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der geist kann sich selbst nicht beoachten, also wird er irgendwann aufgeben dies zu tun
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Wie das geschieht, steht (z.B.) im Mahamudra:
Um Verstand und Übung zu übersteigen,
solltest du die Wurzel des Verstandes durchtrennen
und in reinem und leerem Gewahrsein verharren,
Unterscheidungen lassen und in Frieden bleiben.
"Verstand" steht in der Übersetzung, "Mind" stand da in der englischen Version, auch als "Geist" übersetzbar, was identisch ist. Es gibt nur einen Verstand und nur einen Geist. "Übung" bedeutet "Anstrengung", "Wille", "Geist in Bewegung". Darum lassen sich diese Zeilen des Mahamudras auch so darstellen:
Um Geist und Wille zu übersteigen,
solltest du die Wurzel des Geistes durchtrennen
und in reinem und leerem Gewahrsein verharren,
Unterscheidungen lassen und in Frieden bleiben.
Die "Wurzel des Geistes" ist der Ich-Gedanke, der aus dem Bewusstsein aufsteigt (siehe
Satsang mit Ramana Maharshi). Du aber bist reines Bewusstsein. Das Gewahrsein dessen (Bewusstsein erkennt sich selbst im eigenen Geschöpf) wird Erleuchtung, Erwachen, Moksha, Satori, Samadhi, .... genannt. Es gibt zahlreiche Wege dorthin, aber alle Wege führen irgendwie über
... in reinem und leerem Gewahrsein verharren,
Unterscheidungen lassen und in Frieden bleiben.
Zitat:
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mitnichten tut "der geist" dies aber dauernd *lol*
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Es ist der Geist, der sich darüber beschwert, dass der Geist nichts tut. Das Bewusstsein bleibt davon unberührt. Es weiß, wann der richtige Zeitpunkt ist, die Blumen blühen zu lassen. Keine Blume beschwert sich über eine andere Blume, dass sie noch nicht blüht. Noch ein paar Tage, dann sprießen die Primeln und läuten langsam den Frühling ein. Es ist müßig, sich zu beschweren, dass sie jetzt noch nicht blühen.
Das hier habe ich gerade auf einer Buddhismus-Webseite gelesen:
"Das Große Siegel - Mahamudra - bedeutet, den Geist voll zu erwecken und seine
Erleuchtung zu besiegeln."
Es ist nicht der Geist, der erweckt wird, es ist das Bewusstsein, dass sich durch den Geist hindurch als Quelle von allem erkennt. Wobei der Geist dann auch weiter seine Spielchen machen darf (Samsara). Nirvana und Samsara beißen sich
nicht.
Geist ist der Stoff, aus dem die Träume sind. Den Geist zu erleuchten bedeutet, den Traum zu erleuchten (schön zu machen). In den weiter nach Osten gewanderten Ausprägungen des Buddhismus (Zen-Buddhimus, Verschmelzung von Mahayana-Buddhismus und Daoismus) wird etwas anderes gelehrt. Dort geht es darum, den Traum als Traum und sich selbst als Träumenden zu erkennen (Satori) und dann seelenruhig das Leben zu genießen, ohne das Bedürfnis zu verspüren, den Traum verändern zu müssen.
Die tibetischen Einflüsse haben den indischen Buddhismus bereichert (
Mahayana,
Vajrayana). Der
Daoismus/Taoismus hat den tibetischen Buddhismus bereichert, woraus der
Zen-Buddhismus entstanden ist. Die Lehre wandert von Westen nach Osten (
Bodhidharma , ein indischer Mönch, wanderte z.B. von Indien nach China). Es gibt daher aus meiner Sicht keine feste, statische Lehre, die Lehre entwickelt sich.
Es gibt auch schon länger Richtungen, die Christentum und Zen verbinden, z.B. von
Daisetz T. Suzuki,
Thomas Merton,
Willigies Jäger, ... Die Advaita-Meister wie
Ramana Maharshi verfolgen dann keine bestimmte Lehre mehr. "Du bist frei, alles ist gut, alles läuft perfekt" ist das, was in den Satsangs verkündet und den Sitzenden näher gebracht wird. Im Sinne der Theorie, dass wir uns in einer Art Traum befinden lässt sich das sogar nachvollziehen.
Dieses nur mal als kleine Erklärung bezüglich deiner Vorwürfe, dass ich keine klare Linie verfolge. Mich interessieren ALLE Lehren und mich interessiert die Essenz, die übrig bleibt, wenn mal alle Lehren und Religionen in einen Topf wirft, gut durchkocht und das ganze dann durch einen Filter abtropfen lässt. Was da unten rauskommt, dass ist das, was mich fasziniert. Einer bestimmten Gruppe anschließen möchte ich mich nicht. Meine religiöse/philosophische Freiheit ist mir sehr wichtig. Ich habe aber nichts gegen Menschen, die das anders sehen und einen vorgezeichneten Weg nachgehen möchten. Auch das ist ein Weg auf dem weglosen Weg. Letztendlich fließen ALLE Erfahrungen in das eine Bewusstsein zusammen und jeder trägt sein Schäflein bei. Individualismus ist aus dieser Sicht sehr gut mit der Advaita-Philosophie vereinbar. Es ist nicht erforderlich, uns alle auf ein Glaubenssystem, einen Weg, eine Lehre auszurichten. Am Ende stehen alle Bergsteiger auf dem Gipfel, egal welchen Route sie einschlagen und ... "die Letzten werden die Ersten sein".
... in reinem und leerem Gewahrsein verharren,
Unterscheidungen lassen und in Frieden bleiben.
LG
Norbert