Hallo Edgar und auch alle anderen, die sich sonst angesprochen fühlen,
Zugegeben, ich bin hier mehr oder weniger unbedarft reingelaufen. Satsang und Advaita hat mich bis dahin noch nicht sonderlich beschäftigt. Wohl aber, die Suche nach Wahrheit, wofür ich vielleicht ein anderes Vokabular habe, für schlussendlich die Wahrheit, um die es auch im Advaita geht.
Nun, fällt mir auf, dass es hier diese regelrechte Ego-Verdammung gibt. Man kann einfach entscheiden, ich lasse meine Ego-Spielchen beiseite und weile nur noch im Göttlichen/Seele/Wahrheit/Selbst oder wie auch immer das jeweils genannt wird. Und alles wird dann ja sooooo einfach!! (So, nach dem Motto, ich entscheide einfach mit meinem freien Willen, mein Ego loszulassen.)
Nun, glaube, ich zumindest, dass das nicht einfach so geht (wenn man ehrlich ist). Jeder Mensch hat seine Wunden/Blokaden etc im Ego (das stelle ich tagtäglich nicht nur an mir fest), die ihn eben daran hindern, das Göttliche wahrzunehmen.
Und wenn ich einfach beschliesse, nur noch das Göttliche zu leben, diese „Wunden“ zu ignorieren – dann ist das ein weiteres Ego-Spielchen, damit ich dem Unangenehmen(oder den Ego-Blokaden) aus dem Weg gehen kann.
Doch das Göttliche/Selbst/Wahrheit etc. kann erst dann wirklich und vollständig gelebt werden, wenn das Ego vollständig erfahren wurde. Wenn ich vollständig geheilt bin, kann ich es loslassen und nur noch in der Seele oder Gott sein. Ansonsten werden immer wieder Vorkommnisse geschehen, die mich aus der Bahn(oder der vermeintlichen Gottesverweilung) werfen.
Oder nicht? Oder was macht ihr dann? Gar nichts? Oder sagt ihr dann einfach: Ach, ein weiteres Ego-Konstrukt, lass ich es einfach los, ist ja nur eine weitere Facette des Lebens. Es berührt mich nicht mehr.
Das funktioniert in meinen Augen nicht, denn da betrügt man sich selbst. Lügt sich etwas vor. Unterdrückt oder ignoriert. (Ein weiteres Ego-Spiel).
Und ich geben ja zu, dass Gott in jedem ist, man kann entscheiden, jetzt einfach nur noch ihn/sie/es wahrzunehmen. Jedoch kann man da auch ganz schön ins Messer laufen, das heisst, es können Erfahrungen passieren, wofür man noch gar nicht innerlich bereit ist und dann geht man eine schöne Zeitlang im Dunkeln weiter.
Verzeiht (und das ist ehrlich gemeint), wenn ich hier etwas kritisch bin. Vielleicht habe ich ja tatsächlich was wichtiges übersehen (und sagt mir jetzt nicht: Wer fragt denn das?

)
Ich habe bis anhin noch an keinem Satsang teilgenommen. Werde das aber nächstens nachholen, denn ich bin offen und neugierig. Jedoch kein Guru-Fan. Denke, jeder hat den Guru in sich selbst. Und der führt einem GENAU zu DEN Ereignissen, die man noch braucht, um ganz/heil zu werden.
Der Zeitpunkt, das Ego wirklich und vollständig loszulassen kommt von alleine, wenn man innerlich bereit dazu ist. Das ist keine Willens-Frage sondern eine Gnade.
Es würde mich interessieren, was Du dazu meinst, Edgar.
llG
ep