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Registriert seit: 20.02.2006
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AM: Lasse mich bitte erklДren, wie es dazu kommt. Wir wissen, dass die spirituelle Welt aus spirituellen KrДften zusammengesetzt ist. Eine davon ist die svarupa-shakti, die in Sri Radha verkЖrpert ist, die ewige Geliebte von Krishna. Auf ihre AktivitДt ist die Manifestation des spirituellen Bereichs zurЭckzufЭhren. Diese Kraft hat drei Tendenzen (vritti): Eine davon ist die ewige Existenz (sandhini), von der alle spirituelle Formen ausgehen. Die nДchste ist die bewusste Erfahrung (samvit), Wissen, Wahrnehmung. Die dritte ist die Freudenkraft (hladini), sie manifestiert Freude und GlЭckseligkeit (ananda). Sandini, samvit und hladini werden in den Veden auch sat-cit-ananda genannt, das ist der spirituellen Nektar. Wenn die spirituelle Natur aus dem transzendentalen System hervorkommt, transformiert sich diese svarupa-shakti und wird zur tatastha-shakti, der Energie der Lebewesen. Alle die Lebewesen in der materiellen Welt sind, wir auch, die fragmentarischen Manifestationen der tatastha-shakti. Da nun diese Energie der Lebewesen aus der spirituellen Energie hervorgegangen ist, sind diese drei Tendenzen in der Energie der Lebewesen in einer transformierten Weise gegenwДrtig. Die sandhini-vritti, die Existenzkraft, ist im Lebewesen in der Form der ewigen Existenz der Seele gegenwДrtig, was auch seine transzendentale Form beinhaltet. Die samvit-vritti, die Wissenskraft, ist dem Lebewesen als transzendentales Wissen gegenwДrtig, das allerdings jeglicher spirituellen Vielfalt entbehrt (brahma-jnana). Die hladini-vritti, die Freudenkraft, manifestiert sich im Lebewesen als die GlЭckseligkeit der Befreiung oder das GefЭhl des Einssein mit brahman (brahma-ananda). Deshalb hat die spirituelle Seele in dieser Welt ihre individuellen Existenz, die von sandhini kommt. Aber ihr Wissen und ihre Freude manifestiert sich nur bis zu dem Punkt von brahma-jnana und brahma-ananda, also dem formlosen und unpersЖnlichen Zustand der Einheit. Jedes Lebewesen in dieser Welt gelangt auf seiner Suche nach Wahrheit unweigerlich zu diesem Punkt, denn das ist seine Konstitution.
Wenn wir nun zum Beispiel Holz anschauen, dann ist in diesem Holz das Potenzial des Feuers enthalten. Warum? Weil der Baum wuchs, in dem er die Hitze der Sonne absorbiert hat. Deshalb ist die Hitze der Sonne nun als eine Kraft in dem Holz gespeichert. Dieses Holz stand nie unter Feuer, aber durch die BerЭhrung mit Feuer bricht diese latent im Holz liegende Kraft hervor. Die Flammen, die aus dem Holz hervorgehen, liegen als Potenzial in diesem Holz verborgen, auch wenn ihr Ausbrechen erst durch den Kontakt mit Feuer hervorgerufen wird. In Дhnlicher Weise wird der Kontakt der spirituellen Seele mit dem spirituellen Ursprung das Potenzial frei legen, dass in einer positiven spirituellen Erfahrung besteht. Die Lebensenergie (tatastha-shakti) ist eine Transformation der ursprЭnglichen spirituellen Energien (svarupa-shakti), nДmlich der freudvollen, liebenden und vielfДltigen Energien der spirituellen Welt. Obwohl die Seelen niemals die spirituelle Vielfalt erfahren haben und durch ihre eigenen BemЭhungen auf der Suche nach Wahrheit auch nicht erlangen kЖnnen, ist es ihnen durch den Kontakt mit dem Feuer, das bedeutet den aktiven Prinzipien der transzendentalen Ebene, mЖglich, ihr Potenzial zu entfachen. Sie gelangen zum Wissen Эber ihre Beziehung mit Gott (Krishna), der Freude der spirituellen Liebe (prema-ananda). In anderen Worten, bis die Seele, die in der materiellen Welt durch die Zyklen der Geburten und Tode wandert, in Kontakt kommt mit einer erleuchteten Seele, die in ihrem Herzen die aktiven Prinzipien der spirituellen Liebe und Vielfalt verwirklicht hat, ist sie dazu verurteilt, den Weg des trockenen Impersonalismus zu gehen.
Deshalb geben die Veden die Schlussfolgerung, dass das Lebewesen, das Geburt fЭr Geburt durch diese Welt wandert, dann sein GlЭck findet, wenn es einer heiligen Person (sadhu) begegnet, einem Vaishnava, der vЖllig erleuchtet ist Эber die vielfДltig ausgestaltete spirituelle RealitДt. Wenn wir diesen Heiligen begegnen, ist das wie die BerЭhrung mit dem Feuer. Es bringt das verborgene Potenzial dazu, sich zu manifestieren. Dann versteht die Seele, dass das persЖnliche Wesen Gottes die absolute Wahrheit ist. Obwohl Gott eine Form hat, die voller Vielfalt ist, ist er dennoch nicht-dual. Gott ist eins und ich bin sein ewiger Diener. Auf der Stufe der Vollkommenheit werde ich eine sehr intime Beziehung zu ihm haben, eins zu eins, die mit Gesang, Tanz und Kunst gefЭllt ist, und die die unbegrenzten dynamischen Stimmungen (rasa) einer Liebesbeziehung enthДlt. Es ist ein Erstaunen, dass immer frisch ist und sich unausgesetzt bewegt wie die Wellen im Ozean.
