen Gott, die Satsanglehrer halten Satsang, die Politiker kratzen sich am Sack. Was für ein herrlicher Unsinn? Wie tragisch? Ich könnte heulachen, aber niemand würde es hören.

Liebe Grüße
Kai
Gast235 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.04.2006, 08:28   Acarya Madhva Beitrag #7 (permalink)
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das ist eben dein glauben....dass da "nichts" bleibt vom der individualitaet...mit logik kann man dem nicht beikommen gewiss.....
trotzdem kurz eine sache....

gemaess shankara soll es so sein:

jiva ist brahman, in jeder hinsicht soll dakein unterschied zwischen ishvara (gott) und jiva (einzelseele) sein.

die vedas geben jedoch vielerlei hinweise auf den ewigen unterschied zwischen jiva und ishvara.

shankara ging so weit das er nachweislich verse in das vedanta sutra interpolierte um SEINE Lehere zu propagieren.

gemaess den vedas ist brahman immer vollkommen frei von jeglicher illusion....shankara der selbst bestaetigt das bisweilein der jiva von illusion bedeckt wird, brauchte sehr lange um diese ontologische unzulaenglichkeit in seiner am buddhismus angelehnten neuen Lehre zu "loesen".
so schlug er letztlich vor brahman soll "sat-asat" sein also gleichzeitig perfekt und unperfekt....was allerdings allen ausagen der vedas im bezug auf brahman wiederspricht das zu keiner zeit jemals von illusion bedeckt wird. dies war letztlich lediglich ein wortspiel shankaras mit dem er versuchte seine lehre zu verteidigen.....demzufolge haben nachfolgende meister wie madhva, ramanuja, caitanya usw. die ontologische diskrepanz shankaras lehre seitdem bei jeder gelegenheit tausendemale aufgezeigt. Und bis heute haben die meister der Advaita schule keine loesung fuer diese frage gefunden.

es erfordert fuer uns eine gewisse bildung in den vedischen offenbarungen um all dieses alles nachzuvollziehen koennen. somit kann hier nur die thematik kurz angeschnitten werden um die moeglichkeit zu bieten sich selber mehr mit diesen fragen auseinanderzusetzten. letztlichgeht es hier um mehr als nur "schoene worte"....es geht um praktische erfahrungen die wir letztlich nur selber machen koennen.

heutzutage ist es allerdings speziell im westen mode geworden die meinung grosser meister der vergangenheit einfach zu ignorieren und das vedische system des philosophierens einfach zu uebergehen.
es bleibt offen ob wir so dem ziel naeher kommen in dem wir einfach zumeist launenhaft eine lehre die uns spontan gefaellt ("ich bin gottgleich in jeder hinsicht") ohne pruefung akzeptieren. dem menschen im wesetn fehlt momentan auch normalerweise die kapazitaet all die gurus satsang-gurus und yogis auf ihre authenzitaet zu pruefen.
doch ohne diese "qualitaetspruefung" ist es schon vorprogrammiert das es zu betrug, verwaesserung, scharlertanerie ,bauernfaengerei und schlimmerem im namen der "wahrheit", des aufwachens oder wie auch immer es heute genannt wird, kommen muss.

hierbei geht es um rein philosophische fragen, es besteht also kein grund fuer erhitzte gemueter oder streit. neutral nuechtern gesehen vor dem hintergrund der tausende jahre alten veda tradition, ist es nur berechtigt und auch im sinne der Sache wenn man immer wieder hinterfragt.....doch nicht hin bis zum agnostizismus....sondern dahingehend dass das vertrauen in den ursprung der menschlichen kultur ja des Seins an sich wachsen kann....dem ursrung aller existenz.....bekannt unter sovielen namen wie: gott, vishnu, allha, manitu usw....

es gibt viele theorien und konzepte, doch nicht alle sind notwendigerweise gleichgestellt.....im jeden feld des wissens gibt es beginnerstufen (A,B,C) und fortgeschrittenenstufen....wir koennen annehmen das dies im feld der metaphysik nicht anders sein kann.....

