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Alt 26.01.2010, 18:28   Advaita und Negation Beitrag #2 (permalink)
000000 Mann
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Registriert seit: 11.04.2005
Beiträge: 1.125
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Zitat:
Zitat von Manko Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

als völlig unbedarfter Neuling in der Satsang-Szene, habe ich doch bei mir einen gewissen Informationsbedarf gesehen, was die Advaita-Philosophie angeht und mich gestern und auch heute den ganzen Tag so durch alles mögliche geklickt, was ich darüber nur erwischen konnte (ALG I
machts möglich, aber der neue Job ist schon in den Startlöchern )...
an dem Ergebnis der Recherche lasse ich euch hiermit gerne teilhaben...

Im Großen und Ganzen sieht es für eine wirklich einheitliche Sicht der Dinge so düster aus, wie in der Vielfalt jeder anderen Philosophie oder auch der der Religionen... Adaptionen, Varianten und Anpassungen en masse durch die Zeiten bis hin zum Neo-Advaita, welches einen krassen Non-dualismus betont...

den diversen Richtungen gemeinsam jedoch ist folgene Erkenntnis:

Es existiert nur das "Göttliche" (Brahman), oder nach der eher neuzeitlichen Begrifflichkeit "Absolutes Bewusstsein", es gibt also nur absolutes Bewusstsein, das sich in den diversen Illusionen/Erscheinungen (Maya) ausdrückt, die wir als Menschen/Welt wahrnehmen...

wenn das absolute Bewusstsein sich durch den Menschen ausdrückt (dann wird es Atman genannt), glaubt jener Mensch, die Erscheinungen haben
eine eigenständige, unabhängige Existenz und mit dieser Illusion ist er in Unwissenheit (Avidya) verstrickt, die Ursache seines Leidens an der Welt...

das erste Ziel der Advaita-Philosophie ist es also nicht Maya, die Erscheinung zu überwinden (wie ständig behauptet wird), sondern zuerst muss der Mensch die Unwissenheit loswerden, also sich als "Bewusstsein" (Atman) erkennen, was nur durch einen (göttlichen) Akt der Offenbarung geschehen kann (Erwachen)...

anschließend, nachdem die Unwissenheit (Avidya) überwunden ist, folgt der Weg der Selbstverwirklichung, der nun auch zunehmend das Ich, den Körper und die Welt durch Hingabe an das Göttliche und Entsagung an den eigenen Willen, transzendiert...

Dieser Weg endet schließlich im vergöttlichten Menschen (dem Erleuchteten)...
und dann erst hat der Mensch kein Ich mehr, er sieht keinen Körper mehr, er sieht sich nicht mehr als Mensch und die Welt nicht mehr als Welt, er sieht nur noch das Göttliche in jedem und allem, er ist zum vollendenten Gott-Menschen geworden, hat Vergöttlichung erreicht...

Soweit die Recherche zur ursprünglichen Philosophie des Advaita...
Wenn man sich das Leben vieler indischer Heiliger ansieht, kann man gut erkennen, dass diese Menschen Hingabe an das Göttliche und Selbstverleugnung auch tatsächlich leben...

und wie sieht es in Instant-Kultur des Westens aus...? Da wollen die Leute sich nicht lange mit Hingabe und Selbstentsagung aufhalten... sie wollen nach dem Erwachen, dem Durchschauen der Unwissenheit, sofortige Ergebnisse... heute Mensch, morgen Gott...

und der Schlüssel dazu lautet: Negation.. negiere einfach alles was du bisher warst...

Und hier tut sich speziell das im Westen entstandene Neo-Advaita mit seiner Tendenz zur Negation hervor... anstelle von Selbstverwirklichung in einem Leben voller Hingabe an das Göttliche, folgt einfach unbekümmerte Negation...

indem ich mir einfach einrede, ich sei kein Mensch mehr, meine Gedanken sind auch nicht mehr meine Gedanken, sondern göttlichen Ursprungs (wessen denn dann sonst, wenn nicht meine...?)...

und die ganzen anderen merkwürdigen Auswüchse und Verzerrungen (ich habe so einige Videos angesehen, da schienen mir wirklich ein paar Fälle für die Psychatrie dabei zu sein...

Zusammenfassung: Der Verdienst des Advaita ist seine Erkenntnis, alles ist Bewusstsein, und damit das Durchschauen der Täuschung (Avidya) einer vom göttliche SEIN unabhängigen Welt (Maya)...

Verleugnung der Welt und damit auch meines Menschseins war nie ein Bestandteil des ursprünglichen Advaita, sondern verleugnet sollte nur die verhängnisvolle Identifikation mit der Welt werden, die mich durch dieses Unwissen in ihre materiellen Belange verwickelt...

ist die Täuschung aber durchschaut, dann bin ich auf dem Weg "wahrer Mensch", der letztlich reines Bewusstsein ist, zu werden... mit einer bewussten Distanz kann ich mich dann aber auch an der Welt als Ausdruck göttlicher Kreativität erfreuen...

Negation hat dann keinen Raum mehr im Erkennen des Göttlichen allumfassenden Bewusstseins als Alles-Was-Ist...

meint Manko
..Dzogchen der natürliche Zustand...
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