Lieber Dvaitavada!
Mir sind solche Ansätze, die du da beschreibst, durchaus geläufig. Ich würde auch nicht soweit gehen, sie als geringerwertiger einzustufen, als irgendeinen anderen Ansatz. Wer sich einmal auf den Weg der Selbsterkenntnis, oder Selbsthingabe, odere Selbstverwirklichung gemacht hat, scheint das Selbst nicht zu realisieren. Das gilt für jeden Weg.
Das Konzept, dass die Einzelseele mit ihrer Erleuchtung bestehen bleibt ist äußerst naheliegend, denn tatsächlich scheinen sogenannte Erleuchtete ihre Individualität ausnahmslos behalten zu haben. Allerdings nur von Außen betrachtet.
Beginnen wir aber der Sache selbst auf den Grund zu gehen und unsere sogenannte Individualität gründlichst zu ergründen, machen wir hier irgendwann eine erstaunliche Entdeckung: Nix >ich< das >DEM< dient. Und was speziell die Einzelseele anbelangt: Wo? Keiner da! Wo keiner ist kann auch keiner dienen.
Allerdings ist diese Entdeckung so enttäuschend, dass niemand damit ernsthaft hausieren gehen würde. Wo niemand ist kann man auch niemandem was predigen. Alles bleibt, wie es ist. Der Berg ist wieder Berg.
Nur die Illusion, das hier jemand wäre, der irgendetwas macht- ist futsch.
Die Diener Gottes dienen Gott, die Satsanglehrer halten Satsang, die Politiker kratzen sich am Sack. Was für ein herrlicher Unsinn? Wie tragisch? Ich könnte heulachen, aber niemand würde es hören.
Liebe Grüße
Kai