doch ich sehe das wird zu lang.....so kann ich nur darufhinweisen sich beim thema satsang, vedanta usw. sich nicht darauf zu verlassen das alles was angeboten wird auch "echt" ist. wer irgendwie in kontakt gekommen ist sollte versuchen sich zu informieren und sich ein eigene uebersicht ueber die veda traditionen verschaffen.....und alles was auf dem esoterischen und satsang-supermarkt geboten wird sollte man ersteinmal mit vorsicht betrachten.
es emphielt sich fuer den ernsthaft spirituell suchenden unter umstaenden auch ein reise nach indien zu machen und sich vor ort zunaechst einmal bei den traditionellen schulen kundig zu machen. sprich z.b. bei repraesentanten der 4- traditionellen vaishnava sampradayas (sri, brahma, rudra, und kumara) . doch auch in indien ist vorsicht geboten da auch hier scheininkarnatioen ,falsche yogis und falsche sadhus und Gurus ihr unwesen treiben. ein grundstudium der etablierten traditionen indiens emphielt sich also auch hier bevor man eine indienreise wagt.....
doch war diese reise zum selbst nicht schon immer ein abenteuer.....wer nicht wagt der nicht gewinnt.



gruss

ananda

Geändert von dvaitavada (04.04.2006 um 08:43 Uhr)
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Alt 04.04.2006, 09:11   Acarya Madhva Beitrag #8 (permalink)
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zur angesprochenen aehnlichkeit des traditionellen advaitavadas sowie des neoadvaitavadas mit madhyamika buddhismus konzepten..wo nihilismus war wurde radikaler monismus...was bei genauer betrachtung praktisch identisch ist.


Shankaras Advaitavada als verdeckter Madhyamika Buddhismus

Zunaechst soll hier geklaert werden dass im folgenden Bezug genommen wir auf die Hypothesen des um ca. 500 v.Chr. in Kapilavastu in Nepal als Sohn Mayadevis geborenen Sakya Singha Buddhas. Ungefaehr 1500 v.Chr., also gut Tausend Jahre frueher, erschien der in den Vedas erwaehnte Buddha welcher ein Avatar Vishnus ist. Dieser lehrte jedoch keinen Monismus sondern erschien um ahimsa/Gewaltlosigkeit zu predigen und die aufgekommenen Tieropfer welche faeschlicherweise im Namen der Vedas ausgefuehrt wurden zu beenden. Anders als Sakya-singha Buddha erschien Vishnu-Avatar-Buddha in Bodhi-Gaya in Indien als Sohn Anjanas wie die Veden uns informieren (Bhagavat-Purana). Ebenfalls bestaetigt die buddhistische Schrift "Lalita Vistara" im Bezug auf Sakya-Singha-Buddha:

"Dieser welcher auf dem Podest des frueheren Buddhas sitzt, der jeztige reisende auf dem Pfad der Leere, welcher einen maechtigen Bogen haelt toetet den Feind in der Form des Leids und zerschlaegt die Illusion, dieser erlangt gluecksverheissende Losloesung und hoechste Weisheit"

Es wird hier klar ersichtlich aus diesem Vers dass Sakya-Singha-Buddha den Sitz des urspruenglichen Vishnu Avtar Buddhas bei Bodhi-Gaya als hoechst heilig betrachtete. Bekanntermassen reist Sakya-Singha-Buddha von Nepal nach Gaya in Indien um am Erscheinunsort des urspruenglichen Buddhas seine Entsagungen zu ueben, die ihm zu seiner sog. Erleuchtung verhalfen.
Dieser Sakya-Singha-Buddha hat jedoch sonst keinerlei Verbindung zum Vishnu-Avatar-Buddha.
Diese beiden "Buddhas" sind grundverschienden. Und hier sollen nur die monistischen Hypothesen des sterblichen Sakya-Singha-Buddhas betrachtet werden. Und es soll gezeigt werden dass die Hypothesen der madyamika Nachfolger Sakya-Singha-Buddhas und Acarya Shankaras praktisch identisch sind.

