03.10.2008, 14:02
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Islam Beitrag #11 (permalink)
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Moderator
Registriert seit: 30.04.2008
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Zitat:
Zitat von Piramirim
Ich denke, wenn man die verschiedenen Regelwerke genauer betrachtet, dann ist es gerade der Islam, wo diese Regeln besonders problematisch sind.
Das islamische Regelwerk ist in den allermeisten Islamformen ein sehr umfangreiches und sehr konkretes, das ALLE Bereiche des Lebens umfasst, von persönlichen Dingen über das Heirats-, Erb- und Strafrecht, bis hin zu Fragen nach Krieg und Frieden.
Christliche und buddhistische Regelwerke bestehen über weite Strecken aus ziemlich abstrakten Grundsätzen. Islamische Regelwerke regeln sehr vieles bis ins letzte Detail, da bleibt oft wenig Freiraum.
Und islamische Regelwerke haben den Anspruch ohne Einschränkungen für alle Muslime zu gelten, ob sie es wollen oder nicht, und über weite Strecken auch für Nichtmuslime.
In den klassischen islamischen Regelsystemen gehört es dazu, diese Regeln auch mit Zwang und Gewalt einzuführen bzw. sie durchzusetzen.
Eine wichtige Bedeutung des Wortes Dschihad ist der Kampf, friedlich oder mit der Waffe, zur Errichtung einer Scharia-Ordnung.
Innerhalb der Scharia-Ordnung werden die islamischen Regeln dann mit Zwang durchgesetzt. Gerade das Gebieten des Rechten und das Verbieten des Unrechten (al-amr bi-l-ma'ruf wa-n-nahy 'an al-munkar) ist laut Koran das, was die Muslime zur "besten aller Gemeinschaften" macht.
In anderen religiösen Traditionen gibt es natürlich auch Regeln und auch solche, die mit Zwang durchgesetzt werden. Was den Islam auszeichnet, ist, dass bereits Mohammed ein allumfassendes Herrschaftssystem errichtet hat und es damit zum Ideal geworden ist.
Dieses Ideal, bei dem der Islam ein allumfassendes System ist, war auch in der islamischen Geschichte das absolut dominierende.
Buddha hat eine weltliche Herrscherfunktion bewusst abgelehnt, das Reich Jesu von Nazareth war nicht von dieser Welt, er hat nicht gerichtet und er gab dem Kaiser, was des Kaisers ist.
Mohammed dagegen war auch Herrscher mit allen weltlichen Funktionen. Er hat viele Kriege geführt, die sahaba ("Prophetengenossen") haben seine Gegner, wie etwa Ka'b b. al-Aschraf http://de.wikipedia.org/wiki/Ka'b_ibn_al-Aschraf mit seiner Billigung getötet.
Zwar gibt es auch Islamformen ohne die umfassende, verbindliche Scharia, etwa bei bestimmten Sufis oder den Aleviten, aber das sind Gruppen, die eher am Rande des Islams angesiedelt sind.
Für den gläubigen Moslem, der Halt sucht, mag das islamische Regelwerk sehr attraktiv sein, für jeden, der in einer islamisch geprägten Gesellschaft leben muss und seine Freiheit will, wird es schnell zum Horror.
Wie das mit den Regelwerken genau aussieht, das ist meiner Meinung nach einer der ganz wichtigen Unterschiede zwischen Buddhismus, Christentum und Islam.
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Hi Pira,
nun...im Islam gibt es ja auch kein Mönchtum. In dem christlichen und buddistischen Mönchtum gibt es durchaus auch sehr feste und vor allem viele Regeln.
Wenn du ein buddhistischer Mönch sein willst, musst du dich mitunter an viele hundert Regeln halten.
Was vielleicht den Unterschied macht...dass es nicht so gewalttätig umgesetzt wird...das es da eben nicht so kämpferisch zugeht wie im Islam, wo man vielleicht getötet wird, wenn man Regeln bricht oder sich für eine andere Lebensform entscheidet.
Gruß Antar
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