Die jedoch, die keine Gemeinschaft mit den reinen Vaishnava-Heiligen haben, kЖnnen diese Stimmungen nicht erfahren.
Die Veden haben diese Schlussfolgerung gegeben: bhakti stu bhagavat bhakta sangena parijayate: Die Tendenz des Lebewesens, Liebe und Hingabe zur persЖnlichen Gestalt Gottes zu empfinden, kann nur durch die Gemeinschaft mit diesen spirituell fortgeschrittenen Personen erweckt werden (sat-sanga). Sat-sanga labite pumbe sukrita purvasam jitay: Diese Gemeinschaft kann nur durch die Ansammlung von frommen Handlungen erreicht werden, graduelle Handlungen der Hingabe, die bewusst oder unbewusst in Beziehung zu Gott, zu heiligen Orten oder Gottgeweihten ausgefЭhrt werden. Die Ansammlung dieser heiligen Handlungen der Hingabe fЭhrt dazu, dass wir mit diesen groъen Seelen zusammentreffen. Die groъen Seelen kЖnnen unser Herz reinigen, schmelzen und verДndern und diese Erleuchtung in uns erwecken, die weit Эber den unpersЖnlichen Aspekt hinausgeht.
RE: Dies bedeutet dann aber, dass es nicht gut ist, gegenЭber unpersЖnlichen Transzendentalisten Vorurteile zu haben oder gegen sie zu argumentieren, denn sie sind auf einer natЭrlichen Ebene der Entwicklung, die eine unvermeidliche Stufe auf dem Weg zur Verwirklichung der persЖnlichen Form Gottes ist?
AM: Diejenigen, die erleuchtete Seelen sind, sehen Эberall Harmonie. Sie kЖnnen alle scheinbaren WidersprЭche auflЖsen. Sie sehen die Einheit in der Verschiedenheit und die Verschiedenheit in der Einheit: acintya-bheda-abheda-tattva - die unverstehbare gleichzeitige Einheit und Verschiedenheit aller Dinge, wie sie von Caitanya Mahaprabhu gelehrt wurde. Caitanya hat die Synthese aus der gesamten Geschichte der vedischen Philosophie begrЭndet. Deshalb mЖchte ich deine Aussage, wir sollten keine Argumente gegen die unpersЖnliche Konzeption der Wahrheit anbringen, nicht unterstЭtzen. Aber wir sollten nicht der Feind von irgend jemand sein, und deshalb sollten wir auch nicht der Feind der AnhДnger der unpersЖnlichen Wahrheit sein. Wir sollten sehen, dass dies eine Stufe in der natЭrlichen Entwicklung ist und mit Sympathie und Zuneigung fЭr sie versuchen, ihnen die Eigenschaften ihrer Konzeption zu erklДren, die sicherlich auch ihre Verdienste hat, um dann die Defizite dieser Konzeption aufzuzeigen und sie in dieser Weise dazu anzuziehen, die perfekte, holistische und konsistente Konzeption des persЖnlichen Gottes anzuerkennen, die in der vijay-dara, dem Fluss der Vaishnava-Erkenntnisse zum Ausdruck kommt. Die Vaishnava-Idee ist nicht das Ergebnis eines ZusammenfЭgen von vielen evidenten logischen Argumenten, sondern die Erfahrung, die sich automatisch im Herzen einstellt, wenn es vishuddha ist - vollstДndig gereinigt von allen materiellen Erfahrungen, die das Lebenwesen gemacht hat, bevor es von dem Raum berЭhrt wurde, der jenseits von brahman ist.
Im Srimad Bhagavatam wird gesagt: Jene, die den Pfad des Impersonalismus beschreiten, kЖnnen sich von dem Kontakt mit den materiellen Erscheinungsweisen der Natur reinigen, in dem sie sehr harte Entsagungen auf sich nehmen. Sie erreichen dadurch eine transzendentale Position. Sie mЭssen dazu ihre Sinne von den Sinnesobjekten zurЭckziehen. Sie glauben dann, befreit zu sein. Sie sind zwar befreit, aber nicht im hЖchsten Sinne. Sie sind aus dem Kontakt mit der materiellen Energie herausgekommen und befinden sich nun an einem neutralen Punkt zwischen der materiellen und der spirituellen Energie. Ihr Bewusstsein ist gereinigt von egoistischen Konzepten, aber es fehlen noch die positiven Inhalte, die spirituelle Vielfalt (visuddha-sattva). Deshalb ist das Bewusstsein noch nicht im hЖchsten Sinne befreit. Es besteht die Tendenz, von dieser Stufe wieder herunter zu fallen, denn sie haben es unterlassen, den LotusfЭъen Gottes die Ehre zu erweisen. Weil sie nicht der Diener der persЖnlichen Erscheinung Gottes wurden, fallen sie wieder herunter und wenden sich wieder materiellen TДtigkeiten zu. Die AnhДnger des Impersonalismus streben nach Befreiung (mukti), aber sie erreichen nicht die hЖchste - weil vollstДndig verwirklichte - Befreiung (vimukti). Sie kommen auf die transzendentale Ebene der reinen Existenz (suddha-sattva), aber nicht in ihre positive spirituelle IdentitДt (visuddha-sattva).
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