Sakya-Singha-Buddha hatte vier wichtigste Schueler welche seine fuer sie widerspruechlich erscheinenden Lehren jeweils auf andere Weise auslegten. Diese vier so enstandenen unterschiedlichen Buddhistischen Konzepte sind "vaibhasika", "sautrantika", "yogacharas", und "madhyamika". In der vaibasika Doktrin wir angenommen dass alle extern wahrnehmbaren Objekte real sind. Der sautrantika Buddhismus befindet dass die extrene Welt nur von Ideen abgeleitet wird. Der yogacharana Buddhismus postuliert dass nur die Ideen real sein und es keine externe Welt existiere die mit diesen Ideen korrespondiere und der madhyamika Buddhismus haelt daran fest dass selbst diese Ideen irreal sein und dass nicht anders als der Zustand des Nichts existiere welchen sie "Shunyam" nennen oder den Zustand der Leere. Sankaracarya waehlte diese Doktrin des madyamika Buddhismus um seine Hypothesen darauf aufzubauen, und kleidete seine Thesen dann geschickt in die Terminologie der vedischen Schriften in dem er anstelle des Begriffs "shunyam" den Begriff "brahman" verwendete.

Um diese Erkenntniss zu untermauern ist es von Noeten die Konzepte der buddhistischen idee des nirvana und des formlosen von shankara postulierten homogenen brahman moeglichst genau zu vergleichen. Untersuchen wir zunaechst was relevante buddhistische schriften dazu sagen.
Die Prajnaparamita ist eine sehr wichtige buddhistische schrift, im zweiten sutra des Buches wird der Zustand der Nicht-existenz wie folgt beschrieben:

"Diejenigen welche dich durch Kontemplation als unetschluesselbar wahrnehmen, als unmanifestiert und schweigend wie den Himmel, nehmen das Nicht-existente wahr."

im 16. sutra geht die prajnaparamita weiter ins detail:

"Du bist sehr schwer zu verstehen, wie eine Illusion bist du gleichzeitig gesehen und nicht gesehen."

In der zweiten "Runde" der buddhistischen Schrift "Ashtasahasrika Prajnaparamita" wird dies wie folgt dargestellt:

" Oh Sohn Gottes alle Religionen sind eine Illusion, wie ein Traum und der Buddha ist ebenfalls eine Illusion, wie ein Traum, ja jeder Buddha ist eine Illusion, wie ein Traum und selbst die Doktrine der Bodhi Buddhas sind eine Illusion, wie ein Traum.

Sripada Acarya Madhva und Sayanacarya beschreiben in dem Buch " Sarvadarshan samgraha" die Philosophie Sakya-Singha-Buddhas auf folgende Weise:

"Waehrend die intelligenten madhyamika Buddhisten auf diese Weise die Analogie eines Bettlers der seine Beine austreckt benutzen sind sie bemueht ihre Theorie der Zeitweiligkeit allen Seins zu etablieren, welche im Konzept der absoluten Leere kulminiert und dabei jegliche Bestaendigkeit, Zutraeglichkeit, Erfahrung und alle aufeinander aufbauende Dinge als illusorisch darstellt."

weiter heisst es dort:

"Einige Buddisten kreiren einen Mangel an Vertrauen im Bezug auf die existierenden ewigen Substanzen des Geruchs, der Sicht, des Hoerens, des Schmeckens, der Beruehrung und des Fuehlens obwohl als innere Form vorhanden, lehren sie ihren vorersten Schuelern dass all dies Leere ist.


Im einundzwanzigsten Kapitel des buddistischen Buches "Lalita Vistara" wird eine Erzaehlung wiedergegeben in der dargestellt wird dass die Philosophie Sakya-Singha-Buddhas die materielle Existenz aufloest mit HIlfe von nihilistischen Pfeilen welche von nicht-existenziellen Boegen abgeschossen werden.

Ein Zitat folgt:

"Eine faehige Person haelt den Bogen und toetet den Feind in Form von Betruebtheit welche durch dass Gefangensein in der Leere und Nicht-selbstlosigkeit enstand."

