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Nach der Installation der Bildgestalt Krsnas in Udipi überarbeitete er das System der Bildgestaltenverehrung und etablierte unter seinen Nachfolgern einen strikten Standart für zeremonielle Rituale und deren richtige Ausführung und auferlegte unter anderen Dingen das strikte Einhalten des Fastens an Ekadasis. Nachdem Madhva Zuhause solch großen Erfolg erzielt hatte, war es an der Zeit noch einmal in die Ferne zu reisen.
Er ging auf eine zweite Pilgerreise nach Nordindien, wo er erneut Badarikasrama besuchte. Das Madhva-vijaya, das vom Sohn einer von Madhvas Schülern geschrieben wurde, beschreibt wie Madhva sich sein scharfes Wissen, seine Kenntnis vieler Sprachen, wie Türkisch und Persisch und seinen Mut große Hindernisse bei seinem Predigen zu überwinden, zu Nutze machte. Auf seiner Nordindienreise kamen Madhva und seine Schüler zu einem Ort in der Provinz von Ganga Pradesh, wo politische Spannungen zwischen Hindus und Moslems sie daran hinderte den Fluß zu überqueren. Die Hindus waren auf der einen Seite des Flusses und die Moslems auf der anderen Seite. Niemand wagte es, überzusetzen und kein Boot war erhältlich. Madhva und seine Anhänger schwammen über den Fluß, ohne sich um die muslimischen Soldaten, die das Überqueren überwachten, zu kümmern. Das ganze Lager wurde eingesperrt. Madhva wurde vor Sultan Jalal-uddin-Khilji, den muslimischen König gebracht, der eine Erklärung forderte. Als es Madhva endlich gestattet wurde zu sprechen, sprach er auf Persisch und richtete sich ausführlich, mit dem Thema des hingebungsvollen Theismus an den König. Als der Sultan die Intensität und heilige Reinheit Sripad Madhvacaryas sah, wurde sein Herz erweicht. Er war so von Madhva beeindruckt, daß er ihm Land und Geld anbieten wollte, aber Madhva gab ein Beispiel für Entsagung, indem er das Angebot des Sultans demütig ablehnte. Wo Weisheit nicht half, machte Madhva machmal von seiner übermenschlichen Kraft gebrauch um eine Situation zu retten. Einmal wurde sein Reisebegleiter und sannyasi-Schüler Satya Tirtha von einem wilden Tiger angegriffen. Furchlos kam ihm Madhva zur Hilfe. Nachdem er den Tiger von Satya Tirtha weggezerrt hatte, schickte er ihn mit seinem Schwanz zwischen den Füssen von dannen.
Ein anderes Mal kam er auf seiner Pilgerreise durch ein gefährliches Gebiet Indiens und wurde von mörderischen Banditen angegriffen. Er wehrte sie jedoch mit Leichtigkeit ab. Madhva war eine sehr facettenreiche Persönlichkeit, die lang und gesund lebte. Seine Führerposition entsprach seiner Natur und er glaubte sowohl an die Kultur des Körpers, als auch an intellektuelle, moralische und spirituelle Kultur. Er nahm an vielen athletischen Betätigungen, wie z.B. Ringen, Schwimmen und Bergsteigen teil, was ihm in den Himalayas zu gute kam. Da er aus einer Familie von brahmanas kam, die vom Kriegs-brahmana und der Inkarnation Gottes, Parasurama abstammte, war er groß, stark und robust. Es war bekannt, daß dem Ausmaß seiner körpelichen Stärke keine Grenze gesetzt war. Das Madhva-vijaya hält fest, wie ein starker Mann namens Kandanjari, der den Ruf hatte, die Stärke von dreißig Männern zu besitzen, einst Madhvacarya zu einem Stärkewettkampf herausforderte. Madhvacarya plazierte seinen großen Zeh fest auf dem Boden und forderte Kandanjari, den berühmten starken Mann auf, zu versuchen ihn zu lupfen. Der mächtige Kandanjari zerrte mit all seiner Stärke immer wieder, war aber nicht dazu in der Lage den großen Zeh Madhvacaryas auch nur ein Stück weit zu bewegen. Gemäß Trivikrama Pandita, war Madhvacarya mit allen 32 Symptomen einer großen Persönlichkeit ausgestattet. Er hatte eine tiefe, klangvolle und melodische Stimme und war ein ausgezeichneter Sänger. Sein Vortragen der Verse des Srimad-Bhagavatam wurde als besonders lieblich betrachtet. Auf diese Weise reiste Madhva weitläufig durch ganz Indien. Er kehrte nach Südindien zurück, nachdem er Badarinatha, Delhi, Kuruksetra, Benares und Goa besucht hatte.
Danach waren seine Reisen haupsächlich of die Provinzen in Südindien, in der Nähe von Udipi beschränkt. Nach Sankaracarya, der auch weitläufig reiste, war er der zweite wichtige Vedanta-acarya, der durch ganz Indien reiste und seine weite Predigeraktion hatte eine bleibende Auswirkung. Nach und nach wuchs seine Gefolgschaft und große Persönlichkeiten aus allen Teilen Indiens akzeptierten ihn als guru. Das Madhva-vijaya erwähnt, daß er Schüler aus vielen Ländern hatte und seine heutigen Anhänger schließen acht Sprachgebiete mitein - Tulu, Kannada, Konkani, Maratha, Telugu, Süd-Saurastri, Bengali und Hindi. Nachdem Madhva nach Udipi zurückgekehrt war, vertiefte er sich erneut in produktivem literarischem Schaffen. Er schrieb Erläuterungen zu den zehn wichtigsten Upanisaden. Er schrieb zehn bedeutende philosphische Abhandlungen, die Dasa-Prakaranas, wie auch das Anu-Vyakhyana, das viele als sein wichtigstes Werk betrachten. Er schrieb eine Zusammenfassung des Mahabharata, namens Moksa-dharma und er schrieb auch Erläuterungen zum Srimad-Bhagavatam. Madhvacaryas Hingabe zum Herrn und seine tiefe Gelehrtheit machten ihn zu einem gefürchteten und gehaßten Feind der Anhänger Sankaracaryas, die ein maßgebliches Interesse daran hatten, ihre Stellung als die einzig echten Vedantisten, aufrechtzuerhalten. Man sagt: "Von allen Seuchen durch die die Menschheit verflucht wurde, ist die geistige Tyrannei die schlimmste."
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