Von diesen Buddhistischen Buechern laesst sich ersehen mit welchen Mitteln diese ihr Verstandniss formulieren. Die Beweise in diesen Buechern zeigen dass demgemaess ein nicht-existentes Objekt nicht-attributiv wie ein wolkenloser Himmel sei, und was immer wir denken oder tun, fuer unseren persoenlichen Nutzen oder den Nutzen anderer ist ebenfalls nicht-existent und nicht-attributiv. Eine Traumgleiche Illusion bekannt als Maya. Gemaess des Buddhistschen Buches "Prajnaparamita Sutra" heisst es selbst wenn Taeuschung zeitweilig vorhanden sei so ist die zugrundeliegende Ursache nicht-existent, so als wenn man die Eigenschaft des Gescmacks von einer Mango entfernt, die Mango nicht-existent wird.

In diesem Sinne postuliert Sakya-singha-Buddha dass alles was Eigenschaftslos ist nicht-existent ist und Acarya shankara verlautet dass alles was ohne Realitaet ist Brahman ist. Auch wenn Shankara Eigenschaftsloses Brahman durch die auessere Form der vedischen Nomenklatur getarnt ist zeigt sich doch dass diese beiden Theorien, die des madhyamika Buddhismus und die Shankaras in der Tat praktisch identisch sind.
Um dies aufzuzeigen, hier nun also zum Vergleich einige von Shankaras Aussagen im Bezug auf sein formlos-homogenes Brahman. Im 45, Vers von Shankaras "Aparokshanubhuti" heisst es beispielsweise:

"Der materielle Ursprung dieser Welt kann nicht anders sein als Brahman, die gesamte Welt ist nichts als Brahman und nichts anderes."

Im 49 vers des selben Buches folgt er diesem Gedankengang weiter:

"Alles Sein Kommt von diesem Brahman, dem hoechsten selbst, aus diesem Grunde werden alle Wesen selbst zu Brahman, auf diese weise sollte ein jeder denken."

und weiter im selben vers heisst es:

"Die Upanishaden erklaeren dass der materielle Ursprung der Welt wie ein Tonkrug sei, und wenn die Unwissenheit entfernt ist, welchen Sinn hat diese Welt noch?"


Zeitgenosse des bekanntesten Vetreters des monistischen Advaitavadas, Sri Acarya Shankara, war der gelehrte und in Argumentation und Logik hoechst gefestigte Bhaskaracarya. Shankara hatte seinerzeit eine heftige ontologische Schlacht mit eben diesem Bhaskaracarya. Kein Advaitavadi kann dies leugnen, aus dem Grund da ein persoenlicher Schueler Shankaras mit Namen Anandagiri in seinem Buch " Sankara Vijaya" dies darlegt. Obwohl er es mit aller Macht versuchte vermochte Shankaracarya nicht Bhaskaracarya in der Argumentation zu besiegen, stattdessen gibt Bhaskaracarya in seinem Kommentar zum Vedanta unschmeichelhaft zu verstehen dass es nicht zureuckzuweisen ist dass Shankaracarya ein Mayavadi(Monist) und Buddhist ist.
Bhaskaracarya schreibt in seinem Kommentar zum Vedanta ueber Shankara:

" Dort findet sich eine Aussage welche ohne jegliche Grundlage gegeben wird, dass dort eine Transformation stattfinde gleich der von Yoghurt, aber dieses wurde bereits von den Buddhisten des mahayana besungen und indem er dies in mayavad ummuenzt betruegt er die menschen"

Genau wie Bhaskaracarya war es auch anderen Zeitgenossen wohlbekannt dass Shankaracaryas Lehren nichts anderes als verdeckter Buddhismus waren, und er in der Tat teilweise soweit ging dass er gar die exakt selben analogien benutzte wie seine buddhistischen Vorbilder.

So zeigt sich in folgendem vers den Shankara in seinem "Daksina Murti Stotra" gibt, auch dementsprechend seine Bewunderung fuer die Person Sakya- Singha-Buddhas:

"Es ist wunderbar dass der heilige Lehrer unter dem Banyanbaum welcher ein junger Mann ist, waehrend seine schueler hohen Alters sind, schweigend instruktionen gibt und die Schueler von Zweifeln befreit werden."
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